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Kälteeinbruch hemmte das Wachstum

Gute Chancen auf Osterschmaus: Spargelbauern im Karlsruher Norden sitzen in den Startlöchern

Mit etwas Glück kommt das königliche Gemüse an Ostern frisch auf den Tisch. Spargelbauern, die auf Folienanbau setzen, sind hierbei klar im Vorteil.

Ausblick: Noch einige Tage dürften ins Land gehen, bis wie hier in früherer Saison auf Anbauflächen von Markus Leicht in Eggenstein-Leopoldshafen das Spargelstechen anläuft. Foto: Achtivfoto Alexander Werner

Wird das königliche Gemüse aus heimischem Anbau zu Ostern auf den Tisch kommen? Spargelbauern aus der Region sehen dafür durchaus gute Chancen. Das gilt zumindest für diejenigen, die auf Folienanbau setzen.

Mit Schwarz-Weiß-Folien lässt sich das Wachstum beeinflussen, verfrühen oder verzögern. Mit der schwarzen Seite nach oben erwärmen sich die Dämme schneller. Die weiße Seite hingegen reflektiert die Sonnenstrahlen und bedingt eine langsamere Erwärmung.

„Wenn das Wetter jetzt richtig gut mitmacht, könnte es zu Ende März klappen“, hofft Thomas Meier vom Stutensee-Stafforter Meierhof. Tagsüber sollten die Temperaturen auf 15 bis 20 Grad und nachts auf sechs bis zehn Grad kommen, sagt er.

„Bei günstigen Bedingungen könnte es dann noch ohne riesige Mengen so langsam anlaufen“, schätzt er. Meier baut auf acht Hektar weißen und auf zwei Hektar grünen Spargel an und vermarktet ihn direkt im Hofladen. Bei der kühlen und nassen Witterung mit gehemmtem Wachstum war an Spargelstechen noch nicht zu denken.

Wir stehen jedenfalls Gewehr bei Fuß.
Thomas Meier, Meierhof

Die ersten Erntehelfer seien vergangene Woche vor Ort gewesen, so Meier. Weitere kämen nach Bedarf. „Wir stehen jedenfalls Gewehr bei Fuß“, betont der Landwirt.

Extreme Wetterlagen seien in den zurückliegenden Jahren eher ungewöhnlich gewesen. Kälteeinbrüche wie in diesem Jahr aber kämen immer wieder mal vor. Wann genau es mit dem Spargelstechen richtig losgeht, kann auch Markus Leicht in Eggenstein-Leopoldshafen noch nicht sagen.

Planungen gehen in Richtung Karwoche

„Unsere Planungen gehen in Richtung Karwoche“, berichtet der Inhaber des Erdbeer- und Spargelhofs mit Anbauflächen auch in der Umgebung. Im Ganzen baut er auch 35 Hektar Spargel an, fünf davon sind der grünen Sorte vorbehalten.

Bei dem zuletzt wechselhaften Wetter mit niedrigen Temperaturen, reichen Niederschlägen und häufig bewölktem Himmel seien Prognosen kaum möglich gewesen, gibt er zu Bedenken. Bei solchen Bedingungen würden auch Folien nichts bringen. Anders sieht das aus, wenn es wie vorhergesagt mit Sonne und Temperatur besser wird.

Nach dem Stechen kommt Spargel gleich in den Verkauf

Mit dem Stechen komme der Spargel dann gleich in den Verkauf, so Leicht. Er vermarktet direkt über seine Hofläden, über den Einzelhandel, über den Großhandel und je nach Coronavorgaben über die Gastronomie.

Beim Ertrag liege seine Zielvorgabe in der Saison bis 21. Juni bei 5.000 bis 6.000 Kilogramm Rohware pro Hektar, erklärt Leicht. 20 Prozent davon dürften nicht verwertbar sein.

Bauern ohne Folien sind später dran

Heidi und Heinz Raupp haben sich wie andere Graben-Neudorfer Spargelbauern 2019 verpflichtet, weiterhin ohne Folie anzubauen. Im vergangenen Jahr ist der Spargelhof im Familienbetrieb gewachsen. Ohne Folien ist auch er später dran. Heinz Raupp veranschlagt verfügbaren Spargel in ausschließlicher Direktvermarktung ab Mitte April.

„Wir sitzen in den Startlöchern“, hebt er hervor. Bei etwas mehr als fünf Hektar Anbaufläche rechnet er mit im Schnitt dreieinhalb Tonnen Spargel pro Hektar. Grünspargel mache zwar weiter einen kleinen Anteil aus, die Nachfrage aber nehme zu, ergänzt Raupp.

Ähnliche Erfahrungen machen, wie andere Kollegen in der Gegend in Graben-Neudorf, auch Hermann und Gabi Kammerer. Bei drei Hektar Anbaufläche liegt der Anteil von Grünspargel mittlerweile immerhin bei einem Viertel. Eine Eigenschaft dieses Spargels sei, dass nur ein kleines Stück davon geschält werden müsse, erläutert Gabi Kammerer. Weißer Spargel werde geschält und ungeschält angeboten.

Lieferung an Gaststätten hängt von Corona ab

Inwieweit er zum Direktverkauf auch über Gaststätten vermarktet werden könne, hänge von Corona ab. Eine Erfahrung aus der Pandemie sei, dass die Leute mehr selber kochen, weiß Gabi Kammerer.

Ohne Folien geht auch sie davon aus, dass die Kunden dafür noch bis Mitte April warten müssen.

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