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Zufallstreffen auf der Bühne

Karlsdorferin und Neudorfer spielen bei "Harry Potter und das verwunschene Kind" in Hamburg

Da treffen sich in Hamburg zwei Menschen aus Karlsdorf und Neudorf, die zudem in Bruchsal auf derselben Schule waren. Ist das Zufall – oder doch Magie? Immerhin sind beide im Ensemble des Theaterstücks „Harry Potter und das verwunschene Kind“, das im März Premiere im Mehr!-Theater am Hamburger Großmarkt feiert.

Magische Momente bringt „Harry Potter und das verwunschene Kind“ auf die Bühne. Das Stück hat im März im Mehr!-Theater am Hamburger Großmarkt seine Deutschland- Premiere. Das Szenenfoto stammt aus der Broadway-Inszenierung. Foto: Manuel Harlan
Von unserem Mitarbeiter Armin Herberger

Seit November laufen die Proben für das Stück, das J.K. Rowling speziell für die Bühne als Fortsetzung der Romanreihe geschrieben hat. Der Aufwand ist enorm: Seit April wird das Theater umgebaut für die erste nicht-englischsprachige Version des Stücks, das bisher nur in London, New York, Melbourne und San Francisco gespielt wurde.

Irgendwann hatten Sarah Schütz und Nicolai Schwab im 35-köpfigen Ensemble festgestellt, dass sie gar nicht weit voneinander aufgewachsen sind – sie in Karlsdorf, er in Neudorf. Beide machten ihr Abitur am St. Paulusheim in Bruchsal, wenn auch in unterschiedlichen Zeiträumen. Beide sammelten noch zu Schulzeiten erste Bühnenerfahrungen in der Region: Sarah bei der MuKs (Musik- und Kunstschule Bruchsal) in der Musicalklasse von Marty Beck, Nicolai war von Anfang an in der Musicalwerkstatt dabei, die seine Großtante Bettina Eberhard in Graben Neudorf gegründet hat.

Ausbildungen in München und Osnabrück

Dennoch scheuten sich beide zunächst, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Sarah schrieb sich für ein Architekturstudium ein, Nicolai liebäugelte mit Maschinenbau – doch irgendwann kam zur Leidenschaft noch der Mut, sich an Schauspielschulen zu bewerben. Sarah Schütz studierte an der Theaterakademie August Everding in München und der Royal Academy of Music in London, ihre Engagements führten sie unter anderem nach Bremen, Dortmund, Dresden, Köln, Leipzig oder Thun. Sie spielte beispielsweise die weibliche Hauptrolle in „Jesus Christ Superstar“, „Evita“ oder „Ich war noch niemals in New York“.

Spielte schon "Evita": Sarah Schütz aus Karlsdorf-Neuthard. Foto: Jens Hauer

Nicolai Schwab studierte am Institut für Musik an der Hochschule Osnabrück und war anschließend auf Bühnen in Aachen, Gera, Hildesheim und Tecklenburg zu sehen, etwa mit Titelrollen in „Yakari“ und „Das Dschungelbuch“, aber auch in dramatischen Stücken wie „Doktor Schiwago“.

Mogli im Dschungelbuch: Nicolai Schwab aus Graben-Neudorf. Foto: Jens Hauer

Nun werden beide bei Harry Potter auf der Bühne stehen, wo die Musik zwar eine Rolle spielt, aber nicht gesungen wird. „Anfangs hab ich mich schon gefragt, wie das wohl sein wird, nicht zu singen“, räumt Sarah ein, fand aber schnell das Gesamtprojekt stimmig. „Es ist auch gar kein Platz für Gesang“, meint Nicolai. Dabei möchte man meinen, es gibt genug Zeit: Die Handlung ist in zwei Shows aufgeteilt, die man sich entweder an zwei Abenden in Folge oder an einem Tag ansehen kann.

Magie und unerwartete Wendungen

Zum Inhalt: Harry Potter ist inzwischen Angestellter im Zauberei-Ministerium, Ehemann und Vater von drei Schulkindern. Als sein Sohn Albus Severus Potter zum ersten Mal nach Hogwarts reist, erlebt dieser mit seinem neuen Freund Scorpius Malfoy ein Abenteuer voller Magie und unerwarteter Wendungen, in deren Verlauf auch Harry, Ron und Hermine verwickelt werden.

Sarah Schütz spielt Harrys Ehefrau Ginny, Nicolai Schwab spielt Karl Jenkins, Dudley Dursley und Viktor Krum. Zusätzlich ist er das Cover für Albus Potter, was bedeutet, dass er bei Krankheit oder Urlaub des eigentlichen Darstellers die Rolle übernimmt. In diesem Fall spielen die beiden Badener Mutter und Sohn.

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