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Platzgestaltung mit Bürgerbeteiligung

Anwohner in Blankenloch wehren sich gegen Beseitigung von sechs Lindenbäumen

Zwei von sechs etwa 40 Jahre alten Linden am alten Parkplatz bei der Festhalle in Blankenloch werden umgepflanzt, vier kommen weg. Anwohner wollen die Bäume erhalten und machen einen Vorschlag.

Disput um Lindenbäume: Anwohner der Badstraße in Blankenloch (Franz Raupp-Lehner und Werner Enderle, von links) wollen die sechs Bäume erhalten. Nach der Planung ist das nicht möglich. Foto: Dietrich Hendel

Die ziemlich dichte „grüne Wand“ am Rand des (alten) Parkplatzes der Festhalle in Blankenloch besteht aus mehreren Bäumen und groß gewachsenen Büschen. Doch jetzt soll sie entfernt werden: Die sechs etwa 40 Jahre alten Linden darin sind Anlass eines Protests von Anwohnern. Dem Planentwurf für das künftige Quartier „Wohnpark Mittendrin“ stehen diese Bäume im Weg. Der Gemeinderat Stutensee hat (wie berichtet) entschieden, dass zwei der sechs Exemplare versetzt werden sollen. Vier werden gefällt. Die Stämme sollen verkauft werden, deren Erlös soll zusammen mit dem für die Verpflanzung der weiteren vier Linden eingeplanten, aber ersparten Gelds für neue Bäume verwendet werden.

Die Entscheidung des Gemeinderats gefällt den Anwohnern nicht.
Franz Raupp-Lehner / Sprecher der Anwohner

Eine Initiative von Anwohnern an der Badstraße wehrt sich dagegen, dass gerade diese Bäume weg sollen. Ihre Eingabe an die Stadtverwaltung wird laut der Anwohner-Sprecher von zwischenzeitlich mehr als 800 Unterschriften unterstützt. Die Initiative kritisiert zudem, dass in dem Areal etwa 40 Bäume entfernt werden sollen, einige schon gefällt wurden, die als ältere Exemplare eine Menge Kohlendioxid binden, mehr als jüngere Bäume.

OB Becker will Verlust ökologisch ausgleichen

„Die Entscheidung des Gemeinderats gefällt den Anwohnern nicht“, sagt Franz Raupp-Lehner. „Wir halten es nicht für erforderlich, gesunde, schöne und das Stadtbild prägende Bäume abzuholzen“, fügt Werner Enderle hinzu. Vom Verpflanzen halten beide nichts, das Risiko sei enorm, der Pflegeaufwand riesig. Und wenn weiter so, wie bisher im neuen Quartier, Bäume entfernt würden, gehe viel Lebensraum für Vögel verloren. Stieglitze, die in Kugelahornbäumen am alten Stutenseebad nisteten, seien verschwunden. „Die aktuelle Planung für das neue Quartier ist nicht bürgernah“, beklagen die Anwohner. Zudem sei sie „nicht nachhaltig, weil sie weder Klima- noch Insektenschutz berücksichtigt“.

Dagegen steht das Konzept der Anwohner: Nur einen Baum auf der Höhe der Brunnengasse fällen, die sechs Linden erhalten, die Badstraße nur leicht verschwenken. Zwischen den Linden ließen sich Parkplätze anlegen, wenn man die Büsche beseitigen würde. Die geplanten zehn Parkbuchten seien nicht sinnvoll. Sie sorgten für eine Verschlechterung der Verkehrssituation, unter anderem deshalb, weil beim Ausfahren aus einer Parkbucht der fließende Verkehr aufgehalten würde.

In der Badstraße müssten ohnehin die Kanäle erneuert werden, erläutert OB Petra Becker auf Anfrage. Die Parkbuchten entlang der Grundstücke würden so geplant, dass man diese Flächen von der Badstraße anfahren könne, wenn dort eines Tages eine Bebauung in zweiter Reihe komme. Gespräche mit den Anwohnern würden geführt. Dies sei ein wesentlicher Grund, die Badstraße zu begradigen. Zwischen den Linden reiche der Platz für Parkplätze nicht. Die Bäume stünden zu eng an den Trassen, über die die Trinkwasserleitung und die Kanäle an neue Wohnquartier geführt werden müssten. Die Fuerwehrzufahrt werde zudem behindert.

Ökologie soll beim Bauvorhaben nicht vernachlässigt werden

Beim Blick auf das Gesamtkonzept des Vorhabens, bei dem 300 Wohnungen entstehen, werde man die Ökologie nicht vernachlässigen, so OB Becker: Ausgleich werde auf der Rückseite der Festhalle geschaffen mit den versetzten Linden, mit neuen Bäumen, Büschen und Sträuchern. Auch im Wohnquartier selbst sei viel grün vorgesehen. „Mein Ziel ist es, ökologisch viel zu tun, um den Verlust zu ersetzen“, sagt Petra Becker. Und wenn der barrierefreie Platz im neuen Wohnquartier gestaltet werde, würden die Bürger in jedem Fall einbezogen.

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