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I hätt do mol e Frog

Ausbüchsende Hunde, rostende Trecker: Stutenseer Pferdekoppeln sorgen für Unmut

Was geschieht bei den Pferdekoppeln in Blankenloch? Ruth und Norbert Wolf beschweren sich, dass dort Grundstücke zugemüllt werden. Die Behörden erklären, Betroffene regelmäßig auf Missstände anzusprechen.

Abgestellt und abgeladen: Norbert Wolf steht an einem mit Sperrmüll beladenen Anhänger im Gebiet der Blankenlocher Pferdekoppeln. Foto: Patric Kastner

Mit dieser Aussage haben sich Norbert und Ruth Wolf an unsere Redaktion gewandt: „In Blankenloch im Naturschutzgebiet bei den Pferdekoppeln rosten alte Autos, Traktoren, Rasenmäher et cetera vor sich hin.” Was geht dort vor? Mit dem Auto geht es zu den Koppeln nahe der Landesstraße, die nach Weingarten führt.

„Sondergebiet für Tierhaltung und Tierzucht”, steht auf dem Schild am Rand des Weges. Links und rechts stehen Ställe. Ab und an sind Pferde und deren Besitzer zu sehen. Das Auto hält an. Norbert und Ruth Wolf steigen aus. „Der Traktor steht schon lang”, sagt Norbert Wolf und deutet auf das Gefährt, das am Ende eines eingezäunten Grundstückes steht - Anhänger und Holz, das dort wahrscheinlich schon länger gelagert wird, sind auch zu sehen.

Vom Koppelbesitzer angegangen

Auf dem Dach des Gebäudes innerhalb des Grundstücks liegt eine Plane und darauf liegen Reifen, um die Plane zu beschweren. Außerhalb der Koppel steht ein Traktoranhänger, der offensichtlich mit Sperrmüll beladen ist. Beim Anhänger selbst blättert die Farbe ab, er hat Rost angesetzt und eine mit Holz beplankte Seitenwand ist ausgebrochen.

Den Wolfs merkt man an, dass sie der Anblick ärgert. Es sei ihnen aufgefallen, dass in diesem Gebiet immer mehr Unrat abgeladen worden sei. „Das ist eine Geschichte, an der wir schon zehn Jahre dran sind”, sagen sie.

Was läuft da schief im Koppelgebiet? BNN-Leser beschweren sich über die Verwahrlosung von Grundstücken. Foto: Patric Kastner

Nach ihren Aussagen gibt es dort Besitzer, die ihre Fahrzeuge abstellen. Die beiden wollen sich nicht ausmalen, was passiert, wenn eine Ölwanne leck wird und das Öl in den Boden eindringt. Sie haben sogar eine Unterschriftenaktion gestartet, die sich gegen die Vermüllung der Koppel und die Hundehaltung im Wohnhaus einer Besitzerin richtet, erzählen sie.

Im Fall der Hundehaltung sei man aktiv geworden und habe einen Teil der Hunde „aus dem Haus geholt”. Vergangenes Jahr, so erzählt es die 73-jährige Ruth Wolf, habe sie auf die Missstände auf einer Online-Plattform zu Stutensee aufmerksam gemacht und sei dann von einem Koppelbesitzer angegangen worden, sie solle sich in diesem Gebiet nicht mehr blicken lassen.

Hunde brechen aus

Es geht weiter: Ein anderes Grundstück wirkt unaufgeräumt, Zaun und Tor sind desolat. Ein Hund rennt bellend ans Tor. Ein Wohnwagen und eine Kinderschaukel stehen rechts neben dem Eingang. Dahinter stehen Pferde und ein Stall. Das Grundstück ist auch ein paar Besitzern in diesem Gebiet ein Ärgernis. Die Hunde würden teilweise ausbrechen, auch der Zaun sei „nicht mehr in Ordnung”, sagt einer der Koppelbesitzer, der seinen Namen nicht nennen will.

„Es ist das eine Grundstück von dem wir alle wissen”, sagt die Angehörige einer Grundstückseigentümerin ein wenig später. 95 Prozent der Grundstücksbesitzer würden sich an die Regeln halten, sagt wiederum ein anderer. Die Blankenlocher Pferdekoppeln seien eigentlich ein schönes Gebiet. Er spricht von einer privilegierten Situation, in der sich die Besitzer befänden. Wegen des abgestellten Anhängers meint er, dass dieser schon seit über drei Jahren dort stehe.

Ruth und Norbert Wolf werfen dem Gemeinderat vor, in den vorgeworfenen Punkten nicht tätig zu werden. „Die wissen es alle, nur es tut sich nichts”, sagt Norbert Wolf. Aber wie gestaltet sich die Lage für die Stadt? Sie ist für das Gebiet zuständig. Die Themen betreffen die Aufgabengebiete der Baurechtsbehörde, des Ordnungsamts und der Stabsstelle Umwelt.

Traktor-Anhänger bedürfen individueller Prüfung

Die Bebauung ist durch den Bebauungsplan „Tierkoppeln” geregelt, so die Stutenseer Stadtverwaltung. Die Grundstücke seien mehrheitlich in privater Hand. Zugelassen ist in dem Gebiet private, hobbymäßige Tierhaltung. Die Tierhaltung müsse sicherheitstechnisch einwandfrei und artgerecht sein. Gebaut werden dürfen dort beispielsweise Stallungen in Holzbauweise, aber auch Futterlager, Dunglegen oder Stellplätze innerhalb dessen, was der Bebauungsplan bei den Grundstücken zulässt.

Auf die Frage, ob Holz auf den Grundstücken gelagert werden darf, antwortet die Stadtverwaltung, dass dies nach den aufgeführten Regeln je nach Größe und Genehmigung variieren kann. Das Abstellen von Wohnwagen sei abhängig von den Abstellzeiten und davon, in welchem Umfang der Wohnwagen genutzt werde. Die Gemeindeverwaltung prüfe dies genauer.

Auch in puncto Traktor-Anhänger bedarf es einer individuellen Prüfung. Das Ordnungsamt habe bereits mit betroffenen Eigentümern Kontakt aufgenommen und unter anderem die Stilllegung der Fahrzeuge überprüft, um Umweltschäden beispielsweise durch austretendes Öl auszuschließen. Der Gemeindevollzugsdienst spreche bei regelmäßigen Kontrollfahrten Betroffene an und mache auf Missstände aufmerksam.

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