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Bundeswehr und Ehrenamtliche helfen

Seniorenzentren in der Region betreiben großen Aufwand bei Corona-Tests

Tests in Seniorenzentren, etwa in Eggenstein oder Linkenheim, sollen Corona-Ausbrüche verhindern. Eine neue Herausforderung für die Mitarbeiter, denn sie sollen diese Tests selbst vornehmen.

In Graben-Neudorf halfen Bundeswehrsoldaten bei den Corona-Tests. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Im AWO-Seniorenzentrum Hardtwald in Eggenstein-Leopoldshafen erhielten die Pflegekräfte eine Schulung durch Hausärzte, berichtet Heimleiter Markus Bär. Die geschulten Kräfte hätten ihr Wissen anschließend an die Kollegen weitergegeben. „Man kann das lernen“, sagt Bär.

Die Mitarbeiter werden dreimal pro Woche getestet. Jeder Besucher und andere Externe wie Handwerker oder Physiotherapeuten müssen ebenfalls einen Test absolvieren. Dafür habe man Testtage an Dienstagen und Freitagen festgelegt.

Begonnen hat das alles am 18. Januar, als man vom Bezirksverband der AWO die Testsets erhalten hat. Nachdem mittlerweile die 170 Mitarbeiter regelmäßig Tests haben vornehmen lassen, dürften bislang rund 2.000 Tests im Seniorenzentrum ausgeführt worden sein, schätzt Bär.

Das habe man ausschließlich mit dem eigenen Personal machen können. In anderen Heimen, sagt er, habe man auf Soldaten zurückgreifen müssen. „Aber wir konnten das gut schultern und mussten nicht auf die Bundeswehr-Kräfte zurückgreifen“, sagt Bär.

In Graben-Neudorf halfen Bundeswehrsoldaten bei den Corona-Tests

Eines der Heime, die vom Angebot der Bundeswehr Gebrauch machten, war das AWO-Heim Rheinaue in Graben-Neudorf. Drei Wochen lang waren die Soldaten im Haus und testeten Mitarbeiter, Bewohner und Handwerker durch. „Der Aufwand ist schon riesig“, sagt Pflegedienstleiterin Jasmin Volk.

Es sei von Anfang an schwierig zu organisieren gewesen. Vielleicht auch deshalb, meint sie, weil die Rheinaue als eines der ersten Häuser mit dem Testen begonnen habe, schon Mitte Dezember. Zwölf Pflegedienstkräfte wurden von Hausärzten geschult und führten diese Tests schließlich eigenständig durch.

Die Diakonie im Kreis Karlsruhe konnte ebenfalls schon früh mit der Aktion beginnen. Nachdem die Tests am 9. November bestellt worden waren und 14 Tage später eingetroffen seien, habe man unmittelbar darauf mit dem Testen angefangen, sagt die Geschäftsführerin der Diakonie im Landkreis, Gudrun Mund.

Bewohner und Mitarbeiter seien am Anfang nur getestet worden, wenn sie Symptome aufwiesen. Im Januar habe man dann systematisch begonnen, Pflegekräfte und Bewohner dreimal pro Woche zu testen. Dazu habe es eine Video-Anweisung gegeben, mit der die Mitglieder der Leitungsrunde geschult worden seien.

Im Wössinger Haus „Losenberg“ habe man das ergänzen können durch den Einsatz der Bundeswehr, berichtet Gudrun Mund. Ebenfalls drei Wochen lang standen zwei Soldaten im Seniorenzentrum in Gondelsheim zur Verfügung. Das Testen von Besuchern habe ohne Anmeldung gut geklappt. Testen dürfen mittlerweile auch Pflegedienst-Fachkräfte im Haus. Am Anfang hätten das aber ausschließlich Heimleiter Frank Huck und die Pflegedienstleiterin Sarah Muratovic getan.

Heim in Linkenheim bemüht sich um Ehrenamtliche

Einen ganz anderen Weg ging die Stiftung Geschwister Nees in Linkenheim. Bei 110 Bewohnern habe man schnell bemerkt, „dass wir das nicht schaffen“, erinnert sich Heimleiter Marek Piecha. „Deshalb haben wir uns schon vor dem Beginn der Tests am 25. Januar um Ehrenamtliche bemüht, die auf diesem Gebiet Erfahrung haben und über Ausbildung verfügen.“

Erfreulicherweise hätten sich daraufhin aus dem Umfeld des Roten Kreuzes sieben Personen gemeldet. Sie stünden dienstags, mittwochs und freitags zur Verfügung. Bei 250 Besuchern pro Woche sei diese Aufgabe ohne sie nicht zu bewältigen gewesen. „Das klappt ganz gut“, so Heimleiter Piecha.

Draußen vor dem Heim sei von der Feuerwehr ein Zelt aufgestellt worden, in dem sich die Besucher in den kalten Wochen aufwärmen konnten. Die Bundeswehr habe man nicht in Anspruch nehmen müssen. „Wir waren schneller mit unserer Lösung.“ Die Bewohner selbst und das Personal würden innerhalb des Hauses von Pflegedienstkräften getestet. Das sei eine klare Aufteilung der Rollen.

Er sei dankbar für die tatkräftige Unterstützung, die er von außen erhalten habe. Damit sei auch die Kraft der Pflegenden nicht von ihrer eigentlichen Aufgabe abgezogen worden, denn das sei schon eine große Aufgabe, für deren Erledigung eine Pflegekraft komplett notwendig gewesen wäre.

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