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Geburtstagsfeier mit 50 Gästen

Corona-Party in Stutensee ist eher ein Einzelfall

Schlagzeilen machte Anfang Februar eine unerlaubte Geburtstagsfeier auf engem Raum in Stutensee. Sonst sind die Bürger in den Gemeinden rund um die Große Kreisstadt sehr diszipliniert. Über die Stränge schlagen bisweilen Jugendliche, die dem Drang nach Treffen mit Freunden nachgeben.

Maskenpflicht: Im Bahnen und Bussen wie hier am Bahnhof Bruchsal muss man nun eine FFP2-Maske oder eine OP-Maske tragen. Die Nachfrage in Drogerien und Apotheken steigt seit Tagen. Foto: Martin Heintzen

Die Geburtstagsfeier mit rund 50 Gästen, darunter zehn Kindern, im Februar in Stutensee war ein besonders spektakulärer Fall einer Corona-Party, die polizeibekannt wurde.

Ähnliche Verstöße hat es seither laut Polizei im Gebiet um die Große Kreisstadt nicht gegeben: „Das war eine richtig große Feier“, sagt Dieter Werner, einer der Sprecher im Karlsruher Polizeipräsidium. „49 Menschen feiern ohne Schutz“ lautete die Schlagzeile am 9. Februar in den BNN. „Die Polizei hat die Feier aufgelöst, die Personalien von 41 Personen aufgenommen und Platzverweise erteilt“, berichtet Werner. „Ein Gast, gegen den ein Haftbefehl vorlag, wurde festgenommen.“ Die Ordnungswidrigkeiten werden geahndet.

Sonst war es beim Thema Corona in Stutensee recht ruhig: „Es sind wenige Verstöße zu verzeichnen“, meint der städtische Pressesprecher Lukas Lang. Die Bürger seien diszipliniert: „Die Mehrheit der Betroffenen zeigt sich einsichtig und stellt die infektionsschützenden Regelungen grundsätzlich nicht in Frage.“ Einige Ansammlungen von mehr als einer Person im öffentlichen Raum oder fehlender Mund-Nasen-Schutz an Bahn- und Bushaltestellen oder auf Parkplätzen des Einzelhandels seien sanktioniert worden – teils als mündliche Verwarnungen, teils indem ein Bußgeld verhängt wurde.

Haltestellen sind beliebte Treffpunkte

Auch andernorts waren die Verstöße keine Partys: In Linkenheim-Hochstetten wurden Mitte Februar drei junge Erwachsene erwischt, die ohne Schutz an der Haltestelle in der Grenzstraße Alkohol tranken, berichtet Polizeisprecher Werner.

Wenn die Beamten am Ort ankommen, ist keiner mehr da.
Dieter Werner, Pressesprecher der Polizei

Bei der Albert-Schweitzer-Schule wurden Ende Februar fünf Jugendliche beim Alkoholkonsum angetroffen: „Es waren wohl mehr, die anderen sind unerkannt abgehauen.“ Wer notiert wurde, muss für eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld rechnen, so Werner. „Man erlebt oft, dass die Polizei gerufen wird, aber wenn die Beamten am Ort ankommen, ist keiner mehr da.“

„In unserem Stadtteil habe ich die Situation als entspannt erlebt“, berichtet Lutz Schönthal, Ortsvorsteher in Friedrichstal. Für den Wunsch junger Menschen, sich mit Freunden zu treffen, habe er Verständnis, aber dennoch müssten Regeln eingehalten werden. Als Polizeibeamter (vormals Leiter des Polizeireviers am Karlsruher Marktplatz, jetzt stellvertretender Leiter der Wasserschutzpolizei in Bruchsal) habe er gerade beim zuletzt frühlingshaften Wetter erlebt, dass es die Menschen in großer Zahl ins Freie ziehe: „Im Karlsruher Schlossgarten oder in der Innenstadt war da die Situation kaum kontrollierbar.“

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Bußgeldkatalog reicht bis 10.000 Euro

Im kleinen Dettenheim scheint eher nicht viel zu passieren, meint Bürgermeisterin Ute Göbelbecker (Freie Wähler): „Corona-Partys gibt es hier nicht.“ Freilich achteten Ordnungsamt und Polizei darauf, dass die Regeln eingehalten werden.

Vereinzelt würden Bußgelder verhängt, die über das Landratsamt verfügt werden. Diese bewegen sich je nach Verstoß bei Regelsätzen von etwa 100 bis 750 Euro. Wer eine Geburtstagsparty unter Missachtung aller Corona-Regeln ausrichtet, kann nach dem Bußgeldkatalog des Landratsamts mit bis zu 10.000 Euro bestraft werden.

„Wir stellen fest, dass sich die Menschen im Großen und Ganzen diszipliniert verhalten“, berichtet der Dettenheimer Hauptamtsleiter Swen Goldberg. An Bushaltestellen, an denen häufig mehrere Personen zusammenkommen, oder wenn sich Jugendliche treffen, gebe es schon hin und wieder Verstöße, die geahndet würden. „Wir können nur an die Bevölkerung appellieren, sich an die Restriktionen zu halten. Wir müssen alle durchhalten, bis der größte Teil der Menschen geimpft ist“, sagt Goldberg.

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