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Kosten von zehn Millionen Euro

Weltstadtflair in Graben-Neudorf: Stararchitekt könnte Gebäude planen

In der Neuen Mitte von Graben-Neudorf soll ein architektonisch aufsehenerregendes Gebäude entstehen. Dazu hat die Gemeinde einen niederländischen Stararchitekten beauftragt.

Eine Treppe führt auf das Dach: Die Idee zum Lern- und Begegnungsort LeBeN entstand 2018 aus einer Bürgerbeteiligung. Der Entwurf des Architekturbüros MVRDV in Rotterdam in den Niederlanden gestaltet den Gedanken einer grünen Mitte aus. Das Dach der „Landschaftsbücherei“ ist begrünt. Foto: Architekturbüro MVRDV

Von Rüdiger Homberg

Die Entwurfsplanung für das wegweisende Projekt mit dem Titel „LeBeN“ (für Lern- und Begegnungsort) ging an Wimy Maas und sein Architekturbüro MVRDV. Maas erläuterte am Montagabend bei der Gemeinderatssitzung per Videoschaltung aus Rotterdam seine Ideen.

Auf literarische Vorlagen zurückgreifend, fielen Titel wie „Der Fliegende Teppich“ und „Das Fliegende Klassenzimmer“, mit denen er die auffallende Architektur und die Leichtigkeit seiner „Landschaftsbücherei“ erläuterte, die beim Rathaus entstehen soll.

Das Büro zeichnet sich auch verantwortlich für den spektakulären „Ufo”-Entwurf, der in der Karlsruher Innenstadt am Ettlinger Tor Wirklichkeit werden könnte.

Die Mitglieder des Rats in Graben-Neudorf debattierten ziemlich kontrovers über das, was sie gesehen hatten. Alle Redner räumten ein, dass es sich um „spektakuläre und beeindruckende Vorschläge“ handle, wie der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Jörg Hartmann feststellte. Sie brächten Weltstadtflair in die Gemeinde.

Gebäude könnte Graben-Neudorf zehn Millionen Euro kosten

Gleichwohl könne er nicht zustimmen, denn er wisse nicht, wie Graben-Neudorf die im Raum stehenden Baukosten von zehn Millionen Euro und jährliche Folgekosten von mehreren 100.000 Euro angesichts vieler anderer Aufgaben wie etwa anstehender Kindergartenbauten stemmen solle.

Weltstadtflair: Das zentrale Gebäude der Graben-Neudorfer Mitte soll sich markant und doch harmonisch in die Umgebungsbebauung einfügen. Foto: Architekturbüro MVRDV

Mehrere seiner Fraktionskollegen sprangen ihm in der gut einstündigen Debatte zur Seite, während die Sozialdemokraten die Planungen ausdrücklich begrüßten. SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Bauer zeigte sich froh darüber, dass man jetzt soweit sei, sehen zu können, wie „LeBeN“ einmal aussehen könne.

Thomas Lauber erinnerte die CDU an lange bisherige Debatten. „Wir würden viel zu früh aufgeben.“ Letzte Entscheidungen könnten erst fallen, wenn nach weiteren Planungsphasen die möglicherweise entstehenden Baukosten tatsächlich feststünden. Dennoch hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende André Mayer „Bauchschmerzen“. Denn er wisse nicht, ob sich so ein Projekt für Graben-Neudorf eigne. Daher könne er nicht zustimmen.

In einer Linie: Die künftige Gemeindebücherei liegt genau neben dem Rathaus (hinten). Das Projekt soll einen neuen Höhepunkt in 50 Jahren Gemeindegeschichte bilden. Foto: Architekturbüro MVRDV

Die Grünen um ihren Fraktionsvorsitzenden Armin Gabler wollten zwar nur dem Teil des Verwaltungsantrags nicht zustimmen, mit dem bereits ein Tragwerksplaner beauftragt werden könne. Die Stimmung im Gemeinderat einschätzend, stellte Bürgermeister Christian Eheim (SPD) den Gesamtantrag nicht zur Abstimmung und will den Sachstandsbericht erst nach einer öffentlichen Erörterung mit der Bevölkerung erneut in den Rat einbringen.

Bürgermeister Eheim sieht große Chance für Gemeinde

Eheim sieht eine große Chance für Graben-Neudorf: „Der Entwurf nimmt den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nach einer grünen Ortsmitte auf“, sagte der Bürgermeister. Er bringe den Kindern einen offenen Lernort, er schaffe einen gastronomischen Treffpunkt besonderer Art und biete Räume zum Tüfteln für Jugendliche und Erwachsene.

Jetzt werde man das Projekt weiterentwickeln: „Wir stehen am Anfang des Planungsprozesses. Mit der Bürgerbeteiligung stehen noch weitere Planungsschritte an, bis eine endgültige Entscheidung über den Bau des Projekts getroffen werden kann“, so Eheim.

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