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Lern- und Begegnungsort

Abfuhr im Gemeinderat: Projekt „Leben“ in Graben-Neudorf ist keinen Meter weiter

Der Graben-Neudorfer Gemeinderat erteilt Studien zum Lern- und Begnungsort „Leben“, der in der „Neuen Mitte“ entstehen soll, eine Abfuhr.

Das Wohnquartier wächst. Auf dem freien Gelände soll der Lern- und Begegnungsort „Leben“ entstehen. Der Gemeinderat hat einer neuen Studie des Architekten Winy Maas nun eine Abfuhr erteilt.
Das Wohnquartier wächst. Auf dem freien Gelände soll der Lern- und Begegnungsort „Leben“ entstehen. Der Gemeinderat hat einer neuen Studie des Architekten Winy Maas nun eine Abfuhr erteilt. Foto: Wolfgang Schuster

Das Projekt „Leben“ will nicht recht voran kommen. Der niederländische Star-Architekt Winy Maas vom Architekturbüro MVRDV war bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats online zugeschaltet und stellte zwei Architektur-Konzepte vor, wie denn ein Lern- und Begegnungsort in der „Neuen Mitte“ Graben-Neudorfs aussehen könnte. Beide Studien konnten den Gemeinderat nicht überzeugen.

Favorisiert wurde von der Verwaltung eine Option, eines tribünenhaften Gebäudes mit Dachbegrünung, von der man sich erhoffte, nun in die Planungsphase einsteigen zu können. Und am Ende stand es zehn zu sieben im Gemeinderat dagegen.

Lebhafte Diskussion im Gemeinderat

Wenn es mit Winy Maas nicht klappe, dann werde man, wie mit dem Gemeinderat vereinbart, entsprechende Beschlussvorschläge einbringen, an deren Ende ein neuer Architektenwettbewerb steht, so Bürgermeister Christian Eheim (SPD) am Dienstagnachmittag im BNN-Gespräch. Überrascht habe ihn das Abstimmungsergebnis nicht. Es habe sich in den Vorberatungen abgezeichnet, es sei aber bedauernswert.

Die Debatte am Montagabend im Gemeinderat zum Thema war durchaus lebhaft: „Liebe auf den ersten Blick ist es nicht“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Armin Gabler zur Tribünen-Variante.

Die Dreiecksform des Gebäudes mit aufsteigender Tribüne verschenke zu viel Platz, es gebe zu viele „tote“ Ecken. Zudem sah er die Tribünen-Architektur auch kritisch, da diese nicht zur Kommunikation unter den Menschen einlade. Man stimme nicht mit „nein“, weil man das Projekt stoppen wolle, sondern weil man darin Potenzial sehe, so Gabler.

Liebe auf den ersten Blick ist es nicht.
Armin Gabler, Fraktionsvorsitzende der Grünen, zur Tribünen-Variante

Zur ersten Option, einer Reinterpretation der jetzigen Gemeindebibliothek – aber 58 Prozent größer – sagte er, dass das Gebäude fast den gesamten Platz beanspruche. Auch andere Gemeinderäte störten sich an der Studie. Wie aus dem Text der Beschlussvorlage hervorgeht, hat die Verwaltung dem Gemeinderat freigestellt, die nächsten Schritte im Projekt für beide Optionen in Auftrag zu geben.

„Etwas Kommunikativeres als eine Tribüne gibt es nicht“, sagte hingegen Thomas Laubner von der SPD. Sein Fraktionskollege Wolfgang Frick sagte hingegen, dass ihn das Gebäude zu sehr an die Landschaftsbibliothek erinnere und er deswegen dem schlecht zustimmen könne.

Seit eineinhalb Jahren wird diskutiert

Rückblick: Von Winy Maas war der Entwurf der futuristischen Landschaftbibliothek. Im Oktober 2020 hatte der Gemeinderat einen Planungsstopp für „Leben“ durchgesetzt. Vergangenes Jahr wurde in drei Workshops dann ein so genanntes Pflichtenheft mit den Anforderungen an das Projekt auf den Weg gebracht.

Im Oktober stimmte der Gemeinderat dafür, das Pflichtenheft an das Architekturbüro MVRDV zu schicken, um ein neues Planungskonzept erstellen zu lassen. Nach der Aussprache am Montagabend sprach Maas von einem „historischen Moment“, den nächsten Schritt zu tun. Es wäre gut, den Prozess nicht zu stoppen. Wenn es jedoch nicht weitergehe, sehe er ein großes Problem.

Bürgermeister will Prozess am Laufen halten

Die Gemeindeverwaltung sieht indes Handlungsbedarf, „die Neue Mitte grün zu machen“, wie es Christian Eheim formulierte. In den nächsten Wochen würden die Baumaschinen auf dem 2.700 Quadratmeter Platz abziehen.

„Der Freiraum, der noch da ist, passt auf den Paradeplatz in Mannheim“, so der Rathauschef. So etwas brachliegen zu lassen, passe einfach nicht zur Gemeinde, sagte er im BNN-Gespräch. Und: Beim Umbau der Hauptstraße am Rathaus sei man schon im Verzug. Die Straße soll bekanntlich schmaler werden.

Den Vorschlag von CDU-Gemeinderat Jan Wilhelm nach der Abstimmung, ob vielleicht ein weiterer Workshop den Konsens bringe, nahm Eheim auf.

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