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I hätt do mol e Frog

Warum ein Karlsruher Kreisverkehr entgegen dem ersten Eindruck keine Steinwüste ist

Der Kreisverkehr zwischen Neureut und Eggenstein wurde frisch angelegt. Für den Betrachter hat es den Anschein, als sei dort eine Schotterwüste entstanden. Die Erklärung dafür ist aber einfach.

Wird noch schöner: Die Pflanzen am Kreisverkehr zwischen Neureut und Eggenstein-Leopoldshafen bräuchten Entwicklungszeit, so Hauptamtsleiter Thomas Jäger. Foto: Patric Kastner

Wenn man vom Karlsruher Stadtteil Neureut in Richtung Eggenstein fährt, kommt man an ihm vorbei - am Kreisverkehr, an dem sich die Grabener Straße und der Untere Dammweg treffen. Bodendecker sind im unteren Bereich des Kreisels eingepflanzt worden und im oberen Abschnitt stehen junge, hohe Pflanzen. Steinplatten wurden ebenso verlegt und - so hat es zumindest für den Laien den Anschein - eine Menge Schotter.

„Wie kann es sein, dass der Verkehrskreisel zwischen Eggenstein und Neureut vor ein paar Wochen als Schottergarten bebaut wurde?”, fragte BNN-Leserin Elisabeth Reibenspies. Sei dies nicht verboten?

Kreisverkehr ist nicht so schotterig, wie er aussieht

Jeden Morgen fährt sie im Kreisverkehr eine „Dreiviertelrunde rum bis ins Geschäft” nach Neureut. „Schön ist anders”, meint sie. Der Hintergrund des vermeintlichen Aufregers: Durch die Änderung des Landesnaturschutzgesetzes - gemeint ist der Paragraph 21a - ist die Neuanlage von Schottergärten verboten. Allerdings wurde schon 1995 in der Landesbauordnung untersagt, solche Gärten anzulegen.

Das wächst alles zu. Das wird alles grün.
Thomas Jäger, Hauptamtsleiter Neureut

Doch die Lage am Neureuter Kreisverkehr scheint weniger schlimm zu sein als angenommen. Um genau zu sein: Er wird schöner und vor allem grüner. „Es ist keine Steinwüste, wie es bezeichnet wurde”, sagt der Neureuter Hauptamtsleiter Thomas Jäger. „Das wächst alles zu, das wird alles grün”, beruhigt er. Man müsse den Pflanzen allerdings Zeit geben. Durch die Hitze sei es gerade etwas schwierig, „aber da kommt noch etwas.”

Insektenfreundliche Blumenmischungen mit wenig Wasserbedarf

Also ist das, was man auf dem Kreisel sieht, kein handelsüblicher Schotter? Der Kreisverkehr wurde vom Karlsruher Gartenbauamt angelegt, erklärt Hauptamtsleiter Jäger weiter. Dabei sei darauf Wert gelegt worden, dass man insektenfreundliche Blumenmischungen verwendet und dass die Pflanzen mit Niederschlagswasser auskommen. Die Planung des Kreisverkehrs ist im Ortschaftsrat vorgestellt worden, betont Tobias Domroes, Leiter der Planungsgruppe West im Gartenbauamt Karlsruhe.

„Das Thema Kies- und Schotterfläche wurde eingehend diskutiert”, sagt er. Eine Fraktion wollte mehr Kies auf dem Kreisverkehr, dies sei aber sowohl vom Ortschaftsrat, als auch vom Gartenbauamt abgelehnt worden. „Wir vom Gartenbauamt bauen solche Schotterkreisel nicht”, stellt er klar.

Was nun den Kreisverkehr zwischen Neureut und Eggenstein betrifft, so wurde im äußeren Kranz ein Oberboden aufgebracht und mit Bodendeckern, so genanntem Sedum, im Volksmund auch Mauerpfeffer genannt, bepflanzt . Der Vorteil der Pflanze: Sie komme sehr gut mit starker Trockenheit klar, erklärt Domroes.

Im Kreisverkehr sollen einmal Bienen summen und bunte Bumen blühen. Foto: Patric Kastner

Und der Standort des Kreisels sei trocken. Die Steinplatten hätten sowohl einen ästhetischen, als auch einen praktischen Hintergrund, da man den Kreisel begehen müsse, um Unkraut zu zupfen. Auf der oberen Fläche sei dann ein sehr mageres Substrat, eine Mischung aus sehr dünnem Schotter und Oberboden, aufgebracht worden, auf dem, wie es Hauptamtsleiter Jäger schon betont hat, eine Wildblumenmischung eingesät wurde.

„Der Hersteller gibt Vorgaben, auf welchem Boden die Wildblumenmischung am besten gedeiht”, sagt Domroes. So wie es aber im Moment aussieht, sei die Erstansaat vertrocknet, vermutet er. Wahrscheinlich wird in Richtung Spätsommer neu gesät, sodass im Frühjahr der Kreisverkehr dann ergrünt.

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