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Einbruchszahlen steigen

Polizei gibt in Linkenheim-Hochstetten Tipps: So schützen Menschen ihr Haus vor Einbrechern

Die Einbruchszahlen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe steigen. Deshalb ist ein guter Schutz vor Eindringlingen wichtig. Die BNN erklären, wie es geht – und was vermieden werden sollte.

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein fiktiver Einbrecher blickt am 23.07.2015 an einem Haus in Göppingen (Baden-Württemberg) durch eine eingeschlagene Fensterscheibe (gestellte Szene). Auch in Rheionland-Pfalz stellt die Einbruchskriminalität die Ermittler vor immer neue Herausforderungen. Foto: Daniel Maurer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die meisten Täter gelangen über Terrassentüren oder Fenster im Erdgeschoss in Häuser und Wohnungen. Foto: Daniel Maurer picture alliance / Daniel Maurer/dpa

Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Stadt- und Landkreis Karlsruhe ist nach Polizeiangaben gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent gestiegen.

Ein offensichtlicher Grund: viele Menschen arbeiten wieder weniger im Homeoffice und sind deshalb seltener zu Hause. In einigen Fällen sind die Wohnungen und Häuser schlecht vor Einbrechern geschützt.

Wie es besser geht, darüber informierte die Polizei am Mittwoch an ihrem Infostand auf dem Linkenheimer Rathausplatz. Wir haben die wichtigsten Tipps zusammengefasst und beantworten Fragen rund um den Einbruchschutz.

Wie gehen die Einbrecher vor?

Laut Michael Ottwaska von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle sind die meisten Täter Gelegenheitseinbrecher. Das heißt: Sie suchen nach unbeleuchteten Häusern ohne Bewegungsmelder und Alarmanlage. Beim Einbruch werden meist Terrassentüren oder Fenster aufgehebelt. In der Regel entwenden die Einbrecher vor allem Schmuck und Bargeld. Das Gold wird eingeschmolzen und in neue Schmuckstücke gegossen.

Zu welchen Zeiten wird besonders häufig eingebrochen?

In der dunklen Jahreszeit vor allem am Nachmittag und frühen Abend. Nach Aussage von Jannis Bodle, Mitarbeiter des Landeskriminalamtes, finden die meisten Einbrüche zwischen 15 und 18 Uhr statt. Dann sei es bereits dunkel oder dämmrig, die meisten Bewohner seien aber noch unterwegs – bei der Arbeit, beim Einkaufen oder beim Sport.

Welche Gebäude nehmen die Einbrecher ins Visier?

Der Klassiker sind freistehende Häuser am Ortsrand. Dort brechen die Täter vor allem über die Terrasse oder Fenster im Erdgeschoss ein. Ein beliebtes Ziel sind laut Ottwaska auch Mehrfamilienhäuser. Nach seiner Erfahrung geben sich Einbrecher an der Klingelanlage oft als Paketboten aus. So gelangen sie in die obersten, am wenigsten frequentierten Stockwerke, wo sie über die Tür in die Wohnung eindringen.

Welche Fehler sollten Bewohner vermeiden?

Gekippte Fenster sind eine Einladung für Einbrecher. Auch über einen längeren Zeitraum heruntergelassene Rollläden, etwa bei Urlaubern, sind keine gute Idee. Stattdessen empfehlen die Beamten, im Baumarkt LED-Leuchten mit Zeitschaltuhr zu kaufen. Wer am Nachmittag und Abend mehrere Zimmer länger und abwechselnd beleuchtet, schreckt potenzielle Einbrecher ab.

Wie kann man Fenster und Türen sichern?

Die Experten der Polizei raten zur sogenannten Pilzkopfverriegelung von Fenstern im Erdgeschoss. Kostenpunkt: 300 bis 500 Euro pro Fenster. Sie verhindern das Aufhebeln, etwa mit einem Schraubenzieher. Zudem empfiehlt sich ein abschließbarer Griff. Türen sollten eine Mehrfachverriegelung haben.

Was bringt eine Alarmanlage?

Sehr viel – wenn sie funktioniert. Bodle rät von günstigen Geräten aus dem Baumarkt ab. Sie seien oft unzuverlässig. Für den Kauf einer guten Alarmanlage muss man laut Ottwaska mit „mindestens 3.000 Euro“ rechnen. Auch ein Bewegungsmelder oder ein aufmerksamer Hund können Einbrecher vertreiben.

Wie sollte man Wertsachen im Haus schützen?

Die Polizei rät zu einem versteckten Tresor, der mit mindestens vier bis sechs Bolzen im Mauerwerk befestigt ist. Idealerweise sollte er im Boden oder in der Wand eingemauert werden.

Wie hoch ist die Aufklärungsrate?

Nach Polizeiangaben liegt sie gerade einmal bei rund 25 Prozent. Das Problem: In den meisten Fällen werden die Täter nicht auf frischer Tat ertappt. Weil die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland verboten ist, führen oft auch DNA-Spuren oder Fingerabdrücke nicht zum Einbrecher.

Wo erhalten Bürger Hilfe?

Bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle können Bewohner unter Telefon (07 21) 6 66 12 34 Termine zur kostenlosen Vor-Ort-Beratung vereinbaren. Weitere Informationen gibt es im Internet.

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