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Stichprobe im Karlsruher Norden

Maskenpflicht in Bahnen und an Haltestellen sorgt noch immer für Ärger

Nicht jeder trägt schon an der Bushaltestelle oder am Bahnsteig einen medizinischen Mund-und-Nase-Schutz. In Eggenstein-Leopoldshafen und Linkenheim-Hochstetten zeigen nicht alle Fahrgäste Verständnis für die Regeln.

Maskenpflicht: Im Bahnen und Bussen wie hier am Bahnhof Bruchsal muss man nun eine FFP2-Maske oder eine OP-Maske tragen. Die Nachfrage in Drogerien und Apotheken steigt seit Tagen. Foto: Martin Heintzen

Bunte, selbstgenähte Masken in allen Mustern und Farben schmücken nicht mehr die Gesichter der Menschen in Bus und Bahn.

Stattdessen sind es meist OP-Masken oder FFP2-Masken. Ein medizinischer Mund- und Nasenschutz ist seit 25. Januar Pflicht im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Sicherheit und Gesundheitsschutz gehen vor Vielfalt bei der Mund-Nasen-Schutz-Bedeckung. Nachdem die Bürger bei Verstößen gegen die erweiterte Maskenpflicht in der ersten Woche noch nicht zur Kasse gebeten wurde, wird ein Verstoß mittlerweile mit einem Bußgeld von bis zu 250 Euro geahndet.

KVV und Ordnungsamt kontrollieren

„Die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen wird von unseren Fahrausweisprüfern kontrolliert“, erklärt Nicolas Lutterbach, der Pressesprecher der Karlsruher Verkehrsbetriebe (KVV). „Die Polizei und die kommunalen Ordnungsbehörden haben natürlich weiterhin die Möglichkeit eigenständig die Maskenpflicht gemäß der Corona-Landesverordnung zu kontrollieren.“

Schaut man sich an den Haltestellen um, blickt man in meist unbedeckte Gesichter, kann Lachen deutlich erkennen und die Brillen sind auch noch nicht beschlagen. Es macht den Eindruck, als wüsste ein großer Teil der Bevölkerung nicht, dass die erweiterte Maskenpflicht bereits an den Bushaltestellen und an Bahnsteigen gilt.

„Das ist mir neu“, sagt eine junge Frau an der Grenzstraße in Linkenheim-Hochstetten, als sie darauf angesprochen wird. „Ich setze meine Maske selbstverständlich in der Straßenbahn auf, aber dass ich sie auch an der Haltestelle aufziehen muss, wusste ich nicht.“

Kontrolliert worden sei sie noch nicht, auch eine Kontrolle habe sie noch nicht beobachtet, auch deshalb habe sie ihr Fehlverhalten noch nicht bemerkt. „Ich sehe selten Menschen, die im Haltestellen-Bereich ihre Maske tragen.“

An Haltestellen gibt es oft Verstöße

Von ähnlichen Erfahrungen berichtet auch Aida Gröger, die in Eggenstein-Leopoldshafen in die S1 in Richtung Bad Herrenalb einsteigt. “Viele Menschen steigen aus dem Bus aus, ziehen aus Reflex ihre Maske herunter und warten so dann auf die Bahn”, hat Gröger beobachtet „Erst wenn sie in die Bahn steigen, setzen sie ihre Maske auf.”

Eine positive Veränderung sieht die Schülerin durch die Verschärfung der Maskenpflicht trotzdem, denn die Menschen achten mehr auf die korrekte Einhaltung der Maskenpflicht. „Ich beobachte es immer wieder, dass Menschen in der Straßenbahn die Maskenmuffel ansprechen und um das korrekte Tragen der Maske bitten”, so Gröger.

Erfolgreich sei das nicht immer und ende oft auch in lautstarken Diskussionen über den Sinn von Corona-Maßnahmen. “Alles in allem fühle ich mich durch die Maskenpflicht in Bus und Bahn sicherer und hab ein besseres Gefühl, wenn ich die Straßenbahn betrete”, sagt Aida Gröger.

“Sicherer fühle ich mich definitiv, vor allem weil ich jeden Tag mit der Bahn zur Arbeit fahre. Aber angenehm zu tragen sind FFP2-Masken keinesfalls”, meint Berufspendler Daniel Burger. Das sichere Gefühl komme aber vor allem auch durch den Abstand in der Straßenbahn, den man aktuell halten kann.

„Aktuell sind die Bahnen relativ leer, da muss niemand dicht gedrängt stehen”, so Burger. Wesentlich problematischer sieht er die Frage nach den Kosten, denn so nehme man armen Menschen die Möglichkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren: „Ich fahre fast täglich mit der Straßenbahn und muss mir daher relativ viele teure Masken kaufen, für finanziell schwächere Menschen ist das kaum zu leisten.”

Geringe Auslastung in Bahnen

„Schützen die Masken überhaupt wie versprochen? Ist es nicht sinnvoller Abstand zu halten?”, fragt ein Fahrgast aus Leopoldshafen, der seinen Namen nicht nennen will. „In der Straßenbahn kann man derzeit so viel Abstand halten, deshalb halte ich das Tragen einer FFP2-Maske für ätzend und sinnlos.”.

Der KVV teilt auf BNN-Anfrage mit, mehr als 95 Prozent der Fahrgäste seien sehr vorbildlich und trügen eine medizinische Maske. “Wir haben keine Veränderung gegenüber dem Tragen der Alltagsmaske feststellen können, denn auch hier war die Quote gleich”, sagt Nicolas Lutterbach.

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