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Heimarbeit in Stutensee schon seit 20 Jahren

Mit verschiedenen Strategien schützen die Gemeinden nördlich von Karlsruhe ihre Mitarbeiter

Viele Verwaltungen nördlich von Karlsruhe lassen ihre Mitarbeiter bereits seit längerem auf Corona testen. Mit weiteren Maßnahmen versuchen sie, Bürgerservice und Sicherheit so gut es geht unter einen Hut zu bringen.

Freiwillige Tests für ihre Mitarbeiter bieten zahlreiche Kommunen in der Hardt an. Auch Andrea Beck aus Stutensee ließ sich am Montagmorgen auf das Coronavirus checken. Foto: Lukas Lang

Aktuell wird über eine Corona-Testpflicht für Unternehmen diskutiert. Die Stadt Stutensee setzt dies bereits seit einigen Tagen um – und bietet allen städtischen Bediensteten die Möglichkeit, sich direkt an oder in unmittelbarer Nähe der Dienststelle auf das Coronavirus testen zu lassen.

Neben den bestehenden Teststrukturen für die Beschäftigten in den verschiedenen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, dem kommunalen Testzentrum in der Festhalle Stutensee sowie privaten Testangeboten durch Arztpraxen und Apotheken bildet diese Erweiterung nach Aussage der Verwaltung einen weiteren Baustein zur Reduktion von Ansteckungsrisiken im Alltag.

So werde allen Bediensteten der Stadt sowie Bürgern, die Dienstleistungen in Anspruch nehmen, mehr Sicherheit vermittelt. Die Testangebote sind laut Lukas Lang, Sprecher der Stadtverwaltung Stutensee, für alle Beschäftigten freiwillig.

Weiterhin bietet die Große Kreisstadt den Bürgern ihren Bürgerservice an – allerdings nach vorheriger Terminvereinbarung unter Telefon (0 72 44) 96 90 zu den regulären Sprechzeiten. Man wolle auch in Zeiten des Lockdowns „unser Serviceangebot bei bestmöglichem Schutz unserer Bediensteten nahtlos aufrechterhalten“, erläutert Oberbürgermeisterin Petra Becker (parteilos).

Stutensee bietet den Mitarbeitern seit Jahren Homeoffice an

Während sich viele Arbeitgeber beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 erstmalig mit Themen wie Homeoffice und vergleichbaren digitalen Lösungen befassen mussten, habe Stutensee bereits seit rund 20 Jahren Heimarbeitsplätze eingerichtet, berichtet Lukas Lang.

Moderne, flexible Lösungen wie Homeoffice, Teilzeitmodelle oder auch Jobsharing würden bei der Stadt schon viele Jahre im Sinne der optimalen Vereinbarkeit von Beruf und Familie aktiv angeboten und rege umgesetzt.

Auf dieser Basis seien die vorhandenen Kapazitäten im vergangenen Frühjahr noch erweitert worden, sodass während des ersten Lockdowns sowie auch aktuell das Gros der städtischen Bediensteten momentan überwiegend von zu Hause aus arbeiten könne. Von 120 Beschäftigten der Kernverwaltung seien derzeit 95 überwiegend im Homeoffice. Wer dennoch im Rathaus arbeite, tue dies in Einzelbüros.

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In Weingarten testet eine Fachkraft die Beschäftigten

Seit Beginn dieser Woche werden auch die insgesamt 126 Beschäftigten der Gemeinde Weingarten getestet – von einer Fachkraft. „Wir machen das zweimal die Woche“, erklärt Bürgermeister Eric Bänziger (parteilos) auf Nachfrage der Redaktion, „und wir machen es gleich richtig“.

Etwa die Hälfte der in der Verwaltung Beschäftigten sei zweimal die Woche im Homeoffice, wofür die Gemeinde Notebooks angeschafft habe. Die restliche Zeit arbeiteten sie im Rathaus – und dafür gingen dann andere Kollegen ins Homeoffice. Nur er selbst sei stets im Rathaus anzutreffen, sagt Bänziger.

Relativ früh hatte die Gemeinde Linkenheim-Hochstetten Selbsttests für ihre Beschäftigten organisiert; inzwischen können sich die gut 140 Bediensteten zweimal die Woche im Bürgerhaus professionell testen lassen, berichtet Katja Stieb, Sprecherin der Verwaltung.

Viele Bediensteten in Linkenheim-Hochstetten nutzen das Testangebot

Wer das freiwillige Angebot nutzen möchte, kann sich bei der durchführenden Apotheke um einen Termin im Bürgerhaus kümmern. Das Angebot werde sehr gut angenommen, ebenso, wie das Angebot der Gemeinde, freiwillige Testhelfer ärztlich schulen zu lassen, so Stieb weiter.

Nicht ganz so stark sei die Resonanz auf das „sehr flexibel gehandhabte“ Angebot der Ratshausspitze, ins Homeoffice zu gehen, gewesen. „Es wird vereinzelt genutzt“, sagt Stieb. Im Rathaus selbst seien für diejenigen, die lieber dort arbeiten wollten, ausschließlich Einzelbüros eingerichtet worden.

Solche gibt es auch in der Pfinztaler Verwaltung, berichtet Hauptamtsleiter Wolfgang Kröner. Dort würden sich die Mitarbeiter in den mit zwei Personen besetzten Büros dann absprechen, wer wann Homeoffice mache. Jeden Mittwoch können sich die 95 Beschäftigten der Gemeinde von Fachkräften testen lassen, wovon auch Gebrauch gemacht werde. Auch dieses Angebot der Verwaltung sei freiwillig, versichert Kröner.

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