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Beratung verzögert sich

Die Zukunft der „Pils Krone“ in Linkenheim ist wieder offen 

Die geplante Verpachtung des Gasthauses liegt auf Eis. Gründe sind unerwartet hoher Investitionsbedarf und die unabwägbaren Flüchtlingszahlen. 

Fragezeichen: Die geplante Verpachtung der Linkenheimer „Pilskrone“ liegt auf Eis. Gründe sind ein unerwartet hoher Investitionsbedarf und die unwägbare Flüchtlingsentwicklung. 
Das Erdgeschoss des Gebäudes sollte wieder Gastronomie beherbergen. Dann stellte sich jedoch heraus, dass es dort nicht einmal Fettabscheider gibt. Foto: Alexander Werner

Im Frühjahr schien die Zukunft des seit 2022 geschlossenen Landgasthauses „Pils Krone“ in der Karlsruher Straße 22 in Linkenheim geklärt. Während die oberen Wohnräume von der Kommune zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden, erwies sich das Erdgeschoss für diesen Zweck nur bedingt geeignet.

Grundsätzlich beschloss der Gemeinderat im März, die Wirtschaft weiter zu betreiben und im aktuellen renovierungsbedürftigen Zustand mit reduziertem Pachtzins zu vergeben. Im Mai stimmte das Gremium Details ab und einer entsprechenden Ausschreibung zu.

Dann aber ergaben sich unerwartet Komplikationen, zu denen sich Bürgermeister Michael Möslang (CDU) öffentlich bei der Einwohnerversammlung äußerte. Ein Bürger hatte nachgefragt, wie es mit der „Pils Krone“ weitergehe.

Nach dem Tod des Eigentümers im vergangenen Jahr entschied der Gemeinderat im November 2022, das Anwesen zu erwerben, was im Dezember vollzogen wurde. Möslang wies in seiner Antwort darauf hin, dass die Gemeinde Wohnraum für Flüchtlinge und zur Vermeidung von Obdachlosigkeit brauche. Im Obergeschoss könnte man rund 20 Personen unterbringen.

„Das Erdgeschoss sollte wieder einen Gastronomiebetrieb beherbergen. Leider stellte sich dann jedoch heraus, dass es dort nicht einmal Fettabscheider gibt“, erklärte er. „Unter diesen Umständen ist es nicht möglich, das Gebäude einem anderen Gastronomiebetrieb anzubieten.“ Der Gemeinderat werde entscheiden müssen, ob die Gemeinde rund 70.000 Euro in die Hand nehmen will, um eine Gastronomie ansiedeln zu können, oder ob man dort etwas anderes macht.

Genau diese Frage sollte bei der öffentlichen Haushaltsberatung an diesem Samstag diskutiert werden. Dann wurde der Punkt allerdings abgesetzt. Die Öffentlichkeitsbeauftragte Katja Beyerle erklärt diesen Schritt mit der in der Schwebe liegenden Entwicklung der Flüchtlingszahlen. Deswegen wolle man vorerst abwarten. Letztlich entscheiden werde später der Gemeinderat. Daher ist die Zukunft der „Pils Krone“ aktuell wieder offen.

Tradition bis zurück ins 16. Jahrhundert

Ein Aspekt bei der im Frühjahr beschlossenen Verpachtung war auch das angesprochene, im Ort ausbaufähige gastronomische Angebot. Mit der Kegelbahn im Lokal gebe es auch ein altersübergreifendes, attraktives Freizeitangebot mit weitem Einzugsgebiet. Mittlerweile hat außerdem das Restaurant „Goldmädchen“ den Betrieb eingestellt und die sehr beliebte Traditionswirtschaft „Zum Strauß“ wird zum Jahresende endgültig schließen.

Wie die „Pils Krone“ entsprach sie auch den Bedürfnissen nach einem noch eher dörflichen Lokal mit Stammtisch und Kneipencharakter, bei dem Gäste ohne Essenszwänge auch einfach ihr Bier trinken konnten. Der Standort der „Pils Krone“ hat eine Tradition, die bis in 16. Jahrhundert zurückreicht. 1977 ließ der Eigentümer das seines Erachtens nicht mehr sanierbare „Gasthaus zur Krone“ abreißen und 1978 neu erbauen.

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