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49 Leute dicht gedrängt in Gartenlaube

Polizei löst Corona-Partys in Stutensee und Bruchsal auf

Immer wieder kommt es in der Region um Karlsruhe zu illegalen Feiern, sogenannten „Corona-Partys“. Am Wochenende musste die Polizei zwei solcher Veranstaltungen in Stutensee und Bruchsal beenden.

Die Polizei hat in der Region erneut Corona-Partys aufgelöst. Die Hinweise kamen über die sozialen Medien. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Die Polizei hat in der Region um Karlsruhe und Bruchsal erneut illegale Feiern aufgelöst. In Stutensee-Blankenloch hatten sich am Freitag knapp 50 Personen zu einer Familienfeier getroffen, während in Bruchsal mindestens 20 Feiernde auf einem Schulhof zusammengekommen waren.

Wie die Polizei mitteilte, trafen die Beamten in Blankenloch 49 Personen an, die aus verschiedenen, zum Teil auch überregionalen Haushalten kamen.

Unter den Feiernden befanden sich auch zehn Kinder im Alter von unter 14 Jahren. Der Hinweis auf die illegale Feier gelangte anonym über die sozialen Medien an die Polizei.

Partygäste leugnen Corona

„Es herrschte jedoch große Uneinsichtigkeit“, sagt der Karlsruher Polizeisprecher Raphael Fiedler. „Corona gibt es nicht“, habe einer der Gäste gesagt. Außerdem hätten die Feiernden, die teilweise von auswärts kamen, versucht, die Party als Informationsveranstaltung zum Enkeltrick zu deklarieren. Die Gerüchte aus sozialen Netzwerken, dass die Feier von Flüchtlingen veranstaltet wurde, verneint der Polizeisprecher.

Neben den Polizeistreifen ist seit Beginn der Pandemie auch die Ortspolizei verstärkt im Einsatz, berichtet der Leiter des Stutenseer Ordnungsamts, Thomas Schoch auf BNN-Anfrage. Sie ist den Polizeistreifen untergeordnet. Doch auch sie hat die Befugnis, Veranstaltungen aufzulösen. Vorrangig ist die Ortspolizei für die Vergabe von Bußgeldern verantwortlich. Die Ortspolizei arbeite im Schichtdienst. Nachts um zwei oder drei Uhr sei sie nicht immer zuständig. „Das übernimmt dann die Vollzugspolizei.“ Diese war in der Freitagnacht mit sieben Polizeistreifen – das bedeutet 14 Polizeibeamte – vor Ort.

„Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen“, sagt Schoch. Die Vollzugspolizei gebe Protokoll und Personalien zeitnah an die örtliche Behörde weiter, die dann die Bußgelder verhängt. Im aktuellen Fall in Blankenloch waren das 41 Verstöße gegen die Corona-Verordnung. Nach dem Bußgeldkatalog heißt das für Gäste 100 bis 500 Euro, für den Veranstalter 100 bis 1.000 Euro.

Bei der Überprüfung des Anwesens gegen 22.10 Uhr hielten sich Menschen dicht gedrängt in einer Gartenlaube und in verschiedenen Zimmern auf, teilweise wurde gemeinsam getanzt.

Mindestabstände wurden dabei nicht eingehalten, auch wurden keine Mund-Nasen-Bedeckungen getragen, so die Polizei. Die Räumlichkeiten waren mit Geburtstagsutensilien geschmückt. Mehrere Anwesende waren stark alkoholisiert.

In Gesprächen mit den Polizisten leugneten Partygäste die aktuelle Corona-Lage. Zudem wurde die Feier zur Informationsveranstaltung zum Schutz vor Betrugsdelikten erklärt.

Die Polizei beendete schließlich die Party und erteilte Platzverweise. Insgesamt wurden 41 Verstöße gegen die Corona-Verordnung zur Anzeige gebracht, ein Gast wurde aufgrund eines bestehenden Haftbefehls festgenommen.

Polizisten beenden Schulhof-Party

Bei der Feier in Bruchsal hatten sich rund 20 Personen auf dem Schulhof des Schönborn-Gymnasiums verabredet. Als die Polizei eintraf, flüchteten die Betroffenen. Einige konnten gestellt werden, unter anderem eine 17-Jährige aus Heidelberg. Inwieweit auch Schüler des Bruchsaler Gymnasiums an der Organisation beteiligt waren, war am Montag noch unklar. Die meisten waren zwischen 18 und 20 Jahre alt.

Nach aktuellem Kenntnisstand verabredeten sich die Personen über Snapchat zu der Feier. Unter anderem hatten sie Flaschen mit Wodka und Säften mitgeführt, so die Polizei. Gegen sie wurde eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Corona-Verordnung eingeleitet.

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