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Feiern nur im engsten Kreis

Was ist angesagt? Bürgermeister zeigen ihre Christbäume vor

Kein Stress: Seit seinem Ruhestand kann Pfinztals Altbürgermeister es auch beim Christbaumschmücken ruhiger angehen. Foto: Nico Fischer

Lange mussten sie in ihren Netzen auf den Balkonen, Terrassen oder auch noch bei den Händlern für den Last-Minute-Kauf warten und ausharren: Die Rede ist von den Christbäumen.

Doch in den vergangenen Tagen hat man schon hier und da das eine oder andere Exemplar hinter den Fensterscheiben verheißungsvoll leuchten sehen. Spätestens an Weihnachten aber dürfen sich die Bäume, geschmückt und ausstaffiert, von ihrer schönsten Seite präsentieren.

Wie sehen die Christbäume eigentlich bei Bürgermeistern und ihren Vorgängern in der Region aus? Welche Farben haben die Kugeln? Mit was wurde der Baum außer Kugeln noch geschmückt? Sind Echtkerzen oder Lichterketten als Beleuchtung im Einsatz?

Wir haben bei Rathauschefs und solchen im Ruhestand nachgefragt: Bürgermeister Michael Möslang aus Linkenheim-Hochstetten, sein Kollege Christian Eheim aus Graben-Neudorf sowie Pfinztals langjähriger Bürgermeister Heinz E. Roser gewähren exklusiv für die Badischen Neuesten Nachrichten einen Einblick in ihre weihnachtliche Wohnstube samt geschmückten Christbaum.

Bei Familie Möslang wird der Baum traditionell von der ganzen Familie geschmückt, und zwar meist am dritten Advent. Mit dabei ist auf jeden Fall auch die dreijährige Tochter Hanna, die sich das Highlight nicht entgehen lässt: Auf dem Arm ihres Vaters hängt sie vorsichtig und konzentriert eine Kugel in Form eines Tannenzapfens an den Baum.

Unzerbrechlicher Schmuck und künstliche Lichter: Linkenheim-Hochstettens Bürgermeister Michael Möslang denkt an seine dreijährige Tochter Hanna. Foto: Nico Fischer

Da sie sehr aktiv sei und auch in Hinsicht auf das gemeinsame Schmücken kommen auf den Baum nur unzerbrechlicher Schmuck und künstliche Lichter, wie Michael Möslang verrät. In diesem Jahr wurde der Baum in den Farben Rot und Gold geschmückt. Gefeiert wird dann wegen der aktuellen Corona-Regelungen im kleinsten Kreis, wobei Möslang hier schon einen Blick in die Kochtöpfe gewährt: Wild, Rotkohl und Serviettenknödel werden auf den Tisch kommen, wie das Gemeindeoberhaupt erzählt.

Rote und goldene Kugeln

In Graben-Neudorf hat Bürgermeister Christian Eheim ebenfalls schon den Baum geschmückt, ebenfalls am vergangenen Samstag. Zufrieden hat der Bürgermeister diesen gekauft und geschultert. Eine Lichterkette kam drauf. Und nicht unähnlich wie beim Kollegen Möslang zieren rote und goldene Kugeln den Baum im Hause Eheim.

Vorher: Christain Eheim beim Baumkauf... Foto: Nico Fischer

Und auch der dritte im Bunde bleibt bei der Auswahl der Kugeln sehr klassisch und schließt sich gewissermaßen den beiden aktiven Rathauschefs an: Rote und goldene Kugeln hängen nämlich auch am Christbaum von Heinz E. Roser, der bis 2012 zwei Amtszeiten Bürgermeister der Gemeinde Pfinztal war. Daneben wird der Baum auch von roten und goldenen Schmuckketten geziert.

Meine Frau hat die absolute Kompetenz beim Schmücken.
Heinz E. Roser, Ex-Bürgermeister von Pfinztal

Dabei war zum ersten Mal in diesem Jahr nicht sicher, ob es im Hause Roser einen Baum zum Fest geben wird. Denn: Corona und die Folgen durchkreuzen die traditionellen Feierlichkeiten mit den drei Kindern des Paares, deren Partnern und den acht Enkelkindern. Aber: „Da wir so viele schöne Erinnerungen mit dem Tannenbaum verbinden, haben wir uns entschlossen, auch 2020 einen Baum aufzustellen.“

Seit Rosers Ruhestand macht sich das Ehepaar gemeinsam an die Arbeit, wobei Roser unumwunden zugibt: „Meine Frau hat die absolute Kompetenz beim Schmücken.“ Und er fügt mit Blick auf seine aktive Zeit als Bürgermeister an; „Da war das alles ziemlich stressig: Ich kaufte den Baum – natürlich auf die letzte Minute am Heiligen Abend.“

Hoffen auf Normalität

Roser richtet aber auch seinen Blick weiter und damit auf das Jahr 2020 und seine Folgen: „Ich hoffe sehr dass dieses Leben mit Abstand bald der Vergangenheit angehört, denn gerade mitmenschliche Nähe, Wärme, Mitgefühl machen das Leben wertvoll und damit sinnvoll. Physische Nähe ist hierfür zwar nicht Voraussetzung, aber vertieft diese Werte.“

Und er führt die Folgen für die ärmeren Regionen an: Vieles, was man hier in den vergangenen 25 Jahren erreicht hat, werde wieder zunichte gemacht: „Nach Aussage des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Gerd Müller, werden an den Folgen des Lockdowns weit mehr Menschen sterben als am Virus.“

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