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Zahl der Einkäufer etwa gleich

Wegen Corona kommen jetzt andere Kunden in die Tafelläden der Region

Die Kundschaft der Tafelläden hat sich durch die Corona-Pandemie geändert. Trotzdem ist die Zahl der Einkäufer etwa gleich geblieben.

Auch der Tafelladen in Linkenheim-Hochstetten wird auch während der Corona-Pandemie gut besucht. Foto: Rake Hora /BNN

Montagnachmittag in der Graben-Neudorfer Schulstraße: Nach und nach betreten Kunden den Tafelladen, andere verlassen mit vollgepackten Taschen das Geschäft. Wenn der Laden zwei Stunden später schließt, werden etwa 50 Bedürftige für sich und ihre Angehörigen Lebensmittel besorgt haben.

An der Zahl der Einkäufer hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie kaum etwas geändert, berichtet Ulrich Ellinghaus, der als Leiter der Bruchsaler Tafel auch für deren Filialen in Graben und Blankenloch verantwortlich ist. Es kommen allerdings zum Teil andere Leute als noch vor gut einem Jahr.

„Vorwiegend sind es die Älteren, die weniger kommen, weil sie Angst haben, dass sie sich irgendwo anstecken“, sagt Ellinghaus und ergänzt: „Aber wir haben einige neue Kunden, die vorher nicht zur Tafel gekommen sind.“ Vor allem Beschäftigte, die wegen der Krise derzeit in Kurzarbeit sind, seien auf die sozialen Einrichtungen angewiesen.

Woche für Woche bedienen in Graben acht Helferinnen und Helfer rund 100 Kunden, im Stutenseer Stadtteil Blankenloch versorgen zwölf Ehrenamtliche etwa 80 Bedürftige.

Hygienemaßnahmen erforderten Investitionen

In den Geschäften, für die der Caritasverband Bruchsal zuständig ist, werden allerdings nicht nur helfende Hände benötigt. Der Betreiber hat wegen der Hygienebestimmungen auch Geld investiert. Anschaffungen wie Einmalhandschuhe, Hygienesprays oder Plexiglasscheiben hätten für „viel höhere Kosten“ als vor der Pandemie gesorgt, sagt Ellinghaus.

Nicht ohne Stolz verweist der Caritasverband darauf, dass all seine Einrichtungen im nördlichen Landkreis zudem mit Luftreinigern ausgestattet sind oder werden. „Uns liegt die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und natürlich der Bedürftigen am Herzen“, betont Ellinghaus.

Im Frühjahr 2020 war wegen der Ansteckungsgefahr die Filiale in Graben einen Monat, die in Blankenloch eine Woche lang geschlossen. Aber die ehrenamtlichen Mitarbeiter haben mit Erfolg darauf gedrängt, wieder öffnen zu dürfen. Um die Waren zu günstigen Preisen zu erwerben, benötigten die Bedürftigen einen speziellen Ausweis. Unterlagen wie Bewilligungs-, Renten- oder Lohnbescheide müssen vorgelegt werden. „Religion oder Herkunftsland spielen keine Rolle, es zählt allein die Bedürftigkeit“, heißt es beim Dachverband der Tafeln in Berlin.

Viele Tafeln organisieren ihren Betrieb um

80 Prozent der Waren, die in den Regalen liegen, sind Spenden von Supermärkten. Am Montagvormittag biegt ein Kleintransporter in den Gewerbering in Linkenheim-Hochstetten ein. Der Wagen hat Obst, Gemüse, Brot und Konserven geladen, die anschließend sortiert und in die Regale gelegt werden. Hier kümmern sich rund 50 Ehrenamtliche um 60 Personen mit den entsprechenden Ausweisen.

„Nach meinem Gefühl kommen mittlerweile mehr Leute als vor Corona“, sagt eine Mitarbeiterin des Tafelladens des Diakonischen Werks im Landkreis Karlsruhe. Demnach liegt Linkenheim-Hochstetten, wo auch Kunden aus Dettenheim und Eggenstein-Leopoldshafen einkaufen, im Bundestrend.

Der Dachverband in der Hauptstadt erklärt: „Aktuell fragen Menschen die Unterstützung der Tafeln nach, die vorher nicht auf externe Hilfen angewiesen waren.“ Das seien Leute, die aufgrund der Pandemie ihren Job oder Nebenjob verloren haben, Selbstständige, deren Existenz durch wegbrechende Aufträge auf dem Spiel steht, oder Beschäftigte, die wegen der Krise in Kurzarbeit sind.

Viele Tafeln organisieren ihren Betrieb um, sodass die Ausgabe von Lebensmitteln möglichst kontaktarm umgesetzt werden kann, auch in Graben, Blankenloch und Hochstetten. Überall herrscht Maskenpflicht, Schilder verweisen darauf, dass ein Mindestabstand eingehalten werden muss. Und wie derzeit schon bei den Kollegen in und um Bruchsal sorgen im Hochstettener Gewerbegebiet künftig zwei Luftreiniger für besseres Raumklima. „Sie werden dieser Tage eingebaut“, versichert Werner Kimmig, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Einrichtung zuständig ist.

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