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Engagement nach dem Schulabschluss

Freiwilliges Soziales Jahr im Karlsruher Norden: Zeit zur Orientierung

Knapp 52.000 Menschen haben im Jahr 2020 nach ihrem Schulabschluss ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Auch in der Region unterstützen junge Menschen Träger in der sozialen Arbeit.

Laurin Maier fährt bei der Arbeit seines Freiwilligendienstes für das Deutsche Rote Kreuz in Karlsruhe „Essen auf Rädern“ zu älteren Menschen. Foto: DRK-Kreisverband Karlsruhe e.V.

Aus Sicht von Alina Klingler aus Eggenstein ist ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) perfekt für alle, die sich nach ihrem Schulabschluss unsicher sind über ihren anschließenden Berufsweg. Die 17-Jährige absolviert derzeit gemeinsam mit dem 19 Jahre alten Nino Ernswein ein FSJ im Schülerhort der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Linkenheim.

Deutschlandweit arbeiteten laut Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im vergangenen Jahr knapp 52.000 junge Menschen nach ihrem Schulabschluss in einem Freiwilligen Sozialen Jahr.

In nördlichen Landkreis bieten mehrere Träger die Möglichkeit der sozialen Arbeit. Von knapp 40 Stellen der AWO Karlsruhe-Land befinden sich hier laut Abteilungsleiterin Kathrin Astor neun Stellen, zwei davon im Schülerhort in Linkenheim.

Eine weitere Stelle vergibt die AWO unter anderem in ihrem Jugendhaus im Pfinztal und in ihrer ambulant betreuten Wohngruppe.

Bewerberzahl bei AWO und DRK stieg in der Corona-Pandemie nicht

Entgegen Berichten anderer Träger stieg die Zahl der Bewerbungen für offene Stellen bei der AWO Karlsruhe-Land in der Zeit der Corona-Pandemie nicht, sagt Astor auf BNN-Anfrage.

Ähnliches berichtet die stellvertretende Geschäftsstellenleiterin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Aksana Novikova, in Karlsruhe. „Wir würden uns wünschen, dass mehr Bewerbungen kommen würden“, so Novikova. Als überregionaler Verein bietet das DRK sein Angebot des Hausnotrufs und von Essen auf Rädern auch im nördlichen Landkreis an.

So kann ich etwas Sinnvolles tun.
Laurin Maier, FSJ DRK Karlsruhe

Derzeit arbeiten zehn Freiwillige für das DRK. Wie der 20 Jahre alte Laurin Maier. Nach seinem Schulabschluss wollte sich der junge Mann noch nicht direkt auf eine Ausbildung oder ein Studium festlegen. „So kann ich etwas Sinnvolles tun und habe noch etwas Zeit mich zu entscheiden, was ich später machen möchte.“

Die Lebenshilfe Bruchsal/Bretten bietet insgesamt 40 bis 50 Arbeitsplätze für Freiwillige in Bruchsal, Bretten und Graben-Neudorf an, wie Personalreferentin Laura Gebhard im Gespräch mit den BNN erklärt. In Graben-Neudorf unterstützen die Freiwilligen Menschen in den Werkstätten und Wohnheimen der Lebenshilfe sowie in mehreren Betreuungsgruppen.

Lebenshilfe Bruchsal mit weniger Bewerbungen aus der Region

Veränderungen der Bewerberzahlen in der Pandemie beobachtete die Lebenshilfe Bruchsal bisher nicht. Laura Gebhard erklärt allerdings, dass eher weniger Bewerbungen aus der Region eingegangen seien. Dies liege vermutlich jedoch daran, „dass man schlecht planen kann“.

Seinen Berufsweg weiter planen wollte auch Nino Ernswein im Schülerhort der AWO: „Schon in der Realschule habe ich gedacht, es wäre interessant mit Kindern zu arbeiten.“ Um dies auszuprobieren, bewarb er sich nach gemeinsamer Recherche mit seiner Mutter bei der AWO. „Das Angebot dort hörte sich am interessantesten an“, sagt er.

Die Arbeit macht Spaß, aber muss nicht unbedingt dauerhaft sein.
Nino Ernswein, FSJ AWO Karlsruhe

Mittlerweile hat der 19-jährige festgestellt: „Die Arbeit macht Spaß, aber muss nicht unbedingt dauerhaft sein.“ Anders sieht das seine zwei Jahre jüngere Kollegin Alina. Ihr gefällt die Arbeit im Hort so gut, dass sie nach dem Ende ihres sozialen Jahres im September eine Ausbildung als Erzieherin anfängt.

Bewerbung bei AWO Karlsruhe ganzjährig möglich

Dann beginnen neue Abschlussschüler mit ihrer freiwilligen Arbeit. Üblicherweise läuft die Bewerbungsphase dazu bei der AWO laut Abteilungsleiterin Astor ab Februar oder März. Bewerbungen seien jedoch auch zu anderen Zeiten möglich, um Stellen von Abbrechern auszugleichen.

Gründe dafür seien meist, dass Bewerber kurzfristig doch noch einen gewünschten Studienplatz bekämen oder einfach merkten, dass die entsprechende Arbeit nicht das Richtige für sie sei, so Astor. In Zeiten der Corona-Pandemie habe es die Befürchtung von mehr Abbrechern wegen Überlastung gegeben, dies sei jedoch nicht eingetreten.

Ganzjährig nehmen das DRK Karlsruhe und die Lebenshilfe Bruchsal Bewerbungen entgegen. Zudem sei es natürlich jederzeit möglich, vorab ein Praktikum zu bekommen, um die Arbeit in Kürze auszuprobieren.

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