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Turner mit Leib und Seele

Die „Petermänner“ prägen seit über 100 Jahren die Graben-Neudorfer Vereinsgeschichte

Seit mehr als einhundert Jahren prägen die „Petermänner“ die Geschichte des Neudorfer Turnvereins. TSV-Urgestein Klaus Heil kennt wie kaum ein Zweiter die Historie des 1913 gegründeten Vereins.

Die Turnhalle des TSV Neudorf wurde unter der Ägide von Rudolf Petermann in den Jahren 1950 bis 1953 gebaut und in den Folgejahren mehrmals erweitert. Foto: Kurt Klumpp

Der 77-Jährige war viele Jahre Mitglied im Verwaltungsrat und ist heute noch für die Mitgliederbetreuung zuständig. Bereits sieben Jahre nach der Vereinsgründung übernahm der damals 18-jährige Rudolf Petermann das Amt des zweiten Spielwarts. Nur drei Jahre später wurde er zum zweiten Vorsitzenden und im Alter von 24 Jahren zum Vereinschef gewählt.

„Rudolf Petermann war ein Turnvater und Idealist, der seinen Söhnen Roland und Werner das Turner-Gen vererbte“, weiß Klaus Heil. Rudolf Petermann ebnete in Neudorf schon früh den Weg zum modernen Mehrspartenverein. Er war 1926 Mitbegründer der Handball-Abteilung, förderte ab 1928 das weibliche Gerätturnen und war vier Jahre später einer der Initiatoren bei der Gründung des überaus beliebten Turner-Spielmannszugs.

Rudolf Petermann hatte sich schon in den 1930er Jahren den Bau einer vereinseigenen Turnhalle zum Ziel gesetzt. Der Zweite Weltkrieg verhinderte dies zunächst. Mit dem Baubeginn 1950 und der feierlichen Grundsteinlegung am 24. Juni 1951 bewies der Neudorfer TSV-Chef zusammen mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützern Willenskraft und Zielstrebigkeit.

1953 geht der Staffelstab an Rudolf Petermann

Der erste Bauabschnitt wurde 1953 vollendet. Die Erweiterung der Turnhalle folgte 1959. Damals übergab Rudolf Petermann nach 33 Jahren als Vorsitzender des TSV Neudorf auch den Führungsstab an seinen 27-jährigen Sohn Roland Petermann. Als Ehrenvorsitzender blieb der Neudorfer Turnpionier bis zu seinem Lebensende im Jahr 1973 dem Verein mit Rat und Tat treu verbunden. In Anerkennung seiner Verdienste trägt die Rudolf-Petermann-Halle seinen Namen.

Im Jahr 1959 trat Roland Petermann als Vereinschef des TSV Neudorf in die Fußstapfen seines Vaters und wurde zwei Dekaden später zum Ehrenvorsitzenden ernannt. „Er war ein profunder Kenner des Vereinslebens mit viel Sachkenntnis und unaufdringlicher Führungsstärke“, beschreibt ihn Klaus Heil und lobt seine Weitsicht: „Roland Petermann entwickelte den TSV Neudorf durch neue Angebote im Gesundheits- und Wettkampfsport zum Großverein.“

Unter seiner Ägide wurde auch die Turnhalle erweitert und zusätzliche Wirtschafts-, Umkleide- und Geräteräume gebaut. Roland Petermann war von 1984 bis 2004 auch stellvertretender Vorsitzender des Kraichturngaus Bruchsal. Der Turnpionier hat sich in Neudorf auch durch seine Gedichte über das dörfliche Leben in der Nachkriegszeit unvergessen gemacht. Sein musisches Talent zeigte Roland Petermann zudem in der Musik. Länger als 20 Jahre war er aktives Mitglied des Bad Schönborner Kurorchesters und Moderator der Konzerte. Zudem war er Leiter des Seniorenwerks der Pfarrgemeinde Neudorf.

Werner Petermann ist ebenfalls Turner

Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Werner Petermann, der im Vorjahr seinen 90. Geburtstag feiern durfte, ist ebenfalls ein Turner mit Leib und Seele. Seit über 75 Jahren ist er Mitglied des TSV Neudorf und dort seit mehr als sieben Dekaden ehrenamtlich als Turnwart, Gründer und Übungsleiter der Männerriege sowie als Stützpunktleiter für das Deutsche Sportabzeichen tätig. Obwohl Werner Petermann seit seiner Heirat in Bruchsal lebt.

Ungezählt sind seine sportlichen Erfolge als Turnfestsieger bei vielen Landes- und deutschen Turnfesten. Für seine über 20-jährige Tätigkeit als Gauoberturnwart wurde Werner Petermann zum Ehrenmitglied des Kraichturngaus ernannt. Fortgeführt wird die Riege der „Petermänner“ im Vorstand des TSV Neudorf durch Kassiererin Gisela Petermann.

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