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Lauter Knall schreckt Anwohner auf

Unbekannte Täter sprengen Geldautomaten in Graben-Neudorf und entkommen der Polizei

Ein Geldautomat in Graben-Neudorf ist um 4 Uhr morgens gesprengt worden. Die Täter flüchteten. Immer wieder ereignen sich in der Region solche Vorfälle. Weil Gas dabei eine große Rolle spielt, sollten Kunden an den Automaten kein Desinfektionsspray nutzen.

Spur der Verwüstung: Bislang unbekannte Täter haben in der Nacht auf Donnerstag einen Geldautomaten in Graben-Neudorf gesprengt. Foto: Rüdiger Homberg

Ein lauter Knall hat Anwohner der Heidelberger Straße in Graben-Neudorf am frühen Donnerstagmorgen aus dem Schlaf gerissen.

Bislang unbekannte Täter hatten den Geldautomaten am Rewe-Markt gesprengt. Die Polizei erklärt, wie die Diebe vorgingen – und warum es schwierig ist, sie zu fassen.

Der Geldautomat explodierte kurz vor 4 Uhr morgens. Auf Facebook berichten mehrere Anwohner, dass sie durch den Knall in ihren Betten aufgeschreckt wurden.

Einige Bürger befürchteten wegen des ohrenbetäubenden Lärmes zunächst eine Explosion auf ihrem eigenen Grundstück und sahen nach dem Rechten.

Zeugen beobachten verdächtigen Kombi

Doch schon bald war klar: Der Automat der BB Bank beim Rewe-Markt war gesprengt worden. Nach Polizeiangaben beobachteten Zeugen, wie ein dunkles Auto, vermutlich ein Kombi, vom Tatort brauste. Ob es tatsächlich in Zusammenhang mit der Sprengung steht, ist bislang noch unklar. Die Polizei ermittelt.

Aus dem Karlsruher Präsidium heißt es am Donnerstag, die Täter hätten trotz sofortiger Fahndung flüchten können.

An der Selbstbedienungs-Filiale sowie am Automaten entstand ein hoher Sachschaden, der noch nicht beziffert werden kann. Der Bereich wurde am Donnerstagvormittag abgesperrt, der Einkaufsmarkt blieb dagegen geöffnet.

Am Tatort findet man durch die Explosion nur wenige Spuren.
Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Karlsruhe

Der Vorfall am Donnerstagmorgen war nicht der erste seiner Art am Grabener Einkaufszentrum. Bereits vor einigen Jahren wurde der damalige Automat gesprengt. Nach Polizeiangaben handelt es sich bei den Tätern häufig um organisierte Banden, die deutschlandweit agieren. Zuletzt habe es immer wieder solche Fälle gegeben.

Die Vorgehensweise ist meist dieselbe – wie auch im aktuellen Fall: Die Diebe leiten Gas in den Geldautomaten ein, das sich ausbreitet und dadurch zur Explosion führt. So gelangen die Täter in der Regel an die Geldkassetten. „Bei neuen Automaten funktioniert diese Technik allerdings nicht mehr“, informiert eine Polizeisprecherin. In ihnen sei das Geld noch besser geschützt.

Desinfektionsspray löst Fehlalarme aus

Wieviel Geld in den Automaten liegt, hängt davon ab, wann zuletzt nachgefüllt und welche Summen die Kunden seitdem abgehoben haben. Je nach Standort und Zeitpunkt können bis zu 2.000 Euro in den Maschinen liegen.

An Geldautomaten der BB Bank kam es nach Auskunft einer Mitarbeiterin in den vergangenen Monaten zu unzähligen Fehlalarmen und damit Polizeieinsätzen. Kunden hatten aus die Tasten aus Angst vor einer Corona-Infektion mit Desinfektionsmittel besprüht, wodurch der Gasalarm ausgelöst worden war.

Erstaunlich war für die Polizei, dass sich die Täter trotz Ausgangssperre an den Automaten wagten. „Dadurch fällt man nachts besonders auf“, so die Sprecherin. Außerdem seien am frühen Morgen bereits die Zeitungsausträger – und damit mögliche Zeugen – auf den Beinen.

Die Täter zu fassen, ist ein schwieriges Unterfangen. „In der Regel sind sie maskiert und tragen Handschuhe“, berichtet die Polizeisprecherin, „am Tatort findet man durch die Explosion nur wenige Spuren.“

Zeugenaufruf: Die Polizei sucht nun Zeugen, die in den Morgenstunden rund um den Tatort verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Sie werden gebeten, sich unter Telefon 07216665555 zu melden.

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