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Kostenexplosion

Auch die Friedrich-Magnus-Schule in Stutensee wird teurer

Von Zähneknirschen, Missmut und sich sträubenden Nackenhaaren war im Stutenseer Gemeinderat die Rede. Die Sanierung der Friedrich-Magnus-Schule wird deutlich teurer.

Deutliche Kostensteigerung: Die Brandschutzsanierung bei der Friedrich-Magnus-Schule sollte ursprünglich 1,2 Millionen Euro kosten. Jetzt sind es 3,3 Millionen Euro. Foto: Marianne Lother

Das Zähneknirschen war zwar nicht zu hören, dennoch äußerten manche Stadträte in Stutensee ihren Unmut über die Kostensteigerung bei der Friedrich-Magnus-Schule in Friedrichstal und betonten, dass man der Freigabe des Budgets nur mit Unbehagen zustimme.

„Ursprünglich waren für die Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen Baukosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro angesetzt“, heißt es in der Beschlussvorlage. Nun geht man aber von 3,3 Millionen Euro aus.

Kosten steigen fast um das Dreifache

2016 hatte es an der Friedrich-Magnus-Schule eine Brandverhütungsschau gegeben. Dabei wurden Mängel festgestellt. Die wesentlichen Kostensteigerungen beziehen sich laut Sitzungsvorlage auf die Überarbeitung der technischen Gebäudeausstattung.

Die Architekten, die die Bestandsaufnahme gemacht haben, hätten sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, sagte CDU-Stadtrat Thomas Hornung. Im BNN-Gespräch erklärte er, dass die Haustechnik, die Installation für Wasser, Abwasser und Heizung, sowie Elektroinstallationen nicht berücksichtigt worden seien.

Der Betrag, der in der Kostenschätzung genannt wurde, sei zudem viel zu niedrig angesetzt worden. Die Schule sei kurz nach der Fusion der Gemeinden zu Stutensee in den 70er Jahren entstanden und seitdem immer wieder erweitert worden. Im alten Gebäudeteil habe aber keine Sanierung stattgefunden. „Das holt uns jetzt ein“, so Hornung.

Unser Bauamt hat ein bisschen geschlafen.
Thomas Hornung CDU-Stadtrat

„Wenn ich so eine Vorgehensweise sehe, stellen sich bei mir die Nackenhaare“, sagte Manfred Beimel (Freie Wähler). Er betonte, dass es sich schon um das vierte Projekt in den vergangenen zwei bis drei Jahren handle, bei dem es eine Kostensteigerung gebe.

Neben der Richard-Hecht-Schule, bei der es eine Steigerung von 3,8 Millionen auf 5,8 Millionen gegeben habe, nannte er auch den Kindergarten St. Josef und die Mehrzweckhalle in Staffort. Insgesamt seien rund elf Millionen Euro Mehrkosten bei den vier Projekten zu verzeichnen.

Zur Richard-Hecht-Schule sagte Thomas Hornung, die Architekten hätten in der ersten Leistungsphase, in der die Grundlagen ermittelt, das Pflichtenheft erstellt und die Kosten geschätzt werden, ihren Job nicht richtig gemacht.

Und: „Unser Bauamt hat ein bisschen geschlafen.“ Es seien Dinge, die ein Dezernent normalerweise im Auge haben müsse. Im Haushalt müsse man schauen, welche Projekte man aufschiebt oder komplett streicht. Die Arbeiten an den Schulen bezeichnete er als Pflichtaufgabe. Ansonsten drohe die Schließung.

Wenn ich so eine Vorgehensweise sehe, stellen sich bei mir die Nackenhaare.
Manfred Beimel, Stadtrat Freie Wähler

„Die Architekten müssen mit Scheuklappen unterwegs gewesen sein“, sagte Wolfgang Sickinger, Fraktionsvorsitzender der SPD. Man stimme mit großem Missmut der Beschlussvorlage zu.

Sein Hauptkritikpunkt: Fehlende Transparenz, so Sickinger gegenüber den BNN. Er hoffe, dass die in der Stadtverwaltung neu geschaffene Stelle des technischen Beigeordneten mehr Struktur bringe. Die Stelle habe eine koordinierende Tätigkeit, bei der die Infos von verschiedenen Ämtern zusammenkämen.

Die Kostensteigerungen bei der Friedrich-Magnus-Schule seien bei der Entwurfs- beziehungsweise Ausführungsplanung entstanden, so Florian Bernauer von der Stadtverwaltung. Insbesondere bei der Haustechnik und Elektronik hätten sich weitere Mängel gezeigt, die erst die Detailplanung gezeigt habe.

Unter anderem soll nun die Elektroverteilung inklusive Beleuchtung größtenteils erneuert werden. Daher müsse man auch die abgehängten Decken austauschen.

Auch der Umfang des Brandschutzes habe sich erweitert, so sei zum Beispiel eine neue Feuerwehrzufahrt angelegt worden. Die erste Kostenschätzung stamme aus dem Jahr 2018, die Materialpreise seien seither teilweise beträchtlich gestiegen.

2020 sei das aktuelle Planungsbüro von der Stadt beauftragt worden, nachdem das ursprüngliche Büro 2019 aus Kapazitätsgründen nicht mehr weiter beauftragt werden konnte, so Bernauer auf BNN-Anfrage.

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