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Regierungspräsidium erklärt Verzögerung

Dreispuriger Ausbau der B36 bei Linkenheim-Hochstetten könnte 2024 beginnen

Es gibt Hoffnung für Pendler zwischen dem nördlichen Landkreis Karlsruhe und der City: Wie eine Expertin des Regierungspräsidiums Karlsruhe im Gemeinderat erklärte, ist ein Ausbau der B36 bei Linkenheim-Hochstetten ab 2024 denkbar.

Täglich rollen Zehntausende von Fahrzeugen zwischen Leopoldshafen und Hochstetten über die B36. Der dreispurige Ausbau soll Staus vorbeugen und die Sicherheit erhöhen. Foto: Alexander Werner

Bei der Planung des dreistreifigen Ausbaus der Bundesstraße 36 zwischen der Ausfahrt Leopoldshafen und der Anschlussstelle Hochstetten und Dettenheim zeichnet sich Licht am Horizont ab. Der 2021 beim Verkehrsministerium eingereichte und genehmigte Vorentwurf ist abgeschlossen und die Planfeststellung eingeleitet.

Den Beschluss erwartet die Projektleiterin im Regierungspräsidium Karlsruhe, Christina Finkbeiner, ab 2023, wie sie jetzt bei ihrem Sachstandsbericht im Linkenheim-Hochstetter Gemeinderat ausführte. Damit steht ein möglicher Baubeginn im Jahr 2024 in Aussicht.

Als das Regierungspräsidium (RP) 2017 den damaligen Planungsablauf im Gremium vorstellte, stand dafür noch eher vage bereits 2021 im Raum. Insofern stellte sich im Gemeinderat die Frage, warum das Verfahren seither so viel Zeit in Anspruch nahm. „Es dauerte relativ lange, einen Standort für die geplante Grünbrücke zu finden“, nannte Finkbeiner als ersten Grund.

Natur- und Artenschutz verzögert die Planung für B36-Ausbau

Dazu gab es einige Rückfragen aus dem Rat. Wie Landschaftspflegerin im RP Gertraud Steinbach erläuterte, sollen gemäß Waldwegeplan des Bundes Waldflächen und verschiedene Lebensräume vernetzt und ein Biotopverbund hergestellt werden.

Vorgesehen ist der Bau der Wildbrücke über die B36 zwischen Leopoldshafen und Linkenheim parallel zur in Richtung KIT Campus Nord leitenden Bahnbrücke. Gedacht ist sie für Wildkatze, Heldbock und andere Tierarten.

„Die Brücke ist völlig beruhigt und die Zäune entlang der B36 führen Tiere direkt darauf zu“, erklärte Steinbach. Eine wesentliche Rolle für den Zeitablauf spielte der Arten- und Naturschutz. „Eine Kartierung der Tierarten war nötig und eine naturschutzrechtliche Ausgleichplanung“, erklärte Finkbeiner weiter und erwähnte auch zu klärenden Fragen zu Strommastabständen. „Wir wären aber nicht so weit, wenn die Gemeinde uns nicht unterstützt hätte“, betonte sie.

Ausbau der B36 bei Linkenheim-Hochstetten soll rund 16 Millionen Euro kosten

Vorhabenträger des Projekts, das den Ausbau einer Strecke von 4,7 Kilometern umfasst, ist die Bundesrepublik. Die Kosten werden auf 16 Millionen Euro veranschlagt. In ihrem Rückblick sprach Finkbeiner das mit Verkehrsbehinderungen und Unfallgefahren verbundene hohe Verkehrsaufkommen an, das nach Prognosen bis 2035 noch um 16 Prozent zunehmen werde.

Ein vierspuriger Ausbau war nicht Teil des Bundesverkehrswegeplans und hätte zudem massive Eingriffe in die Umwelt und die Brückenbauwerke bedeutet. Bei der Untersuchung der dreispurigen Varianten im Blick auf Umwelt, Verkehr, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit schnitt eine östliche Erweiterung gegenüber der zur Vorzugvariante erkorenen westlichen Lösung deutlich schlechter ab.

Die Brückenbauwerke bleiben erhalten. Umgebaut wird die Linkenheimer Anschlussstelle an der B558. Angelegt werden auf der Strecke 20 nicht begehbare Schilderbrücken mit LED-Leuchtanzeigen. Diese zeigen mit roten Kreuzen und grünen Pfeilen die jeweilige Freigabe der dritten Spur an. Der Verkehr wird so gesteuert, dass jeweils zwei Fahrstreifen morgens in Richtung Karlsruhe und abends zum Feierabendverkehr in Richtung Norden freigegeben werden.

B36-Ausbau soll Sicherheit auf der Strecke erhöhen

Die Verkehrszählungen von 2019 ergaben im Zeitraum von 24 Stunden im vierspurigen Bereich bis zur L559 bei Leopoldshafen 47.400, nördlich der L 559 bis zur L558 bei der Abfahrt Linkenheim 31.300 und nördlich der L 558 bis zu rund 23.500 Fahrzeuge. In der Prognose für 2035 liegen die Zahlen bei 54.700, 36.700 und 26.000 Fahrzeugen in den jeweiligen Abschnitten.

Wesentliche Ziele der Erweiterung sind neben der Wildtierquerungsmöglichkeit die Verkehrsqualität zu verbessern, die Leistungsfähigkeit des Streckenabschnitts und der Knotenpunkte sowie der die Verkehrssicherheit zu erhöhen und der Unfallzahlen zu reduzieren.

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