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Außergewöhnliche Spende

Wie der FC Germania Friedrichstal Kinder in Kamerun unterstützt

Mit einer außergewöhnlichen Spende unterstützt der Fußballclub Germania Friedrichstal (FCG) die Sims Foot Academy, eine Fußballakademie in Bafoussam in Kamerun.

Der gespendete Bus steht vor der Schule in Bafoussam. Er dient jetzt dazu, Schüler aus weit abgelegenen Ortschaften zur Schule zu bringen. Foto: Verein zur Förderung von Les Bambinos

Es handelt sich nicht um eine Geldüberweisung, sondern um eine Unmenge von Fußballschuhen, Trainingsbekleidung, Trikots, Schul- und Spielsachen, die von den Mitgliedern des Friedrichstaler Vereins gespendet wurden. Ungewöhnlich war die Verpackung: Der ausgediente Vereinsbus wurde mit den Sachen gefüllt und auf die Reise nach Kamerun geschickt.

Am Ursprung dieser Geschichte steht der damalige Herrentrainer des FC Germania, Marcelus Noukiatchom. Eines Tages erzählte er den Vereinskameraden von seiner Heimat in Kamerun und wie glücklich er sei, dass seine Eltern ihm in Deutschland, in Karlsruhe, ein Ingenieurstudium ermöglicht hätten und dass er hier arbeiten dürfe. Er will über Bildung und Sport Kindern in Kamerun eine bessere Zukunft bieten.

Er hat einen Förderverein gegründet, mit dem er die bereits vorhandene Schule und eine Fußballakademie unterstützen will. Das Projekt laufe gut, berichtet er, heute besuchten 850 Kinder die Grundschule und den angegliederten Kindergarten in Bafoussam. 2011 wurde die Fußballakademie „Sims Foot Academie“ national anerkannt. Seit 2017 sammelt Noukiatchom mit seinem Förderverein Spenden für diese beiden Einrichtungen.

Sogar alte Fußbälle werden wertgeschätzt

Dabei fand er in Nicole Huber vom Verwaltungsausschuss des FCG eine potente Unterstützerin: Spontan rief sie die Germania-Mitglieder zur Sammlung von Sachspenden auf. In kürzester Zeit waren Körbe und Säcke mit diversen Artikeln aus dem Bedarf von Kindern und Jugendlichen gefüllt. „Sachspenden aus Europa sind eher die Ausnahme“, erzählt der Verwaltungsvorstand des FCG, Stephan Jacobsen.

Die Qualität von Waren in Deutschland wie Trikots, Schuhen und Fußbällen sei mit denen in Kamerun nicht vergleichbar. So brächten Jugendliche selbst alten Fußbällen eine besondere Wertschätzung entgegen, verbunden mit dem Traum, einst selbst in Europa Fußball spielen zu dürfen.

Der Bus dagegen war nicht so einfach zu verschicken. Er wurde von einer preisgünstigen Spedition in Frankfurt in einen Container verladen, allerdings unglücklicherweise zusammen mit Neuware, was später zu großen Schwierigkeiten bei der Verzollung führte.

Dann erfolgte in Bremerhaven die Verschiffung nach Douala. Dort stand der Bus über zehn Monate im Hafen, bis alles geklärt war. Mittlerweile ist der Bus aber vor Ort und leistet dort seine Dienste. Er wird als Sammeltransporter für Kinder eingesetzt, die teilweise 35 Kilometer zur Schule zurücklegen müssen.

Trikots erhalten in Kamerun ein neues Leben

40 Prozent der Kinder Kameruns gehen wegen fehlender Mittel nicht zur Schule, so Noukiatchom. Sie arbeiten zur Finanzierung des Lebensunterhalts, die Familien können die Schulgebühr nicht zahlen oder es steht kein Transportmittel zur Verfügung, das auch entlegene Ortschaften ansteuert. Aber der Bus soll keine Einzelspende gewesen sein, weitere Aktionen stehen an. Zunächst sammelt Noukiatchom als Projektleiter Geldspenden für finanzschwache Familien zur Zahlung der Schulgebühren.

Ein weiteres Projekt kommt der Fußballschule zugute: eine Sammlung abgelegter Trikots. „Echte Trikots, wie sie in Europa getragen werden, egal ob von einem Bundesliga- oder Amateurverein, werden dort heiß geliebt“, berichtet Stephan Jacobsen. Sie sollen im Sommer von Marcelus Noukiatchom persönlich an die Trainer übergeben werden.

Diese werden sie an die Kinder verteilen, als Auszeichnung für hohe Trainingsbeteiligung oder andere besondere Leistungen. Der FC Germania wird Noukiatchom bei diesem Projekt ebenfalls unterstützen. Die 217 Kinder der Jugendabteilung haben mit dem Sammeln bereits begonnen.

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