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Strobl besichtigt Atemschutzanlage

Innenminister spricht sich in Linkenheim-Hochstetten für interkommunale Zusammenarbeit der Feuerwehren aus

Einblicke und Ausblicke rund ums Feuerwehrwesen bot ein Besuch von Innenminister Thomas Strobl (vorne) bei der FF Linkenheim-Hochstetten Foto: Klaus Müller

Außer Frage steht es für den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl, dass die interkommunale Zusammenarbeit unter den Freiwilligen Feuerwehren künftig eine immer größere Rolle spielen könnte. Betonung auf könnte. Von oben anordnen ließe sich das nicht, schob der CDU-Mann sofort nach. Dennoch: Es gehe längst nicht mehr darum, einfach nur zu sagen, „das ist mein Feuer, das ist dein Feuer“.

Das Thema (interkommunale) Zusammenarbeit, verbunden mit Möglichkeiten der gemeinsamen Beschaffung von teurer Feuerwehrausrüstung, kam beim Besuch des Landespolitikers bei der Freiwilligen Feuerwehr Linkenheim-Hochstetten aufs Tableau. Initiator der ministeriellen Stippvisite war Ansgar Mayr, Landtagskandidat für die Christdemokraten im Wahlkreis Bretten.

Eigentlich, so Mayr, sei ein größeres Treffen vorgesehen gewesen. Coronabedingt musste der Termin dann auf „kleiner Flamme“ abgehalten werden. Neben der Besichtigung des Feuerwehrhauses – von dem sich der oberste Dienstherr der Freiwilligen Feuerwehren in Baden-Württemberg „sehr beeindruckt“ zeigte – stand auf dem Programm die Besichtigung der Atemschutzübungsanlage des Landkreises Karlsruhe. Sie befindet sich auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Linkenheim-Hochstetten.

Atemschutzübungsanlage steht für Zusammenarbeit

Die Anlage, die im Jahr laut Kreisbrandmeister Jürgen Bordt landkreisweit von rund 1.500 Atemschutzträgern zu Übungszwecken genutzt wird, steht im Grunde auch für eine Zusammenarbeit unter den Wehren. Darüber, dass Übungsmöglichkeiten und Übungskapazitäten für die Aufgabenbewältigung in der Praxis von entscheidender Bedeutung sind, herrschte Einigkeit unter den Veranstaltungsteilnehmern. In diesem Zusammenhang sprach Bordt den Ausbau der Landesfeuerwehrschule Bruchsal an. „Wir brauchen einen Kapazitätenausbau von gut 25 Prozent.“

Zur Erinnerung: Jährlich werden in der Landesfeuerwehrschule etwa 6.500 Feuerwehrangehörige aus Baden-Württemberg ausgebildet. Von den 112.000 Feuerwehrangehörigen im Land sind nach Strobls Auskunft 110.000 ehrenamtlich tätig. Der Ausbau sei beschlossene Sache und werde so schnell wie möglich umgesetzt, versprach der Innenminister. Gleichzeitig werde daran gearbeitet, die vorhandenen Kapazitäten auszubauen.

Neben der absolut wichtigen Ausbildung der Feuerwehrangehörigen gibt es auf der Agenda der Blaulichttruppe einen weiteren wichtigen Aspekt: Die Beschaffung feuerwehrtechnischer Geräte – vom Wasserschlauch bis zum Einsatzfahrzeug. Und da geht es um eine Menge Geld.

Gemeinsame Geräte zur Kostenreduzierung?

Gemeinsame Beschaffungen, kurzum, den Kauf von Gerätschaften über Gemeindegrenzen hinweg zu bündeln, wäre vielleicht ein Weg, die Kostenspirale etwas einzubremsen. Ein Gedanke, mit dem sich Strobl durchaus anfreunden kann. Ob jeder wirklich sein eigenes Leiterle brauche, fragte der Minister, zugegebenermaßen sehr vereinfacht, gleichwohl pointiert, in die Runde.

Die Einschränkung folgte prompt: Die Ausrüstung der örtlichen Feuerwehr sei eine kommunale Angelegenheit. Er könne nur für eine Verstärkung der interkommunalen Zusammenarbeit, zum Beispiel für gemeinsame Beschaffungen, werben – in dem Wissen, dass dabei „dicke Bretter gebohrt werden müssen“.

Dass das mit gemeinsamen Beschaffungen funktionieren kann, verdeutlichten Bürgermeister Michael Möslang und Feuerwehrkommandant Markus Wagner am Beispiel Linkenheim-Hochstetten, an der Beschaffung von Feuerwehr-Einsatzbooten. Vorgesehen ist eine gemeinsame Ausschreibung mit Rheinanlieger-Gemeinden für solche Boote. Zudem funktioniere auch die Überlandhilfe mit den Nachbargemeinden gut – und das seit Jahren.

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