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Tag des Modellflugs

Modellfliegergruppe Graben-Neudorf: Handwerkliches Geschick sollte man schon mitbringen

Etwas Gutes: Die Mitglieder der Modellfliegergruppe Graben-Neudorf können in der Pandemie wenigstens daheim an ihren Fliegern basteln.

Seltene Raubkatze: Schon 30 Jahre fliegt der Doppeldecker „Tiger Moth“. Jörn Kossert er-warb die sogenannte „Motte“ vor vier Jahren. Die Lackierung dürfte weltweit einmalig sein. Foto: Alexander Werner

Große Veranstaltungen wird es beim bundesweiten Tag des Modellflugs des Deutschen Modellflugverbands am kommenden Sonntag wegen der Corona-Pandemie nicht geben.

Zumindest diese Einschränkung trifft die Modellfliegergruppe Graben-Neudorf kaum. Mehr als vereinsinternes Fliegen steht zu diesem Anlass nie an.

Zu schaffen macht dem Verein dagegen, dass sein üblicher Modellflugtag zu Pfingsten bereits zum zweiten Mal abgesagt werden musste. Zuschauer hat der Flugplatz seit dem ersten Lockdown nicht mehr gesehen. Immerhin dürfen seit zwei Wochen wieder 20 Personen gleichzeitig auf den Platz.

Man braucht schon Kraft, um diese Krise durchzustehen.
Jürgen Fuchs, Vorsitzender

„Es braucht schon Kraft, um diese Krisenzeit durchzustehen“, zieht Vorsitzender Jürgen Fuchs eine Zwischenbilanz. Phasenweise sei kaum oder gar nichts mehr gegangen, außer daheim an den Modellen zu basteln.

Die Modellfliegergruppe Graben-Neudorf hat 80 Mitglieder. 25 bilden den harten Kern der Aktiven. Neben der Pflege des Modellbaus zählt auch die Jugendförderung zu den Aufgaben des Vereins. „Allerdings ist es heutzutage sehr schwierig, Nachwuchs zu gewinnen“, bedauert der stellvertretende Vorsitzende Volker Zimmer. Dazu fiel 2020 auch noch durch die Pandemie der Ferienspaß auf dem Vereinsgelände aus.

„Wir haben Aktive, die selber bauen, und andere, die eher fliegen als bauen wollen“, erzählt Zimmer. Für sie böten sich Schnellbausätze oder Fertigmodelle an. Für Anfänger gibt es zudem günstige Einsteigersets. „Ich fliege seit zehn Jahren und baue weitgehend selber“, erzählt Jörn Kossert.

Faszination des Fliegens

„Die Fliegerei hat mich schon immer fasziniert. Ich bin auch mal Flugsimulator geflogen. So kam ich zum Modellbau“, berichtet der Karlsruher. In seinen Mitteldecker mit Propeller „Big Jim“ investierte er besonders viel Passion und Zeit. „Ich hatte keinen Bausatz, sondern nur einen Plan und einen Stapel Holz. Handwerkliche Begabung sollte man dafür schon besitzen“, sagt der 50-Jährige, der in der IT-Branche tätig ist.

Stolz präsentiert er auch seinen Doppeldecker „Tiger Moth“, den er vor vier Jahren als vierter Besitzer in 30 Jahren erwarb. Der Tigerlook sei wohl ein Unikat, meint er.

Vorsitzender Fuchs kam 1983 über die vom Verein in der Pestalozzischule im Programm „Schule und Verein“ geleitete AG Modellbau dazu. „Angefangen habe ich mit 13 Jahren mit kleinen Modellbausätzen. Dann bekam ich mit ,Dandy´ mein erstes Modell mit Fernsteuerung“, erinnert er sich. „Für mich war der Reiz immer, ein selbstgebautes Modell auch selber fliegen zu können, die fortschreitende Technik und meine allgemeine Faszination für Tragflächen.“

Volker Zimmer, der ursprünglich aus Lahr stammt, fing vor 55 Jahren im Alter von 14 Jahren mit der Modellfliegerei an.

„Damals gab es für Jugendliche noch keine erschwingliche Fernsteueranlage. Man hatte einen Gummizug oder zog die Flieger mit dem Seil hoch. Bei Modellen mit Motor, aber ohne Steuerung musste man mit dem Fahrrad hinterherfahren und sehen, wo das Modell runterkommt“, erzählt er. Von 1975 bis 1985 sei er auch europaweit Pylon-Rennen geflogen – Rennen auf einem Rundkurs.

Bei Geschwindigkeiten um 288 Stundenkilometer seien ihm dabei 40 bis 50 Maschinen durch Abstürze kaputt gegangen. Für sein Hobby und seine derzeit rund 25 Modelle hat er auch das frühere Kinderzimmer freigemacht. Grundsätzlich ist das Gewicht auf maximal 25 Kilogramm beschränkt.

Die Spannweite liege bei Segelfliegern bei bis zu acht und bei Motorfliegern bei bis zu vier Metern, so Zimmer. Wegen der Einklappmöglichkeiten sei der Transport aber einfach.

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