Skip to main content

2G bringt Umsatzeinbußen

Coronavorgaben machen Einzelhandel im Landkreis Karlsruhe schwer zu schaffen

In vielen Geschäften haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt. Die Betreiber beklagen im normalerweise florierenden Weihnachtsgeschäft starke Einbußen.

Aufbäumen gegen die Krise: Erika Krissel hofft, dass das Geschäft in ihrer Eggenstein-Leopoldshafener Buchhandlung vor dem Fest noch anzieht. Ein Problem ist die Internetkonkurrenz. Foto: Alexander Werner

Dichtes Gedränge bei Parfüm, Schmuck und Spielwaren, lange Schlangen an der Kasse: In den Wochen vor Weihnachten floriert der Einzelhandel. Normalerweise. Seit Anfang Dezember aber greift die neue Corona-Regel. Und die erlaubt nur noch Geimpften und Genesenen, Geschäfte zu betreten, die nicht der Grundversorgung dienen. Parfüm, Schmuck und Spielwaren müssen Ungeimpfe und Nicht-Genesene woanders kaufen.

Der Handelsverband Baden-Württemberg reagierte mit heftiger Kritik auf diese Verordnung. Er monierte unter anderem die Pflicht und den Aufwand der Betreiber, die entsprechenden Nachweise beim Eintritt zu kontrollieren. Glücklich sind die Inhaber darüber wirklich nicht. Und doch sind viele froh, dass zumindest, dass kein neuer Lockdown verhängt wurde.

In einigen Modegeschäften im nördlichen Landkreis war trotz Kontrolle und Einlassbeschränkung viel los. Und zwar so viel, dass die Geschäftsleute kaum Zeit für nähere Ausführungen fanden. Was sie jedoch sagten war, dass der Umsatz quer durch alle Branchen geringer sei als vor Corona.

Corona-Kontrollen sind für Händler aufwändig

„Es ist anstrengend für uns mit der 2G-Regel“, sagt Eva-Maria Luhmann. Sie führt in Pfintzal-Söllingen ein Geschäft für Spiel- und Schreibwarenwaren sowie für Geschenkartikeln. „Wir brauchen einen Mitarbeiter, der ausschließlich die Nachweise kontrolliert und prüft.“

Die meisten Kunden würden die Vorgaben langsam akzeptieren. Allerdings gebe es auch welche, die sich bei einer Kontrolle umdrehen und gehen würden. Das sei aber normal. Wie viele Kunden kommen, sei ganz unterschiedlich von Tag zu Tag. „Vor Corona war der Laden vor Weihnachten immer voll. Jetzt ist der Zuspruch überschaubarer geworden. Ein Rückgang ist jedenfalls da“, sagt Luhmann. „Aber es kann nur besser werden.“

„Schönes für Tisch, Haus und Garten“ einschließlich Porzellan- und Haushaltsartikel bietet die Firma Deschner im Gewerbegebiet in Stutensee-Blankenloch an. Geschäftsführer ist Günther Kunz.

40 Prozent weniger Umsatz vor Weihnachten

„Die Umsatzverluste sind deutlich. Ich gehe von 40 Prozent aus – und das vor Weihnachten“, sagt er. Möbel seien im Winter generell nicht das große Thema. Spürbar seien die Auswirkungen deshalb vor allem im Bereich Porzellan und Haushaltsartikel. Kunz stellt fest, dass Kunden vermehrt ins Internet abwandern. „Ich war viel unterwegs in Geschäften großer und kleinerer Gemeinden. Alle haben schwer zu kämpfen“, berichtet er.

Das bestätigt Erika Krissel aus der Buchhandlung in Eggenstein-Leopoldshafen. „Corona schadet uns sehr“, sagt sie. „An sich haben wir ordentlich zu tun. Unterm Strich aber liegen wir erst bei rund 30 Prozent der üblichen Dezemberumsätze.“ Deswegen müsse sie zusehen, dass sie die Zeit bis Heiligabend noch richtig ausschöpfe.

Unterm Strich aber liegen wir erst bei rund 30 Prozent der üblichen Dezemberumsätze.
Erika Krissel, Buchhändlerin

Vor dem Winterlockdown 2020 lief das Geschäft demnach besser. Damals hätten die Kunden gewusst, was auf sie zukommt. Deshalb hätten sie sich rechtzeitig mit Büchern eingedeckt.

Auf die 2G-Kontrollen würden die meisten Kunden aber sehr verständnisvoll reagieren. Allerdings würden einige wegen der Vorgaben auch zu Internetanbietern überwechseln. „Dadurch bricht uns ein Teil unserer Umsätze weg“, sagt Krissel. Gegenüber 2020 habe dieses Problem noch merklich zugenommen. Und das, obwohl auch sie einen Bestell- und Lieferservice frei Haus ab einem gewissen Bestellwert anbiete.

nach oben Zurück zum Seitenanfang