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200 Wohnungen sollen entstehen

Landesbischof besichtigt die „Neue Mitte“ in Graben-Neudorf

Badens evangelischer Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh findet das Projekt „Neue Mitte“ in Graben-Neudorf „sehr spannend“. Der Kirchenmann hat sich die Grundlagen des im Bau befindlichen Vorhabens vor Ort erläutern lassen.

In der „Neuen Mitte“: Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh (rechts) besuchte mit Bürgermeister Christian Eheim (links) und Investor Heinz Hanen die Baustelle. Foto: Rüdiger Homberg

Auf der Baustelle konnte Cornelius-Bundschuh sehen, dass die Arbeiten schon weit gediehen sind. Die Anlage soll komplett autofrei gehalten werden, unterirdisch entsteht eine große, lichtdurchflutete Garage.

Der Landesbischof sah sich auch das noch brach liegende Areal an, auf dem die Gemeinde ihr Zentrum „LeBeN“ errichten möchte.

Stadtplaner Mario Flamann vom Stuttgarter Büro Pesch und Partner erklärte, wie eine Grundstücksvergabe nach dem Prinzip der Konzeptqualität funktioniert.

Dabei kommt nicht der Bewerber zum Zuge, der den höchsten Preis bietet, sondern derjenige, der den vom Verkäufer – etwa einer Kirchengemeinde – vorgegebenen sozialen und ökologischen Vorgaben entspricht.

Wohnungen sollen sozial durchmischt werden

Besonders interessiert hörte Cornelius-Bundschuh dem Investor der „Neuen Mitte“ zu. Heinz Hanen, Geschäftsführer der Karlsruher evo-Haus GmbH, will die rund 200 Wohnungen in dem Projekt und auf dem direkt angrenzenden Neubauvorhaben der Sparkasse Karlsruhe sozial durchmischen.

Auf einer Ebene sollen Sozialwohnungen, mit Landesmitteln geförderte Wohnungen und frei finanziertes Wohneigentum zusammenkommen.

Bei Hanens Konzept zur Energieversorgung sollen in einem ersten Schritt alle Bauten der „Neuen Mitte“ und der Sparkasse energetisch so ausgestattet sein, dass nicht nur Heizenergie, sondern etwa auch die Stromversorgung CO2-frei vonstatten geht.

Fotovoltaik-Anlagen werden installiert

Dazu werden überall, wo es geht, Fotovoltaik-Anlagen installiert, die mehr Strom produzieren als benötigt. Messsysteme in den Wohnungen zeigen an einer Art Ampel im 15-Minuten-Takt an, wann Strom teuer ist und wann etwa Waschmaschinen für sehr geringe Kosten gestartet werden können.

In weiteren Schritten will Hanen dieses Prinzip ausdehnen, etwa auf eine Anlage in einem großen Neudorfer Betrieb. Die Netzbetreiber, sagt Hanen, spielen mit, auch bei den weiteren Planungen, die dann die gesamte Technologie-Region und weiter überspannen sollen.

In geringen Abständen will Hanen Batterieeinheiten zur Stromspeicherung aufbauen. So werde, meint er, die Energiewende ohne große Fernleitungen gelingen.

Der Landesbischof findet diese Überlegungen „äußerst interessant“. Denn die Kirchen als große Immobilienbesitzer müssen sich bei zurückgehenden Einnahmen intensiv Gedanken machen, wie sie ihren Besitz künftig nach sozialen und ökologischen Kriterien verwalten. Und das auch alles unter wirtschaftlichen Aspekten.

Hier hakte auch Graben-Neudorfs Bürgermeister Christian Eheim (SPD) ein. Er ist davon überzeugt, dass man die Menschen auf dem Weg der Energiewende mitnehmen kann, wenn sie wirtschaftlich davon profitieren und nicht immer nur draufzahlen müssen.

Die Idee zu diesem Besuch, bei dem sich der Landesbischof auch in das Goldene Buch der Gemeinde eintrug, war im vergangenen Herbst bei einem Kamingespräch im Evangelischen Oberkirchenrat entstanden. Eheim und Flamann hatten dabei, gemeinsam mit Anderen, den Kirchenleuten dargelegt, wie modernes Flächenmanagement aussehen könnte.

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