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Umstrittener Aberglaube

Für diese Menschen aus dem Karlsruher Norden ist Freitag, der 13., ein Glückstag

Freitag, der 13., hat einen üblen Ruf. Doch nicht alle glauben an den Fluch: Einige Menschen aus dem Karlsruher Norden verbinden mit dem vermeintlichen Unglückstag nur Gutes. Wir erzählen ihre Geschichten.

Britta Speck aus Weingarten hat ihre Glückszahl 13 als Tattoomotiv gewählt. Gleich zweimal hat sie an einem Freitag, dem 13., erfahren, dass sie schwanger ist. Foto: Rake Hora /BNN

Die 13 gilt als Unglückszahl, der Freitag als Pechtag – und wenn beides zusammenfällt, am besten zu Hause bleiben. Besonders abergläubige Menschen, die an diesen Fluch glauben, erleiden beim Blick in den Kalender sogar eine phobische Störung.

Für die panische Angst vor Freitag, dem 13., existiert eine Fachbezeichnung im Psychologen-Jargon: Paraskavedekatriaphobie. Dabei belegen Studien, dass sich an Freitagen, die auf den 13. eines Monats fallen, nicht mehr Unglück ereignet als sonst.

Für einige Menschen aus der Region ist die 13 sogar eine Glückszahl. Britta Speck hat gleich zweimal an einem Freitag, dem 13., erfahren, dass sie schwanger ist. „Seit meiner Kindheit begleitet mich die 13 als etwas Gutes“, sagt die Weingartenerin.

Britta Speck aus Weingarten trägt die 13 als Tattoo

Geboren ist sie übrigens am 5.8.67 – die Quersumme der beiden ersten und der beiden letzten Zahlen ergibt 13.

Die Liebe zur vermeintlichen Pechzahl geht bei Britta Speck sogar unter die Haut: Seit rund zwei Jahren trägt die gebürtige Bremerin ein Tattoo mit 13 in einem Herzen an ihrem Knöchel.

Seit meiner Kindheit begleitet mich die 13 als etwas Gutes.
Britta Speck aus Weingarten

Und weil sie mit der Kombination aus Pechtag und Unglückszahl gute Erfahrungen gemacht hat, geht Britta Speck an diesem Freitag, dem 13., zur Wurzelbehandlung zum Zahnarzt. „Einige würden das mutig nennen“, witzelt sie.

Tatsächlich gibt es Menschen, die sich an diesem Tag nicht vor die Haustür wagen. Diejenigen eben, die unter Paraskavedekatriaphobie leiden. Unklar ist derweil, wie der Aberglaube entstanden ist.

Ein Erklärungsversuch: Die 13 gilt schon lange als Unglückszahl, weil sie auf die Zwölf folgt. Und die wiederum ist in vielen Kulturen heilig, man denke an die zwölf Tierkreiszeichen, zwölf kalendarischen Monate und zwölf Apostel in der Bibel.

Britta Speck aus Weingarten schreckt am Freitag, dem 13., auch nicht vor einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt zurück. Foto: Rake Hora /BNN

Auch am letzten Abendmahl Jesu nahmen der Überlieferung zufolge zunächst zwölf Personen teil – bis Judas dazu kam. Er war der 13. und verriet Jesus. Der wurde schließlich an einem Freitag gekreuzigt. Zudem sollen Adam und Eva an einem Freitag von der verbotenen Frucht gekostet haben.

Nach einem Börsencrash in den USA, der sich am Freitag, 13. Oktober 1929 ereignet hat, soll sich der Aberglaube endgültig festgesetzt haben. Einige Fluglinien verzichten deshalb an Bord auf eine Reihe 13, Hotels auf die Bezeichnung 13. Stockwerk.

Paare heiraten bewusst am vermeintlichen Unglückstag

Thorsten Krutt kann darüber nur schmunzeln. Denn wie Britta Speck verbindet er die 13 mit Glück und Liebe. An einem Freitag, dem 13., heiratete er seine Frau.

Und das nicht zufällig, sondern ganz bewusst. „Wir sind an einem 13. zusammengekommen, und ich habe ihr an einem 13. gesagt, dass ich sie liebe“, erzählt der Weingartener. „Seit sechs Jahren wünschen wir uns an jedem 13. eines Monats Happy 13.“

Bereits seit 23 Jahren ist Kerstin Schönthaler aus Linkenheim-Hochstetten mit ihrem Mann verheiratet. Das Paar gab sich ebenfalls an einem Freitag, dem 13, das Ja-Wort. Ein Fluch liegt offenbar nicht auf der Ehe: „Wir können nichts Negatives über den Tag sagen“, betont Schönthaler.

Thorsten Krutt und Sina Malohn haben an einem Freitag, dem 13., geheiratet. An einem 13. gestand er ihr seine Liebe. Foto: Rake Hora /BNN

Am Freitag, 13. November 1970, heirateten die Eltern von Tatjana Wipfler aus Graben-Neudorf. „Sie sind bis heute immer noch glücklich miteinander“, sagt sie. „Ich habe also sehr positive Erfahrungen mit diesem Tag gemacht.“

Das gilt auch für Julia Lukic. Die Weingartenerin verbindet mit dem vom Aberglauben umwobenen Datum eine bestandene Prüfung. „An dem Tag habe ich meinen Führerschein gemacht“, berichtet sie. „Es war also mein Glückstag.“

Übrigens: In Japan gilt die 13 als Glückszahl. Angst jagt den Japanern dagegen die Vier ein. Deren Aussprache ähnelt nämlich stark dem japanischen Wort für Tod. Deshalb gibt es in vielen Krankenhäusern im Land kein viertes Stockwerk.

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