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Freiwillige Feuerwehr

Familienbetrieb Feuerwehr: Wo Retten, Löschen, Bergen eine Familiensache ist

Dass „FF“ bei den Feuerwehren für „Freiwillige Feuerwehr“ steht, sollte hinlänglich bekannt sein. Das erste „F“ im Namen könnte aber genauso für „Familie“ stehen. In etlichen Feuerwehrabteilungen im Verbreitungsgebiet der BNN Hardt-Ausgabe lässt sich das mit der Familie allemal wörtlich nehmen. Bisweilen könnte man fast von einem „Familienbetrieb Feuerwehr“ sprechen.

Familienbande: Benjamin, Armin und Nadine Mommsen gehören ebenso der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichstal an wie Frank und Pascal Giraud (von links). Foto: Müller

Dass „FF“ bei den Feuerwehren für „Freiwillige Feuerwehr“ steht, sollte hinlänglich bekannt sein. Das erste „F“ im Namen könnte aber genauso für „Familie“ stehen. Gemeint ist damit nicht der idealisierende Überbegriff Feuerwehrfamilie, sondern tatsächlich die Bezeichnung für Familie, für Mutter, Vater und Kinder. In etlichen Feuerwehrabteilungen im Verbreitungsgebiet der BNN Hardt-Ausgabe lässt sich das mit der Familie allemal wörtlich nehmen. Bisweilen könnte man fast von einem „Familienbetrieb Feuerwehr“ sprechen.

Von  Klaus Müller

Die Idee, einmal nachzufragen, wie es um den Familienfaktor in den Freiwilligen Feuerwehren bestellt ist, kam aus der Abteilung Friedrichstal, um genau zu sein von Feuerwehrmann Frank Giraud. Der machte darauf aufmerksam, dass zwei Väter, darunter sein Sohn und er, mit insgesamt drei Kindern sich dem Freiwilligen-Feuerwehr-Dienst verschrieben haben. Einzelfälle? Mitnichten wie eine Anfrage beim Amt für Bevölkerungsschutz im Landratsamt Karlsruhe ergibt. Das Amt machte sich direkt bei den Feuerwehren kundig.

Demnach lassen sich folgende Familienbeziehungen im aktiven Feuerwehrdienst festmachen:

  • Dettenheim: Mutter mit zwei Töchtern; Vater und Mutter mit einem Sohn; zwei Väter mit zwei Söhnen.
  • Eggenstein-Leopoldshafen: Sechs Väter/Mütter mit acht Söhnen/Töchtern.
  • Graben-Neudorf: Sieben Väter mit ihren Söhnen.
  • Linkenheim-Hochstetten: Sieben Väter mit sechs Söhnen und drei Töchtern.
  • Walzbachtal: Neun Väter mit elf Söhnen.
  • Stutensee: 13 Väter/Mütter mit 14 Söhnen/Töchtern.
  • Pfinztal: Zehn Väter mit acht Söhnen und sechs Töchtern; zwei Ehepaare mit Sohn

Nur in Weingarten gibt es derzeit keine Familienkombinationen Vater/Mutter mit Sohn/Tochter, die am Einsatzdienst teilnehmen.

„FF“ wie „Familien-Feuerwehr“: In der Freiwilligen Feuerwehr Pfinztal sind in der Summe zehn Väter mit 14 Kindern und zwei Ehepaare mit Kind. Foto: Müller

In etlichen Familien geht es um die Tradition

Keine Frage, die Zahlen dürften auf den ersten Blick erstaunen. Beim zweiten wird schnell deutlich, dass es in etlichen Familien so etwas wie eine Feuerwehr-Tradition gibt. Beispielhaft seien an dieser Stelle die Abteilung Friedrichstal und die Wehr Pfinztal näher beleuchtet. Bei den Dörflers, Vater Nico, Mutter Marliese, Sohn Pierre, gibt die Freiwillige Feuerwehr (Abteilung Kleinsteinbach) den Takt bei der Freizeitgestaltung vor. Und ja, auch das bestätigten die anderen Familien, es könne schon mal vorkommen, dass man gemeinsam ausrücke. Ein Vorteil solch einer Feuerwehrfamilie sei die „Nacharbeitung“ von Einsätzen. „Da lässt sich in der Familie einiges aufarbeiten“, heißt es immer wieder. Und ganz wichtig: Jeder weiß, um was es geht. Jeder hat Verständnis für den mitunter nächtlichen Dienst in der Feuerwehr.

Einstieg über Jugendfeuerwehr

Der Einstieg des Feuerwehrnachwuchses erfolgt normalerweise über die Jugendfeuerwehr. Wie der Vater beziehungsweise die Mutter, so der Sohn beziehungsweise die Tochter. Viel Überzeugungsarbeit sei aber nicht notwendig gewesen, verrät Frank Giraud und deutet auf Sohnemann Pascal, der nun aktiver Feuerwehrmann in der Abteilung Friedrichstal ist. Gleiches gilt für Nadine, die Tochter von Armin Mommsen, die jetzt Feuerwehrfrau ist. Der Dritte im Feuerwehrverbund der Familie Mommsen ist Sohn Benjamin, seit drei Jahren im aktiven Dienst. Die Feuerwehr sei eine Lebenseinstellung, sagt Giraud. Abgesehen davon, und da blitzt der Vater durch, gehe der Sohn so einer sinnvollen Freizeitgestaltung nach. „Wichtig ist, dass die Mütter dahinterstehen“, meint Mommsen Senior.

Manchmal hilft es, dass Mama oder Papa in der Nähe sind

Dass der Feuerwehrdienst nicht harmlos ist, wissen die erfahrenen Feuerwehrleute aus Pfinztal und Friedrichstal nur allzu gut. Klar mache man sich da schon Sorgen um die Kinder, räumt nicht nur Giraud ein. Und manchmal ist es dann doch gut zu wissen, dass Mama und Papa in der Nähe sind – wenigstens bei den ersten Einsätzen der „Familien-Feuerwehr“.

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