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Jährlich über 9.000 Tote in Deutschland

Sozialarbeiter sind Ansprechpartner in den Gemeinden

Der Suizid-Präventionstag am 10. September will auf das unsichtbare Problem hinweisen. Viele Projekte beschränken sich auf größere Städte. Wie sieht das Hilfsangebot im nördlichen Landkreis aus?

Frau bedeckt das Gesicht mit den Händen, sitzt am Tisch mit Tabletten und einem Wasserglas
Wenn die Verzweiflung zu groß ist, scheint Suizid ein Ausweg zu sein. Dagegen will der internationale Präventionstag angehen. Foto: Susanne Dürr

Jedes Jahr nehmen sich in Deutschland rund 9.000 Menschen selbst das Leben. Das sind mehr Menschen, als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten oder illegale Drogen aus dem Leben gerissen werden, heißt es auf der Website des Nationalen Suizidpräventionsprogramms.

Um die Öffentlichkeit auf die weitgehend unsichtbare Problematik der Suizidalität aufmerksam zu machen, wurde der 10. September als Welttag der Suizidprävention erstmals 2003 von der International Association for Suicide Prevention (IASP) und der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufen.

Wir fragten bei den Kommunen im nördlichen Landkreis nach, welche Hilfsangebote es für Menschen gibt, die nicht mehr weiterwissen und mit dem Gedanken spielen, sich das Leben zu nehmen.

Viele Gemeinden haben keine eigenen Angebote

In der Gemeinde Pfinztal ist die Sozialarbeiterin Lore Mischo die zuständige Person für suizidgefährdete Menschen, erklärt Pressesprecherin Elke Fleig. „Sobald sie kontaktiert wird, wird sie auch präventiv unterstützend tätig und vermittelt den Personen entsprechende Hilfsangebote“, so Fleig. Lore Mischo ist erreichbar unter der Telefonnummer (0 72 40) 6 21 29, montags von 15 bis 18 Uhr sowie mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr.

In Linkenheim-Hochstetten gibt es kein spezielles Angebot für Menschen mit Selbsttötungsabsichten, so Michaela Eisen und verweist als erste Anlaufstelle für Betroffene auf den Gemeindesozialarbeiter Johannes Fromm, der telefonisch unter der Nummer (0 72 47) 8 02 37 zu den Öffnungszeiten erreichbar ist.

„Die Kreisumlage kleiner Kommunen dient auch dazu, die entsprechenden Hilfsbereiche des Landkreises mitzufinanzieren“, erklärt der Hauptamtsleiter der Gemeinde Dettenheim, Swen Goldberg, und ergänzt: „Im Amtsblatt der Gemeinde wird regelmäßig auf den Arbeitskreis Leben Karlsruhe in der Pulitzerstraße 16 in Karlsruhe hingewiesen.“ Dieser Ansprechpartner für Suizidgefährdete und deren Angehörige ist unter Telefon (07 21) 81 14 24 erreichbar.

Die Stadt Stutensee verfügt über kein eigenes Hilfsangebot, das sich speziell an lebensmüde Menschen richtet, erklärt Ayse Gün von der Stadtverwaltung und macht als allgemeinen Ansprechpartner in allen sozialen Fragen bei Problemen für Familien, Einzelpersonen und Gruppen auf den Sozialen Dienst der Stadt Stutensee aufmerksam. Dieser ist telefonisch zu erreichen unter den Nummern (0 72 44) 96 92 73 oder (0 72 44) 96 92 72 sowie per E-Mail an sozialerdienst@stutensee.de.

Im Falle einer Anfrage eines Hilfesuchenden ist in der Gemeinde Walzbachtal die Sozialarbeiterin Nadine Wipfler unter Telefon (0 72 03) 8 82 13 die erste Ansprechpartnerin zur Kontaktherstellung mit etablierten Diensten im Landkreis Karlsruhe, erklärt Hauptamtsleiter Florian Apelt, der zudem die rund um die Uhr besetzten kostenfreien Nummern der Telefonseelsorge (08 00) 1 11 01 11 und (08 00) 1 11 02 22 nennt.

Im Amtsblatt der Gemeinde Weingarten findet sich unter der Rubrik Soziale Dienste die „Offene Sprechstunde der Psychologischen Beratungsstelle“ mit der Telefonnummer (07 21) 5 58 27 47. Diese findet jeweils am vierten Dienstag eines Monats zwischen 15 und 17 Uhr im Familienzentrum Allerdings in der Bahnhofstraße 3 statt.

Schulsozialarbeiter verfügen über Netzwerke

Ferner verfügen die Schulen in den Gemeinden über gut vernetzte Schulsozialarbeiter, die Kontakte an spezielle Hilfseinrichtungen insbesondere für Schülerinnen und Schüler herstellen können.

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