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Auf Schimpfwörter steht Geschirrspülen

Axtwerfen ist Teil der Erlebnispädagogik im Winterdorf in Linkenheim

Seit Ende November sind schon 25 Klassen zum Winterdorf beim CVJM in Linkenheim gekommen. Betreiber ist eine Eventmanagement-Firma aus Walzbachtal.

Matthias Vogelmann wirft eine Axt auf einen Holzbock
Matthias Vogelmann zeigt, wie man zielsicher eine Axt so wirft, dass sie in der Zielscheibe steckenbleibt. Foto: Kristin Laske

Matthias Vogelmann wirft konzentriert. Die Axt dreht sich. Dann trifft sie die Holzscheibe. Eine weitere Axt folgt. „Man muss zielgenau werfen, damit sie steckenbleibt“, erklärt der Inhaber der Eventmanagement-Firma vogelmann-adventure aus Walzbachtal. Schüler hätten damit weniger Schwierigkeiten als mit dem Messerwerfen.

Beides sind Elemente, die zu Vogelmanns Winterdorf beim CVJM in Linkenheim gehören. Schulklassen können dort noch bis Ende Februar an einem erlebnispädagogischen Programm teilnehmen.

„Durch die Erlebnisse trainieren wir die Sozialkompetenzen bei den Schülern“, sagt Vogelmann. „Uns ist es wichtig, dass sie durch die Natur lernen können.“

Teamfähigkeit wird geschult

Seit Ende November kamen bereits 25 Klassen, meist von Schulen aus Karlsruhe, aber auch aus Ettlingen oder Linkenheim. Oft gehe es den Schulen nur um den Spaßfaktor, sagt Vogelmann.

Sie zögen aus dem Angebot jedoch einen feststellbaren Mehrwert, so Vogelmann. „Es werden Teamfähigkeit, Hilfestellung, Rücksichtnahme und handwerkliche Fähigkeiten geschult.“ Die Schüler würden Achtung und Wertschätzung lernen.

Dafür wird die Klasse in drei Gruppen aufgeteilt. Eine der Gruppen ist für die Holzvorbereitung, das Holzspalten und das Feuermachen mit Zündstahl zuständig.

„Die Schüler wissen, dass es gefährlich ist“, sagt Vogelmann. Sie seien daher ganz aufmerksam. Das Fachpersonal zeige ihnen, wie man stehen muss und gefahrlos Holz spaltet. Neben der Hilfestellung würden das Gefahrenbewusstsein und die Rücksichtnahme trainiert. Innere Instinkte würden aktiviert.

Bei 110 Klassen, die in den vergangenen Jahren gekommen sind, habe es etwa drei kleinere Verletzungen gegeben. Es sei aber immer Fachpersonal in unmittelbarer Nähe und habe ein Auge auf die Schüler, so Vogelmann.

Pizza über dem Lagerfeuer

Eine andere Gruppe ist als Küchenteam für das Essen zuständig. Beliebt sind Pizza, Pfannkuchen und Schokobanane. Vogelmann zeigt auf zwei Pizzaöfen. Dort können die Schüler die Pizzen über einem Lagerfeuer backen. „Man spürt richtig das Wir-Gefühl, das dabei entsteht“, sagt er.

Das Bauteam baut aus Holz und Nägeln das Winterdorf. So haben die Schulen zum Beispiel angefangen, ein Holzschiff anzufertigen. Nach etwa einer Stunde werden die Gruppen durchgewechselt. In der freien Zeit sind ein Zwei-gegen-zwei-Fußballspiel, Axt- oder Messerwerfen möglich.

„Wir sagen den Schülern: Ob ihr mit gutem Gefühl geht, liegt auch an euch. Schimpfwörter haben hier nichts verloren“, sagt Vogelmann. Schimpfwörter würden mit einem anderen Dienst wie Aufräumen oder Geschirrspülen bestraft. Die Resonanz sei bisher gut. Zehn weitere Schulen haben schon gebucht.

In der Debatte über Vogelmanns Kanubetrieb im Alten Hafen in Eggenstein-Leopoldshafen soll es zu einer Einigung kommen. Naturschützer, Ausflügler und der Betreiber der Eventlocation „Tante Polly“ hatten die Zunahme des Kanubetriebs kritisiert. Das Ziel ist eine Selbstverpflichtung.

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