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Waldbegehung

Ob das Bewässerungssystem für den Graben-Neudorfer Wald wirklich hilft, ist noch unklar

Eine künstliche Bewässerung soll die Bäume in Graben-Neudorf vor dem Dürre-Tod retten. Jetzt hat sich der Gemeinderat ein Bild vor Ort gemacht - ob das System überhaupt wirkt, ist noch nicht geklärt.

Experten klären auf: Lothar Himmel vom Forstamt Karlsruhe und Revierleiterin Katrin Herrendorf erläutern die neuen Bewässerungssysteme im Wald. Foto: Arvid Oestringer

Die neuen Bewässerungsanlagen besichtigten Bürgermeister Christian Eheim (SPD) und einige Mitglieder des Gemeinderats am Samstag im Graben-Neudorfer Forst. Angesichts des Klimawandels und des Waldsterbens testet man verschiedene Bewässerungssysteme für die Bäume.

„Besonders in der Phase, wenn die Bäume anwachsen, ist die Wasserversorgung wichtig“, erklärte Forstrevierleiterin Katrin Herrendorf. Dass der Wald in Graben-Neudorf und in der Umgebung schon längere Zeit Schwierigkeiten hat, sich selbst mit Wasser zu versorgen, betont auch der Abteilungsleiter Forstpolitik und Förderung im Forstamt Karlsruhe, Lothar Himmel.

„Die Bodenbeschaffenheit an manchen Stellen ist nicht besonders gut“, sagte er mit Verweis auf den dortigen Sandboden. „Sand speichert kaum Wasser.“ Zudem sei es für die Bäume schwer, im sandigen Boden feste Wurzeln zu etablieren.

Graben-Neudorf: Rohre im Waldboden sollen Bäumen Wasser spenden

Technisch sind die beiden unterschiedlichen Bewässerungssysteme wie folgt aufgebaut: Auf der einen Seite der Fläche wurden kleine Plastikröhrchen verlegt, die jeden einzelnen Pflänzling durch Tröpfchenbewässerung konstant versorgen. Ein Nachteil dabei ist aus Sicht Herrendorfs, dass die Plastikröhrchen voraussichtlich in den nächsten Jahren ausgetauscht werden müssen.

Auf der anderen Seite liegen massive Aluminiumrohre, die kreisförmig entlang der Rohre beregnen. Vorteil hier: Die Rohre halten länger, allerdings bewässern sie nicht nur die Bäume, sondern auch alles, was dazwischen wächst, wie Gestrüpp und Unkraut.

Welches System sich durchsetzt, wird sich in der Zukunft zeigen. Positiv ist jedoch: Die Bewässerung musste seit ihrer Installation noch nie eingesetzt werden, wie Eheim und Herrendorf erklärten. Dieses Jahr hat es genug geregnet.

Wegen des Baumsterbens mussten entlang der Bahnlinie auf einer Fläche von ungefähr 0,7 Hektar fast alle Bäume gefällt werden. In einem Feldversuch wurden an derselben Stelle knapp 3.000 Bäume neu gepflanzt. Damit diese nicht das gleiche Schicksal erleiden wie ihre Vorgänger, sollen zwei unterschiedliche Bewässerungssysteme das Wachstum unterstützen. Auf der zweigeteilten Fläche wurden unter anderem Esskastanien, Schwarzkiefern und Traubeneichen gepflanzt.

Ungarische Eiche soll das Sterben heimischer Kiefern kompensieren

Auch ein paar neue, nicht heimische Arten, wie die Ungarische Eiche, werden in Graben-Neudorf groß werden, wie Herrendorf erklärte. Die Ungarische Eiche hat einen geringeren Wasserbedarf und passt sich leichter an das herrschende Klima an. Man hofft damit, das Sterben der heimischen Kiefern abzufedern.

Dass das Bewässerungssystem tatsächlich gegen den Wassermangel der vergangenen Jahre helfen kann, ist noch nicht ganz geklärt, wie auch der Bürgermeister und die Revierleiterin betonten. Es gehe jetzt primär darum herauszufinden, ob und wie man den Wald retten kann, so der Tenor. Aus den Reihen der anwesenden Gemeinderäte waren durchwegs positive Stimmen zu hören: Man müsse jetzt anfangen, wenn man in der Zukunft Ergebnisse sehen wolle.

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