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Lichtmangel kann zu Depression führen

Jöhlinger Fitnessstudio registriert deutlichen Zuwachs im Winter

Viele Menschen haben im Winter ein Stimmungstief. Ausdauersport hebt die Stimmung, sagt eine Psychologin. Und erklärt, worauf dabei zu achten ist.

Fitnessstudio-Ketten sind deutlich besser durch die Corona-Pandemie gekommen als Einzelanbieter.
Viele Fitnessstudios verzeichnen steigende Kundenzahlen während der kalten Monate. Manche Sportarten können während dieser Zeit draußen einfach nicht betrieben werden – hier ein Symbolbild. Foto: Oliver Berg/dpa

In der dunklen Jahreszeit zieht es viele Menschen in Fitnessstudios und Solarien. Trotz des schlechten Wetters kann man dort in den Genuss von Sport oder künstlichem Sonnenlicht kommen. Doch welche Auswirkungen haben diese Aktivitäten wirklich auf Körper und Geist?

Insbesondere in Fitnessstudios ist im Winter eine Veränderung zu beobachten, wie Patrick Smuikat, der Betreiber des „Gym 79“ aus Jöhlingen bestätigt. Über das Sport- und Gesundheitszentrum im Winter berichtet er: „Ein Unterschied ist definitiv zu spüren.“ Zwischen 30 und 40 Prozent Zuwachs habe das Fitnessstudio in den Wintermonaten. „Ein Großteil hängt, denke ich, damit zusammen, dass wir in den Wintermonaten einfach weniger draußen machen können.“ Zusätzlich würden die Neujahrsvorsätze im Januar bestimmt viel ausmachen. Aber auch schon im November und Dezember, wenn es auf das Ende des Jahres zugeht, sei der zahlenmäßige Anstieg zu spüren.

Ausdauersport hebt die Stimmung.
Sabine Hesse
Diplom-Psychologin

Die in Karlsruhe und Pforzheim tätige Diplom-Psychologin Sabine Hesse ist unter anderem im Bereich des Gesundheitsmanagements tätig. Sie versteht diese Schilderungen. Fast jede dritte Frau und jeder vierte Mann hätten hierzulande im Winter ein Stimmungstief, klärt Hesse auf. „Ausdauersport hebt die Stimmung“, erklärt sie. Das liege daran, dass durch körperliche Aktivitäten Glückshormone ausgeschüttet würden.

Hesse verweist außerdem auf Tageslicht als Einflussfaktor auf die Hormone und damit auf die Stimmung: „Licht steuert unsere Schlaf- und Wachhormone.“ Das führe dazu, dass der Körper bei viel Licht mehr vom Glückshormon Serotonin ausschütte. Dringe jedoch nur wenig Tageslicht in die Augen, wie es im Winter häufig der Fall ist, würde mehr von dem Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet. „Man wird schneller müde“, erklärt Hesse. „Bei manchen Menschen führt der Lichtmangel sogar zu einer Winterdepression.“

Zur Vorbeugung, sagt sie, würden bereits regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft helfen, um Tageslicht zu tanken. Das darin enthaltene Vitamin D3 „braucht der Körper zur Produktion von Glückshormonen“, erklärt Hesse. Zeige das Blutbild einen Vitamin-D3-Mangel, könne man dieses auch als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Alternativ könnten auch der Gang ins Solarium oder die regelmäßige Behandlung mit speziellen Tageslichtlampen den Mangel an Sonnenlicht ausgleichen.

Schach dem Winterblues

„Damit lässt sich ein Winterblues in Schach halten“, so die Psychologin. Zu beachten sei, dass künstliches Licht das Sonnenlicht nicht gänzlich ersetzen könne. Ab einer Lichtstärke von 10.000 Lux und mit der Lichtfarbe von natürlichem Tageslicht könne eine regelmäßige Lichttherapie allerdings sehr wirksam sein. Vor zu häufigem Besuch von Solarien warnt Sabine Hesse jedoch: Die UV-Strahlung dort könne Sonnenbrand, frühzeitige Hautalterung und auch Krebs auslösen. „Daher ist das Solarium maximal zweimal pro Woche zu empfehlen“, sagt sie.

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