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Geschätzte Delikatesse

Graben-Neudorfer Pilzsammler sucht nach Krause Glucken

Nach den Regenfällen der vergangenen Tage sprießen die Krausen Glucken jetzt in den Wäldern der Region. Kenner schätzen den Speisepilz wegen seines Geschmacks und seiner Zartheit.

Mann mit Brille steht im Wald und hält ein Messer und einen schwammartigen Pilz
Der Graben-Neudorfer Albert Wenz bereitet sich öfter Krause Glucken zu. In den Waldgebieten muss er bei guten Vorkommen nicht allzu lange suchen. Foto: Alexander Werner

Die Regenfälle nach der langen Trockenheit lassen die Pilze aus dem feuchten Boden sprießen. Der Graben-Neudorfer Albert Wenz ist mit seiner Hündin regelmäßig in den weitläufigen Wäldern der Gemeinde unterwegs.

Auf Pilze hat er bei seinen Spaziergängen stets ein Auge und ein Messer griffbereit in der Tasche. Als einen versierten Fachmann für die Gewächse sieht er sich aber eher nicht.

„Ich nehme die Pilze, die ich kenne. Das sind überwiegend Krause Glucken, Steinpilze oder Röhrlinge“, erzählt der 74-Jährige beim Waldrundgang beim Grabener Sportplatz.

Graben-Neudorfer findet so viele Pilze wie noch nie

Zielgerichtet steuert er auf eine Forle zu. Was sich bevorzugt am Stamm dieser auch als Waldkiefer oder Föhre bezeichneten Baumart bildet, erinnert unwillkürlich eher an einen faustgroßen Schultafelschwamm als an einen Pilz.

Eine Delikatesse würden viele Leute, die sich mit Pilzen nicht auskennen, darin kaum vermuten. „Das ist eine der größeren Krausen Glucken, die mir aktuell aufgefallen sind. Man nennt sie auch Fette Hennen oder Forlenhas“, erklärt Wenz.

So viele wie in diesem Jahr habe ich noch nie gefunden.
Albert Wenz, Pilzsammler aus Graben-Neudorf

Erst vor zwei Tagen habe er an dieser Stelle einen der Pilze abgeschnitten und schon sei wieder einer nachgewachsen. „So viele wie in diesem Jahr habe ich noch nie gefunden“, sagt er.

„Los ging es im September mit der Feuchtigkeit und immer wieder kommen neue nach“, erzählt Wenz. Die Pilze würden im Boden aber auch schnell wieder zusammenfallen.

Verwechslungsgefahr mit Giftpilz

Für Oktober erwartet er weiter ein gutes Vorkommen. Die ockergelben Krausen Glucken seien für ihn unverwechselbar. Kenner raten Anfängern jedoch, sich wegen einer Verwechslungsgefahr etwa mit giftigen Korallenpilzen kundig zu machen.

Das Besondere an Krausen Glucken sei ihr Aroma, dass sie unheimlich gut schmecken und zart sind. „Putzen muss man sie kaum. Ich mache die einzelnen Röschen ab und wasche sie unter etwas fließendem Wasser.“

Zubereiten könne sie jeder, wie er es mag, und sie auch in Soßen mischen. „Bei mir kommen sie mit etwas Butter in die Pfanne. Fürs Aroma gebe ich ganz wenige Schinkenspeckwürfel dazu, erwärme alles nur kurz und lösche mit einem Schuss Sahne ab.

Ich würze sparsam mit Salz und Pfeffer und streue noch ein bisschen Petersilie drüber.“ Die Pilze esse er als Beilage oder als eigenes Gericht mit Bauernbrot.

Pilzsammler Albert Wenz kam als Konditor zum Bezug mit Lebensmitteln

„Ich koche gern gemeinsam mit meiner Frau Evelyn. Aber spezielle Sachen wie Pilzgerichte oder Steaks mache ich allein. Zum Pilzsammler wurde ich, als ich in Rente gegangen bin“, berichtet der frühere Mitarbeiter von SEW Eurodrive.

Ich sehe viele Leute, die danach suchen.
Albert Wenz, Pilzsammler aus Graben-Neudorf

„Ich wuchs in der Landwirtschaft auf, lernte früher auch den Beruf des Konditors und bekam so einen engeren Bezug zu Lebensmitteln. Brot backe ich regelmäßig selber.“

In Läden habe er Krause Glucken eigentlich noch nie gesehen. Auf seinen Rundgängen erlebt er aber ständig, dass er keineswegs der einzige Gluckensammler ist. „Ich sehe viele Leute, die danach suchen.“

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