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Spenden sind willkommen

Hilfsgüter gehen von Linkenheim-Hochstetten in die Ukraine

Der Ukrainer Alexander Viktor organisiert mit Unterstützung des Arbeitskreises Integration seit Kriegsbeginn Transporte nach Mukachevo im Westen des Landes.

Alexander Viktor übergibt Sachspenden an die Caritas Helfer zur Weiterverteilung
Mit seinem Team bringt Alexander Viktor die Spenden zur Diözese nach Mukachevo, wo sich Helfer um Binnenflüchtlinge und in Armut lebende Menschen kümmern. Foto: Alexander Viktor

Aktuell leben rund 220 Flüchtlinge aus der Ukraine in Linkenheim-Hochstetten. Der Sozialarbeiter Johannes Fromm betreut die Menschen. Dabei muss er sich viel mit bürokratischen Erfordernissen beschäftigen. „Kommen Geflüchtete an, werden sie in unserer Gemeinde registriert. Beim Landratsamt muss eine Aufenthaltserlaubnis beantragt werden. Erst wenn diese nach zwei bis vier Monaten vorliegt, kann ein Antrag beim Jobcenter gestellt werden“, erklärt Fromm.

Das Jobcenter erteilt die Berechtigung zum Sprachkurs und die Arbeitserlaubnis.

Für echte soziale Belange ist kaum Zeit.
Johannes Fromm
Sozialarbeiter

„Alles wird zentral in Berlin bearbeitet“, sagt Fromm. „Jeder neue Antrag ist ein neues Verfahren. Daten werden nicht digital übertragen. Grundsätzlich werden Bewilligungen nur für ein Jahr erteilt. Dann müssen neue Bescheinigungen vorgelegt werden. Für echte soziale Belange ist kaum Zeit.“

Viele der geflüchteten Ukrainer kennen sich aus der Heimat oder halten engen Kontakt zu ihren Landsleuten. Man hilft sich gegenseitig. „Ich habe die Ukrainer als sehr ehrgeizig kennengelernt“, so Fromm. „Manche gehen tagsüber einer Arbeit nach und belegen dann abends ihre Sprachkurse.“

Arbeitskreis Integration Linkenheim-Hochstetten hilft

Eine große Unterstützung ist der Arbeitskreis Integration Linkenheim-Hochstetten (AKI) mit seinen rund 20 Ehrenamtlichen. Gegründet wurde er Ende 2014, als die große Flüchtlingswelle auf Europa zurollte. „Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir ehrenamtlich unterstützen können“, sagt Eva Baumann-Butzer, die Vorsitzende des Arbeitskreises.

„Seit damals sammeln wir Spenden, organisieren Sprachkurse, haben eine Kleiderkammer, begleiten bei Behördengängen. Integration funktioniert nur, wenn man die Sprache kann. Deshalb sind Sprachkurse so wichtig. In der Zeit, in der die Mütter Deutsch lernen, übernehmen unsere Ehrenamtlichen die Kinderbetreuung.“

Bei einer der Spendenaktionen kam der Kontakt zu Alexander Viktor zustande. Der Ukrainer war am Tag des Kriegsbeginns geschäftlich in Deutschland: „Ich wusste nicht, ob ich zurückgehen oder bleiben sollte. Es war ein Kampf zwischen mir und dem Himmel. Was willst du, Gott? Was will ich für mich?“ Viktor beschloss, zu bleiben. Mit seinen Deutschkenntnissen könne er besser von Deutschland aus helfen, erklärt er.

Zweimal die Woche fuhr er zu Beginn mit Bekannten Sachspenden mit Kleinbussen ins Land. Es war kräftezehrend. Zurück kamen sie mit geflüchteten Frauen und Kindern. Zwischenzeitlich hat er mehr als 500 Menschen die Flucht ermöglicht. „Der Krieg bestimmt auch in Deutschland unser Leben“, sagt er.

„In Gedanken sind wir bei unseren Freunden und Eltern, die Ukrainerinnen bei ihren Männern. Jeder kennt Soldaten, auch gefallene. Jeder hat Angst. Ich könnte mir hier ein neues, schönes Leben aufbauen. Aber solange Krieg ist, muss ich helfen. Ich werde weiter Lebensmittel und Hilfsgüter in die Ukraine bringen.“

Zwischenzeitlich hat er Strukturen aufgebaut. Die Logistik funktioniert besser. Mit seinem Team bringt er die Spenden zur Diözese nach Mukachevo im Westen der Ukraine, wo sich Helfer um Binnenflüchtlinge und in Armut lebende Menschen kümmern. Weiter geht es mit der Hilfsorganisation Caritas Mukachevo zu den Notleidenden in den Kriegsgebieten, vor allem im Osten der Ukraine.

Viele alten Ukrainer müssen von 60 Euro Rente leben

Gerade jetzt im Winter sind viele Menschen in dem vom Krieg gezeichneten Land ohne Strom, Wasser und Heizung. Viele alte Menschen haben nur 60 Euro Rente zur Verfügung, obwohl die Preise ähnlich denen in Deutschland sind. Die Hilfsorganisationen, mit denen Viktor zusammenarbeitet, bezahlen den Strom, kaufen Holz für die Betroffenen.

„Menschen gewöhnen sich an vieles“, sagt Eva Baumann-Butzer. „Leider auch an Kriege in anderen Ländern. Die Bevölkerung dort braucht aber weiterhin unsere Hilfe. Deshalb unser aktueller Spendenaufruf. Mit Alexander Viktor haben wir eine Brücke in die Ukraine und können uns darauf verlassen, dass unsere Spenden auch ankommen.“

Gebraucht werden Lebensmittel, Hygieneartikel, Verbandsmaterial, Medikamente, Krücken und zusammenklappbare Rollstühle, Isomatten und Schlafsäcke. Kleidung und Schuhe sind ausreichend vorhanden.

Spenden

Sachspenden können diesen Freitag, Samstag, Montag und Dienstag von 8 bis 21 Uhr im alten Pflegeheim, Hebelstraße 15, in Hochstetten abgegeben werden. Geldspenden gehen an Friedenszeichen, Verwendungszweck „Hilfsaktion Linkenheim“, IBAN DE87 6665 0085 7153 43, BIC PZHSDE66XXX.

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