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Bei Wind und Wetter im Einsatz

Im Vogelpark Linkenheim sind Helfer stets willkommen – und werden gebraucht

Renate und Wendelin Lehr kümmern sich jeden Tag um die Tiere im Vogelpark Linkenheim. Ein Nachfolger für diese Arbeiten ist jedoch derzeit nicht in Sicht.

Margot Erb (links) und Renate Lehr (rechts) füttern die Ziegen.
Margot Erb (links) und Renate Lehr füttern die Ziegen. Der Vogelpark beherbergt aktuell 70 Vögel, fünf Kamerunschafe und sieben Zwergziegen. Foto: Kristin Laske

Liebevoll begrüßt Renate Lehr die Papageien. Die Schriftführerin der Natur- und Vogelfreunde Linkenheim-Hochstetten schenkt den Bewohnern des Vogelparks in Linkenheim viel Aufmerksamkeit. Zwischen ihr und den Tieren herrscht Vertrauen.

Kein Wunder: Tag für Tag sind sie und ihr Mann Wendelin Lehr, der Vorsitzende des Vereins, bei Wind und Wetter im Vogelpark. Werktags, am Wochenende oder an Feiertagen – das Ehepaar ist immer von 9 bis 13 Uhr vor Ort und kümmert sich um die Tiere.

Wir können nicht mehr in den Urlaub fahren. Das ist uns aber auch nicht mehr so wichtig.
Renate Lehr
Schriftführerin der Natur- und Vogelfreunde Linkenheim-Hochstetten

„Es ist eine große Aufgabe, die wir gerne angenommen haben“, sagt Renate Lehr. „Wir können nicht mehr in den Urlaub fahren. Das ist uns aber auch nicht mehr so wichtig.“

Lehr war schon früher regelmäßig im Vogelpark Linkenheim

Beide sind inzwischen Rentner. Als sie noch berufstätig waren, hat Renate Lehr als Lehrerin an einer Grundschule gearbeitet, Wendelin Lehr unterrichtete am Gymnasium. Regelmäßig seien sie mit ihren eigenen Kindern, später auch mit den Enkelkindern, durch den Vogelpark spaziert und hätten viele schöne Momente dort verbracht, so Renate Lehr.

Wir wollten dem Vogelpark etwas zurückgeben.
Renate Lehr
Schriftführerin der Natur- und Vogelfreunde

Als sie dann im Frühjahr 2018 gelesen hätten, dass der Vogelpark von der Schließung bedroht ist, habe für sie festgestanden: Sie müssen etwas tun. „Wir wollten dem Vogelpark etwas zurückgeben“, sagt sie. Für sie sei klar gewesen, dass sie sich ehrenamtlich engagieren wollen.

Um ihr Amt übernehmen zu können, hätten sie jedoch einige Anforderungen erfüllen müssen. Zum Beispiel war es notwendig, einen Sachkundenachweis des Bundesverbands für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz (BNA) zu erbringen. „Es ist wichtig, Sachkunde über die Tiere zu haben“, betont Lehr. Sie bräuchten zum Beispiel fundiertes Wissen über die Ernährung oder die Haltung von Papageien.

Fünf Ehrenamtliche leisten Unterstützung im Vogelpark Linkenheim

Der Vogelpark beherbergt aktuell 70 Vögel, fünf Kamerunschafe und sieben Zwergziegen, die sie versorgen müssen. Neben dem Füttern gehört auch das Reinigen der Gehege dazu. Die Sanierung der Volieren sei dringend notwendig.

Genügend Helfer zu finden ist laut Renate Lehr jedoch eine große Herausforderung. Die Aussicht auf Nachfolger, die ihre Verantwortung übernehmen wollen, sei düster. Aktuell unterstützen sie fünf Ehrenamtliche. Zudem gibt es eine Festangestellte, eine Helferin, die nur an ein paar Tagen da ist, sowie Jobber.

Die Mitarbeiter haben die Zuständigkeiten unter sich aufgeteilt. Wendelin Lehr ist zum Beispiel für die Flamingos verantwortlich. Jeden Tag wechselt er das Wasser in ihrem Teich. Margot Erb füttert die Ziegen und macht bei ihnen sauber.

Papagei mit Nebenhöhleninfekt und regelmäßig Reparaturarbeiten

Renate Lehr muss an diesem Tag noch mit einem Papagei zum Tierarzt. Eine der Amazonen hat einen Nebenhöhleninfekt. Immer wieder fallen Reparaturarbeiten an. Das seien Tätigkeiten, bei denen Freiwillige jederzeit helfen könnten, meint Lehr. Dafür könnten sie einfach vorbei kommen. Um die Tiere selbst dürften sie sich allerdings nicht sofort kümmern. „Ohne Sachkenntnisse des Verhaltens der Vögel darf man ihnen nicht zu nahe kommen.“

Bei Fremden seien sie unsicher und würden zu Aggressivität neigen. „Selbst wir müssen Vorsichtsmaßnahmen einhalten“, erzählt Lehr. Sei man aber täglich da, würden sie Vertrauen fassen.

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