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Aufgaben kommen per USB-Stick

Abi-Prüfungen starten unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

Erstmals kommen die Prüfungen verschlüsselt auf einem USB-Stick. Das soll verhindern, dass nach einer Panne ganze Bundesländer die Aufgaben tauschen müssen – wie zuletzt 2018. Die Schulleiter treibt indes ein ganz anderes Thema um.

IMAGE-286049 Foto: N/A
An diesem Dienstag beginnen in ganz Baden-Württemberg die Prüfungen an den Gymnasien und Realschulen. Erstmals kommen diese verschlüsselt auf einem USB-Stick. Das soll verhindern, dass ganze Bundesländer Aufgaben tauschen müssen, wenn – wie zuletzt in Niedersachsen und Stuttgart – Prüfungen geklaut werden. Die Schulleiter treibt hingegen ein ganz anderes Thema um.

Mit Deutsch geht es los, am Freitag folgt Mathematik. Gymnasiasten mussten sich in diesem Jahr auf Goethes „Faust“, Hesses „Steppenwolf“ und E. T. A. Hoffmanns „Der goldne Topf“ vorbereiten. Beim Werkvergleich wird es zum ersten Mal einen zusätzlichen Text geben, der den Schülern vorher nicht bekannt war.

Aufgaben kommen per USB-Stick

Ebenfalls neu ist, dass die Aufgaben für Fächer mit einem bundesweit einheitlichen Anteil, also Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch, per USB-Stick ausgeliefert werden . Dieser kann nur mit einem zweiteiligen Passwort gelesen werden. Der erste Teil wurde bereits analog in einem versiegelten Umschlag geliefert, der zweite Teil kommt am Dienstagmorgen per E-Mail.

Angst, dass etwas schief läuft

Früher lagerten auch die Prüfungen mit zentralem Anteil fertig ausgedruckt im Tresor. Jetzt müssen die Schulen diese selbst ausdrucken. Das Ludwig-Marum-Gymnasium (LMG) in Pfinztal bei Karlsruhe etwa hat vorgesorgt und ließ seine fünf Drucker extra vorher warten. Am Thomas-Mann Gymnasium (TMG) in Stutensee stehen für alle Fälle vier Drucker bereit. „Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn alle Drucker gleichzeitig ausfallen“, sagt TMG-Schulleiterin Silvia Anzt. Eine gewisse „Unruhe“ verspüre sie aber dennoch:

Seit wir zentrale Anteile in den Prüfungen haben, ist immer irgendetwas schief gegangen.

Diebe brechen Safe mit Prüfungen auf

Für die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen habe die Schulleiterin zwar Verständnis. Im vergangenen Jahr waren Diebe in ein niedersächsisches Gymnasium eingebrochen. In einer Blitzaktion mussten mehrere Bundesländer ihre Matheaufgaben austauschen.

Abiturprüfung in einem Gymnasium in Rostock. Foto: Bernd Wüstneck

2017 kam es zu einem ähnlichen Vorfall in einem Stuttgarter Gymnasium: Der Tresor wurde aufgeflext, die Umschläge mit den Aufgaben geöffnet. In der Folge mussten in Baden-Württemberg rund 380 Gymnasien die Mathe- und Englisch-Aufgaben tauschen. Die neuen, mehrstufigen Sicherheitsmaßnahmen sollen nun verhindern, dass sich dergleichen wiederholt. Die Möglichkeiten durch neue technische Hilfsmittel individuell zu betrügen, seien aber Schulleiterin Anzt zufolge aber ohnehin höher:

Natürlich sind Smartwatches verboten, aber wie soll ich kontrollieren, was die Schüler auf der Toilette machen? Wir können ihnen ja nicht in die Hosentaschen schauen

Weniger Abiturienten

Insgesamt machen in der Region zwischen Karlsruhe und Bruchsal 2019 weniger Schüler Abitur als noch im Vorjahr. 2016 gab es etwa in Stutensee an TMG noch 91 Abiturienten, 2019 sind es nur noch 60. Am LMG in Pfinztal sind es aktuell 77. „Das ist das normale Auf und Ab“, erklärt Silvia Anzt vom TMG. Im nächsten Jahr rechnet sie allerdings wieder mit rund 80 Abiturienten. Auch der stellvertretende Schulleiter des LMG, Bernhard Maier, hält die Entwicklung nicht für dramatisch: „Wenn ich mir die Klassen 10 und 11 anschaue, wird sich das wieder stabilisieren.“

som
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