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Wartezeit verkürzen

Arztpraxis in Walzbachtal macht eigene Corona-Tests – Abstriche erfolgen auf der Straße

Eine Arztpraxis in Walzbachtal-Wössingen macht eigene Corona-Tests. Dies ist in begründeten Verdachtsfällen möglich. Die Tests erfolgen dann schnell auf der Straße. Das Ziel: Die Wartezeit für Patienten zu kürzen. Doch: "Einfach mal vorbeikommen und sich testen lassen, das geht nicht", sagt Ärztin Kathrine Norrmann.

Im Verdachtsfall: Einen Corona-Abstrich kann die Praxis machen – allerdings nur im begründeten Fall und vor der Praxistür. Foto: Waidelich

Eine Arztpraxis in Walzbachtal-Wössingen macht eigene Corona-Tests. Dies ist in begründeten Verdachtsfällen möglich. Die Tests erfolgen dann schnell auf der Straße. Das Ziel: Die Wartezeit für Patienten zu verkürzen.

Von unserem Mitarbeiter Arnd Waidelich

Seit Montag, 16. März, betreibt die Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal in enger Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg eine so genannte SARSCoV2-Abstrichstelle. Getestet werden Patienten, die von ihren Hausärzten nach Prüfung der Notwendigkeit eines Corona-Abstrichs dort angemeldet wurden.

Das klappt nicht immer reibungslos. Kathrine Norrmann, ihr Mann Reto Schwenke und die angestellte Ärztin Mirjam Fetter haben in ihrer gemeinsamen Wössinger Hausarztpraxis mehrfach die Erfahrung gemacht, lange – ihrer Einschätzung nach zu lange – auf Termine bei der Bruchsaler Abstrichstelle warten zu müssen.

Praxis führt selbst Tests auf das Coronavirus durch

Deshalb haben die beiden die Sache selbst in die Hand genommen. „Wir haben uns bei der Kassenärztlichen Vereinigung als Schwerpunktpraxis gemeldet, die für die eigene und andere Praxen Abstriche durchführt. Voraussichtlich sind wir außerdem ab 30. März als offiziell angemeldete Fiebersprechstundenpraxis geführt“, berichtet Kathrine Norrmann über ihre Konsequenz.

Trotz des geplanten Urlaubs von 6. bis 9. April werde die Gemeinschaftspraxis an diesen Tagen eine telefonische Erreichbarkeit anbieten von 9 bis 12 Uhr. Die beiden Ärzte hatten günstigere Voraussetzungen als die meisten ihrer Kollegen: „Wir hatten noch Schutzanzüge aus den Zeiten der Schweinegrippe“, sagt Kathrine Norrmann. Die könne man auch weiter nutzen, wenn die Abstriche negativ ausfallen.

Einfach mal vorbeikommen und sich testen lassen, das geht nicht.
Ärztin Kathrine Norrmann

25 Mal habe sie den Corona-Test schon in ihrer Praxis gemacht. Alle seien negativ gewesen. Abstriche nimmt sie nur nach vorheriger ärztlicher Indikation vor. „Einfach mal vorbeikommen und sich testen lassen, das geht nicht. Wer einfach so vorbeikommt, den schicken wir wieder weg, wer immer es auch sein mag“, gibt sie als Handlungsmaxime streng vor, damit erfüllt sie die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts.

Die Tests selbst werden nicht in den Praxisräumen, sondern vor dem Eingang der Praxis vorgenommen, und zwar aus ganz banalen, praktischen Gründen: Würde ein Test positiv verlaufen, müsste die gesamte Praxis voll desinfiziert werden.

Die Nachbarn der Praxis kommen dadurch allerdings zu geradezu gespenstischen, fast bedrohlichen Anblicken: Die Ärztin und ihre medizinische Fachangestellte führen den Abstrich gemeinsam in Vollschutzanzügen an den Patienten durch.

Gesundheitsamt will Infektionsketten von Covid-19 verfolgen

Alle Tests, egal ob nun positiv oder negativ getestet wurde, müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Würde ein positiver Fall dabei sein, so hätte das Gesundheitsamt die Möglichkeit, die Infektionskette zu verfolgen, begründet Kathrine Norrmann diese Vorgehensweise.

Der betroffene Patient würde sofort in häusliche Quarantäne geschickt, sofern die Symptome nicht schwerwiegend sind. Der eher glimpfliche Verlauf sei bei rund 80 Prozent der Positiv-Getesteten ohnehin der Fall, betont die Ärztin.

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