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Ein Herbsttag im Wald

Warme Temperaturen im November locken Menschen in Hardt und Kraichgau in die Natur

Sonne satt und gefühlte 20 Grad über dem Kraichgau und der Hardt haben am Wochenende die Massen in die Natur gelockt. Hinzu kam sicherlich, dass in Zeiten des Lockdowns so gut wie keine Alternativen geboten waren. 

Farbenspiel Mitte November: Waldweg in der Nähe des KIT Campus Nord. Foto: Thilo Kampf

Die Meteorologen hatten nicht zu viel versprochen: Sonne satt und gefühlte 20 Grad über dem Kraichgau und der Hardt haben am Wochenende die Massen in die Natur gelockt. Hinzu kam sicherlich, dass in Zeiten des Lockdowns so gut wie keine Alternativen geboten waren.

Vor allem das Kraichgauer Hügelland war am Samstag die Domäne der Radfahrer, wobei die älteren Semester durchweg die elektrischen Varianten bevorzugten. Etwa Antonia und Walter aus Bretten, die sich bei einem Stopp an einer Tafel unterhalb des Schlosses in Gochsheim über die weitere Route informierten. Ihre Tour de Kraichgau umfasste etwa 60 Kilometer, verraten die beiden und „Es ist einfach eine herrliche Landschaft hier. Das sieht man besonders jetzt, im Herbst.“ Ihnen seien bereits jede Menge Paare begegnet, die den sonnigen Novembertag ebenfalls für eine Radtour nutzen würden, erzählt Walter noch, bevor er sich auf den Sattel schwingt.

Apropos Sattel: Am Ortsausgang von Gochsheim, Richtung Münzesheim, wird sich Alina Hack in wenigen Minuten auf denselben ihres Pferdes „Mante“ schwingen. „Ich warte noch auf eine Freundin, dann reiten wir in die Natur“, sagt Alina, deren Tier kürzlich beim Sankt-Martins-Umzug in Bruchsal zum Einsatz kam.

Am Waldrand oberhalb von Münzesheim sitzen zwei junge Männer aus Menzingen und Obergrombach auf einer Bank. „Wir treffen uns bei schönem Wetter immer per Rad. Das ist nicht so gefährlich wie mit der S-Bahn“, sagt der eine, der aber seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Vor ihnen ein Feld mit leuchtenden Sonnenblumen, Wicken und Weizen - und das Mitte November. „Tja, der Klimawandel macht sowas“, kommentiert ein Spaziergänger, der mit zwei Kumpel unterwegs ist.

Waldspielplatz ist gut besucht

Vorbei an Plantagen mit leuchtend roten Äpfeln und proppenvollen Birnbäumen geht es in den Wald, genauer: ins Gebiet „Hühnerbüschle“. Dort gibt es einen Waldspielplatz, der an diesem warmen Novembertag recht gut frequentiert ist. „Ich hätte nie gedacht, dass so viel los ist heute“, sagt Edith Dietrich aus Menzingen, die mit ihren Enkeln da ist. Einer davon, der sechsjährige Marlon, hat Spass auf der Rutsche - und sagt dem BNN-Fotografen später, welches Bild der verwenden soll.

Tiefer im Kraichtaler Wald walken Hartmut und Erika aus Münzesheim. „Früher“, erzählt die Rentnerin, „bin ich drei, vier Mal die Woche zum Walken gegangen, heute reicht es ein Mal die Woche“. An einen so warmen Tag Mitte November könne sie sich nicht erinnern. „Das ist ja wie ein Frühlingstag heute.“ Aber natürlich viel besser als ein trister, kalter Nebeltag, wie es im elften Monat des Jahres ja eher die Regel sei, ergänzt ein weiterer Wanderer.

Während das Licht durch die Bäume bricht und der Blätterboden rötlich glänzt, macht sich eine junge Frau mit Dehnübungen fertig zum Joggen. Jogger hat es wie Sand am Meer in den Wäldern des Kraichtals - und viele sind so in ihre Leidenschaft vertieft, dass sie sich vom BNN-Reporter nicht stören lassen wollen.

Viele Radler in der Hardt unterwegs

In den Senken der Hardt wird weniger gejoggt als vielmehr geradelt. Kein Wunder, ist das Gebiet doch recht flach. Im Wald am Rhein bei Alt-Dettenheim treffen die BNN auf Margot und Siegfried Roth aus Rußheim. Die beiden sind über die Obstbaum gesäumten Wege zum Rhein geradelt, nun machen sie sich auf den Heimweg. „Ich bin froh, dass das Wetter noch so schön ist“, gibt Margot Roth zu Protokoll, „denn dann ist der Winter für mich nicht so lang“.

Die letzten Sonnenstrahlen genießen und „Vitamin D tanken“ sei das Gebot der Stunde, ergänzt ihr Ehemann. Ein anderes Paar findet, dass dieser Rheinabschnitt „nicht so überlaufen ist wie anderswo“ und genießt die Sonne am Fluss.

Letzte Station der Rundtour ist der Wald beim KIT Campus-Nord, eigentlich auf Gemarkung Eggenstein-Leopoldshafen. Auch in diesem Wald zeigt sich der Spätherbst in seiner ganzen Pracht. Hier genießen viele Spaziergänger den Tag, etwa die Familie aus Stutensee mit Hund „Tunisha“. Einfach nur schön finden Edel und Stefanie, die beiden Damen der Familie, das Farbenspiel des wohl letzten Frühlingstages vor der Adventszeit.

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