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„Pizza & Politik“

Gelände für „Dirt-Track“ gesucht: Graben-Neudorf will seine Jugend an politischen Prozessen beteiligen

Seit Anfang des Jahres sprechen Kinder und Jugendliche im Format „Pizza & Politik“ mit dem Graben-Neudorfer Bürgermeister Christian Eheim monatlich über aktuelle Themen und Projekte. Die Badischen Neuesten Nachrichten haben das jüngste Online-Treffen besucht.

Sichtlich repariert: nach Gesprächen mit Kindern und Jugendlichen im Format „Pizza & Politik“ hat die Gemeinde Graben-Neudorf die Bodenbeläge am Skater-Platz teilweise repariert.
Ausgebessert: Nach Gesprächen mit Kindern und Jugendlichen im Format „Pizza & Politik“ hat die Gemeinde Graben-Neudorf die Bodenbeläge am Skater-Platz teilweise repariert. Foto: Rafael Dreher/JUZE Graben-Neudorf

Als klasse Sache bezeichnet der Graben-Neudorfer Bürgermeister Christian Eheim (SPD) das Format „Pizza & Politik“ des Kinder-, Jugend- und Familienzentrums Graben-Neudorf (JUZE). Ziel der Aktion sei es, Kinder und Jugendliche am politischen Prozess zu beteiligen, so der Hauptverantwortliche Rafael Dreher vom Caritasverband Bruchsal.

Pizza kommt per Lieferdienst nach Hause

Verschiedene Politiker aus dem Gemeinderat und Bürgermeister Eheim treffen sich hierzu mit interessierten Teilnehmern aus der Gemeinde, um aktuelle und relevante Themen der Jugendlichen anzusprechen. Anschließend gibt es Pizza für alle. Kürzlich fand nun bereits die fünfte Auflage des Formats mit 18 Teilnehmern statt. Durch die Pandemie bedingt erneut im Online-Format, die Pizza erhielten alle per Lieferdienst direkt nach Hause.

Idee von Jugendlichen selbst

Ursprung des Ganzen war eine öffentliche Jugendbeteiligung im Jahr 2019, in der die Gemeinde auf die Wünsche und Bedürfnisse der unter 18-Jährigen eingehen wollte. „Die Idee zu „Pizza & Politik“ stammte dann von den Jugendlichen selbst“, erklärte Dreher im Gespräch mit den Badischen Neuesten Nachrichten.

Projekt stößt auf offene Ohren

Das Projekt stieß sowohl beim Rathauschef als auch den Fraktionen des Gemeinderats auf offene Ohren. So gibt es laut Jan Wilhelm (CDU) nichts Besseres, um Jugendlichen zu zeigen, welchen Einfluss man auf unmittelbare Themen vor Ort habe. Für Katja Buchleither (SPD) ist es zudem interessant, wie aufkommende Ideen in der Runde von anderen Teilnehmern aufgenommen und weiterentwickelt würden. Als Beispiel nennt sie den geplanten „Dirt Track“ für Mountainbiker, das aktuell am intensivsten diskutierte Thema des „Pizza & Politik“ Formats.

Geeignetes Gelände fehlt noch

Die Idee eines Mountainbike-Parcours in Graben-Neudorf stammte von einem Teilnehmer der Konferenz, der Bürgermeister Eheim davon mit einem selbst erstellten Video überzeugen konnte. Mit dem Unternehmer Oliver Stellberg fand die Gemeinde bereits einen Partner, der die benötigte Erde und einen Bagger zum Formen von Rampen und Hügeln des Parcours bereitstellen will.

Ein auf Bike-Parcours spezialisiertes Planungsbüro aus Nord-Rhein-Westfalen hat die Gemeinde bereits für Konzepte beauftragt. Aktuell halten die Verantwortlichen jedoch noch Ausschau nach einem geeigneten Gelände der Anlage. Zwischenzeitlich gab es Überlegungen, den „Dirt Track“ auf der als „Eiswiese“ bezeichneten Fläche anzusiedeln.

Da es sich hierbei allerdings um ein Naturschutzgebiet handelt, sei dies nicht möglich. Als Alternative fand die Gemeinde eine Fläche in der Nähe der Tennisplätze und des Jugendzentrums. Ob diese für den geplanten Rundkurs geeignet ist, soll mit den Jugendlichen im nächsten Monat in einem „Pizza & Politik – Spezial“ vor Ort geklärt werden, erläutert Eheim.

Reparaturen am Fußballfeld wurden bereits vorgenommen

Bereits umgesetzt hat die Gemeinde dagegen die zu Beginn der Pizzagespräche angesprochenen Reparaturen am Fußballfeld und der Skater-Anlage neben dem JUZE. So erhielten die Tore auf dem Soccer-Feld neue, lochfreie Netze. Um Verletzungen beim Skaten zu vermeiden, wurden zudem Reparaturen auf dem Asphalt der Anlage vorgenommen.

Wie sich beim aktuellen Gespräch allerdings zeigte, wurden dabei nicht alle offenen Stellen geschlossen, weshalb die Arbeiter wohl nochmals an die Anlage heran müssen. Bei „Pizza & Politik“ solle es sich allerdings nicht um eine „Wünsch-dir-Was“-Veranstaltung handeln, gibt Dreher zu bedenken. Den ungeeigneten Basketballplatz hinter den Tennisplätzen kann die Gemeinde daher aus Kostengründen vorerst nicht verändern. Dies sei, wenn überhaupt, erst im nächsten Jahr oder sogar noch später möglich, erklärt Bürgermeister Eheim.

Ich finde vor allem den Zugang gut, den man bekommt.
Noah, Abiturient

Das Konzept kommt bei den jungen Menschen an. „Ich finde vor allem den Zugang gut, den man bekommt, weil es nicht oft vorkommt, dass man den Bürgermeister auf der Straße trifft,“ erzählt Abiturient Noah, der regelmäßig am Treffen teilnimmt. Als „Fast-Nachbar“ von Christian Eheim passiere ihm das vielleicht noch etwas öfter als anderen, fügt er scherzhaft hinzu. An den bisherigen Ergebnissen könne man sehen, wie gut die Zusammenarbeit funktioniere.

Jannik Belz vom „Christlichen Verein Junger Menschen“ (CVJM) nimmt zum ersten Mal am Treffen teil. Gemeinsam mit Mike Nöckel wurde er eingeladen, um die Vereine der Gemeinde mehr in die Gespräche einzubeziehen. „Sich in der Politik einzubringen, habe ich bisher so aus nur sehr wenigen Gemeinden kennengelernt“. Die Menge an Projekten die bereits im Kreis angesprochen wurden, erstaune ihn daher. Als Vertreter seines Vereins möchte er nun öfter beim Format reinschauen.

JUZE will noch mehr Jugendliche beteiligen

In Zukunft will das JUZE die Aktion weiter ausbauen und damit noch mehr Kindern und Jugendlichen in Graben-Neudorf die Möglichkeit bieten, sich zu beteiligen. Hierbei sollen die Jugendvereine wie der CVJM gezielt unterstützen. Mit den beiden Vertretern Jannik und Mike haben die Verantwortlichen bereits zwei neue Begeisterte gefunden, die sich weiter einbringen möchten. Als nächstes hoffen die Verantwortlichen, ebenso engagierte Leute aus Sport- und Freizeitvereinen zu finden.

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