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Brennpunkt in Sachen Waldschäden

Seit Juli haben sich die Zustände im Graben-Neudorfer Wald weiter verschlimmert

Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat dem Graben-Neudorfer Wald schwer zugesetzt. Zu dem Klimawandel kommt aber ein weiteres Problem, mit dem die Bäume zu kämpfen haben.

Waldbegehung mit dem Landrat. Foto: Foto: Lena Ratzel

Von Lena Ratzel

Der Graben-Neudorfer Wald ist einer der Brennpunkte in Sachen Waldschäden in der Region. Deshalb machte sich Landrat Christoph Schnaudigel mit Bürgermeister Christian Eheim, Forstdirektionspräsidentin Anja Peck, und der zuständigen Forstverwaltung auf den Weg in den Graben-Neudorfer Gemeindewald.

Besonders stark betroffen ist der Wald östlich der Bahnlinie, denn dort haben die Pflanzen nicht nur mit dem Klima zu kämpfen, sondern auch mit der Bodenbeschaffenheit.

Der Hardtwald befindet sich zwischen der Vorbergzone und den Rheinauen im Oberrheingraben. Da dort Sandböden vorherrschen, ist es für die Pflanzen noch schwerer, an Wasser zu kommen.

Trockenheit hat Bäume massiv unter Stress gesetzt

Die Hitze und die Trockenheit der vergangenen Jahre haben die Bäume massiv unter Stress gesetzt, sodass Schädlinge wie der Diplodia-Pilz, die Mistel oder die Kieferbuschhornblattwespe leichtes Spiel haben. Viele Schädlinge nutzen den Trockenstress und die Wärme aus, um die geschwächten Bäume zu befallen.

Die meisten parasitischen Organismen wie Käfer oder Pilze sind seit langem bekannt, neu ist allerdings ihr massenhaftes und gleichzeitiges Auftreten.

Kahle Bäume, die immer weniger Rinde haben und rosarot verfärbt sind, sind deshalb keine Seltenheit mehr. Besonders die Kiefer wird immer wieder in Zusammenhang mit den Waldschäden erwähnt, doch auch um die Buche steht es schlecht.

Kiefer mit Flächenanteil von über 40 Prozent im Gemeindewald

Die Kiefer nimmt einen Flächenanteil von über 40 Prozent im Graben-Neudorfer Gemeindewald ein, deshalb kartiert man derzeit die Kiefernbestände nach einem Ampelprinzip. Rot, gelb, und grün zeigen die Dringlichkeit des Eingreifens. 170 Hektar Wald zählen zur Risikofläche, denn seit der jüngsten Waldbegehung im Juli haben sich die Zustände weiter verschlimmert.

„Allerdings ist es nicht machbar, die ganze Fläche zu erneuern”, erklärt Revierleiter Ludwig Thoma. Der Waldumbau ist nicht nur die große Aufgabe der Forstverwaltung, sondern auch Aufgabe der Gemeinde, damit die Wälder den klimatischen Bedingungen gewachsen sind.

„Wir setzen auf breite Vielfalt, damit wir das Risiko streuen, erneut massive Waldschäden zu bekommen”, erklärt Trainee Kathrin Herrendorf. Schwerpunktmäßig wolle man mit der Eiche arbeiten, aber die Entwicklung auf einen vielfältigen Mischwald setzen. Forstdirektionspräsidentin Anja Peck befürwortet diese Vorhaben, denn: „Uns muss die Funktion des Waldes bewusst sein”, so die weit angereiste Freiburgerin.

Bürgermeister Eheim will wirtschaftliche Interessen hinten anstellen

Bürgermeister Christian Eheim versichert volle Unterstützung beim Waldumbau: „Die wirtschaftlichen Interessen müssen hinten angestellt werden, damit wir auch in Zukunft die Erholungsfunktion des Waldes erleben können.”

„Dennoch darf nicht in die Extreme verfallen werden, wir können nicht nur zuschauen, können aber auch nicht sofort handeln”, sagt Landrat Christoph Schnaudigel. „Wir werden mit unserer fachlichen Expertise der Kommune zur Seite stehen und beraten, doch letztlich muss der Gemeinderat über die Vorhaben abstimmen.”

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