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Aufklärungsquote sinkt

Zahl der Straftaten in Stutensee hat zugenommen

Dreimal so viele Fahrraddiebstähle und viermal so viele Ladendiebstähle wie im Jahr davor verzeichnet die Polizeistatistik für das Jahr 2022.

Wer sein Fahrrad wirksam vor Diebstahl schützen möchte, sollte laut Polizei noch mehr Geld in die Abschreckung investieren – hier ein Symbolbild.
Wer sein Fahrrad wirksam vor Diebstahl schützen möchte, sollte laut Polizei noch mehr Geld in die Abschreckung investieren – hier ein Symbolbild. Foto: Silas Stein/dpa

„Stutensee ist ein Ort, in dem man relativ sicher lebt“, sagt Klaus Heidemann, der Leiter des Polizeireviers Karlsruhe-Waldstadt, bei der Vorstellung der Kriminal- und Unfallstatistik 2022 im Gemeinderat. Der Zuständigkeitsbereich seines Polizeireviers umfasst eine Fläche von etwa 162 Quadratkilometern mit rund 101.000 Einwohnern. Dazu gehören zahlreiche Einrichtungen, Schulen, Gewerbegebiete, eine Landeserstaufnahmeeinrichtung, verschiedene Karlsruher Stadtteile und Gemeinden im nördlichen Landkreis sowie die Große Kreisstadt Stutensee.

Heidemann berichtet, dass es bei den Straftaten allgemein eine deutlich steigende Tendenz gibt. Die Anzahl der gesamten Straftaten ist 2022 im Vergleich zum Vorjahr von 684 auf 720 gestiegen. Mit einer Steigerungsrate von 5,3 Prozent liegt Stutensee jedoch klar unter dem Landesdurchschnitt von 13,1 Prozent. Im Zehn-Jahres-Vergleich ist dagegen ein Rückgang festzustellen. So wurden im Jahr 2014 noch 808 Straftaten gemeldet.

Betrug spielt eine eher untergeordnete Rolle

Die Aufklärungsquote ist weiter gesunken. Das liegt daran, dass fast ein Drittel der Delikte in den Diebstahlsbereich fallen, in dem die Aufklärungsquote am geringsten ist. Betrug, Körperverletzung und Rauschgiftdelikte spielen eine eher untergeordnete Rolle.

Negative Schwerpunkte sind Fahrrad- und Ladendiebstahl. Hier hat sich die Anzahl verdreifacht beziehungsweise vervierfacht. Heidemann rät in diesem Zusammenhang zur sorgsamen Fahrradsicherung. Bei der Wahl der Schlösser gelte es, Sicherheitsklassen zu beachten. Dagegen hat sich die Zahl der Fälle von Wohnungseinbruch und Schwarzfahren ungefähr halbiert.

Von den 311 Tatverdächtigen haben 83 nicht die deutsche Staatsbürgerschaft, was einem Anteil von 27 Prozent entspricht. Nach Altersgruppen unterschieden finden sich rund elf Prozent Kinder und Jugendliche unter den Tatverdächtigen.

Seit zwei Jahren keine Unfalltoten

Mit der allgemeinen Zunahme des Straßenverkehrs entwickeln sich auch die Verkehrsunfallzahlen in allen Bereichen nach oben, sowohl bei Kleinst- und Sachschadensunfällen als auch bei Unfällen mit Verletzten. Dazu hat auch beigetragen, dass wieder weniger im Homeoffice gearbeitet wurde. Schwerpunkte sind vor allem Einmündungsbereiche. Ein Beispiel ist die L558/L560 bei Spöck, für die gerade eine Ampelanlage installiert wurde. Als Ursache für die vielen Unfälle vermutet Heidemann mangelnde Konzentration der Fahrer. Positiv angemerkt wurde, dass in den vergangenen beiden Jahren keine Menschen durch Verkehrsunfälle getötet wurden.

Außerdem hatte sich die Polizei in der Großen Kreisstadt mit Ruhestörungen, Streitigkeiten und Führerscheindelikten zu befassen. Bei der Cyberkriminalität – Stichwort „Enkeltrick“ – räumt Heidemann ein, dass es eine erhebliche Zahl von Versuchen gibt. Jedoch bemerkt er dankbar, dass „viele Ältere nicht darauf reinfallen“ und Bankmitarbeiter im Ernstfall schnell reagieren, so dass sich in diesem Bereich der Schaden in Grenzen halte.

Die Entwicklungen in den ersten neun Monaten dieses Jahres deuten laut Heidemann auf eine starke Zunahme bei den Straftaten, wobei es sich fast ausschließlich um Diebstahl handelt, auf eine leichte Zunahme bei den sonstigen Vorgängen sowie eine Zunahme der Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt.

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