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Tagung per Videokonferenz

Laufen den Feuerwehren im Landkreis Karlsruhe wegen Corona die Mitglieder davon?

Weniger Übungen, eingeschränkte Weiterbildungsmöglichkeiten: Corona hat die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Karlsruhe auf den Kopf gestellt. Wirkt sich das auf die Mitgliederzahlen aus?

Einsatzbereit: Ob Tag oder Nacht, die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis müssen im Ernstfall jederzeit ausrücken, wie hier bei einem Brand Anfang März 2020 in Stutensee. Foto: Feuerwehr

Die Corona-Pandemie sorgt dann doch nicht nur für miese Schlagzeilen. Mancherorts, beispielsweise über die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Karlsruhe, lässt sich durchaus auch Positives berichten.

„Alle Einsätze konnten auch in Zeiten der Pandemie bewältigt werden“, bilanzierte bei der Dienstversammlung der Feuerwehren Kreisbrandmeister Jürgen Bordt.

Trotz vieler Einschränkungen insbesondere mit Blick auf gemeinsame Aktionen, trotz eingeschränkten Übungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten konnten im Vorjahr die Mitgliedszahlen bei den Wehren und bei den Jugendfeuerwehren einigermaßen gehalten werden.

Genaueres darüber dürfte sich aber erst im Berichtsjahr 2021 sagen lassen, nämlich dann, wenn abzusehen ist, wie es mit Corona weitergeht.

Dass Corona nicht spurlos an den Feuerwehrorganisationen vorbei gegangen ist, machte sich bei der diesjährigen Sitzung des Kreisfeuerwehrverbandes, der Kommanden und der Jugendfeuerwehren bemerkbar.

Mehr als 2.000 Feuerwehrleute aus dem Landkreis Karlsruhe gegen Corona geimpft

Zum zweiten Mal nach 2020 wurde die Versammlung als Videokonferenz veranstaltet. Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Eckhard Helms, konnte einige wenige „analoge“ Feuerwehrleute und Vertreter des Landratsamtes, darunter Feuerwehrdezernent Knut Bühler, der im Laufe Sitzung mit der Ehrennadel in Silber des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet wurde, im Sitzungssaal der Kreisbehörde begrüßen. Über 120 Teilnehmer verfolgten derweil digital die Versammlung.

Es war ein langer Kampf, bis die Einsatzkräfte der Feuerwehr überhaupt eine Impfpriorisierung bekamen.
Christoph Schnaudigel, Landrat

Zu den aus Sicht der Feuerwehr positiven Nachrichten dürfte auch die Feststellung von Landrat Christoph Schnaudigel gehört haben, dass inzwischen über 2.000 Feuerwehrangehörige aus dem Landkreis gegen Corona geimpft worden seien. Übrigens keine Selbstverständlichkeit.

„Es war ein langer Kampf, bis die Einsatzkräfte der Feuerwehr überhaupt eine Impfpriorisierung bekamen“, sagte Schnaudigel. Die Impfung selbst bewertete er in diesem Zusammenhang als „ein Stück mehr Sicherheit für die Feuerwehr im Einsatz“.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Impfberechtigung für Feuerwehrangehörige habe der Landkreis sehr schnell reagiert und die notwendigen Impfungen ermöglicht, berichtete Kreisbrandmeister Bordt.

Schrittweise solle es nun für die Feuerwehr, nicht zuletzt für die Bereiche Ausbildung und Übungen, wieder mehr Lockerungen, mehr Präsensveranstaltungen geben.

Das Feuerwehrwesen wird die Pandemie unbeschadet überstehen.
Jürgen Bordt, Kreisbrandmeister

Unabhängig davon gewann der Kreisbrandmeister der corona-geschuldeten Situation einiges Positive ab: zielgerichtete Übungen in Kleingruppen oder zum Beispiel zeitsparende Videokonferenzen.

Da ließe sich das eine oder andere auch für die Zeit nach Corona mitnehmen. Das Wichtigste aber sei: „Das Feuerwehrwesen wird die Pandemie unbeschadet überstehen.“

Ähnliches konnte Kreisjugendfeuerwehrwart Jan Becker vermelden. Flexibel und mit vielen Ideen wollen die Jugendfeuerwehren und ihre Dachorganisation künftig der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen begegnen.

Kernpunkt der Strategie sei es, Veranstaltungen nicht mehr abzusagen, sondern sie beispielsweise auf alternativen (digitalen) Plattform stattfinden zu lassen. Eine gute Gelegenheit dafür könnte das diesjährige Kreisjugendzeltlager bieten.

Laut Becker soll es eine Mischung aus einem analogen Zeltlager, aus dezentralen Kleinveranstaltungen sowie einem digitalen Angebot werden. „Was wir wollen: Lethargie und Mutlosigkeit hinter uns lassen“.

Auf Normalität im Feuerwehralltag hoffen ebenso Helms und Bordt. „Für uns ist es wichtig, wieder in ruhiges Fahrwasser zu gelangen“, brachte der Kreisbrandmeister die wohl allgemeine Stimmungslage bei den Floriansbrüdern- und Schwerstern auf einen Nenner.

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