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Foodsaver wieder aktiv

Fairteiler im nördlichen Landkreis Karlsruhe sind nach Hitzepause wieder geöffnet

Die extremen Temperaturen haben die Foodsaver im nördlichen Landkreis Karlsruhe gezwungen, die Fairteiler für kostenlose Lebensmittel zu schließen. Jetzt sind sie wieder geöffnet.

Frau mit Plastikkorb voll Obst steht an Fairteiler-Kasten
Barbara Leichsenring bestückt den Fairteiler in der Bachstraße in Eggenstein. Foto: Lena Ratzel

In den vergangenen Wochen hatte Foodsharing vor allem mit einem zu kämpfen: der Hitze. Hygiene und die Genießbarkeit von geretteten Lebensmitteln haben für Manu Peters und Barbara Leichsenring, den Botschaftern von Foodsharing im nördlichen Landkreis Karlsruhe, sowie für alle anderen Foodsaver der Region, oberste Priorität.

Deshalb sahen sie sich durch die hohen Temperaturen gezwungen, Mitte Juli die Fairteiler zu schließen. „Uns ist es wichtig, auf Hygiene zu achten“, sagt Manu Peters. „Deshalb gab es keine andere Möglichkeit, als die Fairteiler bei der Hitze in den vergangenen Wochen zu schließen.” Mittlerweile seien die Fairteiler wieder geöffnet, da die Temperaturen leicht gesunken sind.

Kostenfreie Lebensmittel in Fairteiler-Schränken

Fairteiler sind öffentlich zugängliche Schränke und Regale, an denen Lebensmittel kostenfrei abgeholt und überschüssige und genießbare Lebensmittel vorbeigebracht werden können. Ziel ist, dass genießbare Lebensmittel, die im eigenen Haushalt oder in Unternehmen nicht mehr gebraucht werden, künftig nicht mehr im Müll landen.

Foodsharing sucht aktiv den Kontakt zu Supermärkten und Unternehmen und baut mit diesen Kooperationen auf, damit dann ein Team aus ehrenamtlichen Helfern, sogenannten Foodsavern, dort Lebensmittel abholen darf, um damit die Fairteiler zu befüllen.

„Wer aktuell Lebensmittel zu den Fairteilern bringt, den bitten wir, das über Social Media oder die Foodsharing-Homepage zu kommunizieren, damit diese auch wieder schnell abgeholt werden“, sagt Barbara Leichsenring. Zudem bittet Leichsenring darum, Lebensmittel eher in den Abendstunden zu den Fairteilern zu bringen, da dann die Temperaturen milder seien.

Hygiene ist Foodsavern zu jeder Jahreszeit wichtig

„Hygiene ist uns aber nicht nur im Sommer, sondern in jeder Jahreszeit wichtig“, sagt Manu Peters. Deshalb arbeite man eng mit den Lebensmittelbehörden und dem Veterinäramt zusammen. „Fairteiler mit Kühlschränken kontrollieren wir täglich. Wir lesen die Temperatur ab und dokumentieren diese“, erzählt Peters. Gibt es vor Ort keinen Kühlschrank, schaut trotzdem mindestens jeden zweiten Tag ein ehrenamtlicher Helfer aus dem Foodsharing-Team nach dem Rechten.

Im Sommer retten die Foodsaver nicht nur die Lebensmittel aus Privathaushalten oder von Supermärkten, sondern auch von den Bäumen und Sträuchern. Im Juni haben Barbara Leichsenring und Manu Peters gemeinsam mit weiteren Foodsavern unter dem Motto „Mit uns ist gut Kirschen essen“ Kirschen von Bäumen geerntet und dann in die Fairteiler gebracht. „Nun steht bald die Apfel- und Birnenernte an“, erzählt Peters.

Entweder bieten die Leute an, dass Foodsaver direkt vor Ort Obst ernten dürfen oder sie wenden sich an Foodsharing. „Wir ernten dann die Bäume ab und bestücken damit die Fairteiler im Umkreis“, sagt Peters. Neben Streuobstwiesen von Privatpersonen wollen die zwei Botschafterinnen in diesem Jahr aktiv auch auf Obst- und Gartenbauvereine zugehen, damit reifes Obst nicht auf den Bäumen hängen bleibt. „Solche Ernte-Aktionen bedeuten immer einen zusätzlichen Aufwand zu unseren normalen Aufgaben“, betont Leichsenring. „Wir brauchen natürlich auch immer Freiwillige, die uns dabei unterstützen.”

Viele Fairteiler-Anfragen von Gemeinden

Unterstützung bei der ehrenamtlichen Arbeit von Foodsharing ist immer wieder Thema bei Barbara Leichsenring und Manu Peters. „Wir haben sehr viele Anfragen von Gemeinden, die einen Fairteiler möchten“, sagt Peters. Dafür brauche man aber auch viele Foodsaver, die sich bereit erklären, Lebensmittel bei Unternehmen abzuholen oder selbst überschüssige Lebensmittel aus dem eigenen Haushalt zu den Fairteilern zu bringen. „Und natürlich wollen wir auch Hygiene und Qualität gewährleisten“, sagt sie. „Dafür braucht es ein Team von zehn bis 15 Leuten, die sich um den Fairteiler kümmern.”

Foodsharing im nördlichen Landkreis blickt seit der Gründung vor drei Jahren auf eine Erfolgsgeschichte zurück. „Vor drei Jahren haben wir in Eggenstein am Haus meiner Eltern angefangen und geschaut, ob das Konzept auch auf dem Land angenommen wird“, erzählt Leichsenring. Es werde „bombenmäßig“ angenommen.

Mit der neusten Eröffnung in Graben-Neudorf wurde ein weiterer Teil des Karlsruher Landkreises für Foodsharing erschlossen. Weitere Standorte gibt es unter anderem in Dettenheim, Eggenstein, Weingarten, Blankenloch und Friedrichstal. „Darauf sind wir stolz“, sagt Leichsenring.

Keine Konkurrenz zur Tafel

Einen großen Zuspruch habe Foodsharing auch durch die Corona-Pandemie erfahren. „Bei uns können anonym und kontaktlos Lebensmittel abgeholt und gebracht werden. Dadurch gibt es keine Hemmschwelle, erkannt zu werden, wie zum Beispiel bei der Tafel“, sagt Leichsenring.

In Konkurrenz zur Tafel stehe man aber keinesfalls, im Gegenteil: Foodsharing unterstütze die Tafel durch ihr Netzwerk und helfe, neue Kontakte zu Unternehmen herzustellen. „Unser Motto lautet: Tafel first“, betont Peter. „Wir sind im Sektor Nachhaltigkeit aktiv. Die Tafel verfolgt den karitativen Zweck, der klar Vorrang hat.“

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