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Durch Pandemie fehlt es an Gelegenheiten zur Präsentation des Weins

Kronen der Weinköniginnen in Weingarten verstauben wegen Corona ungenutzt

Abgesagte Reisen und Veranstaltungen: Die Weinhoheiten aus Weingarten haben zurzeit nichts zu tun und hoffen auf eine weitere Amtszeit.

Corona hat gebremst: Die Aufgaben der Weingartener Weinhoheiten (von links Lea, Cristina und Charlotte) sind seit Frühjahr geschrumpft, weil es wegen der Pandemie keine Termine gab, bei denen sie den Weingartener wein hätten repräsentieren können. Foto: Vanessa Graf

Von Marianne Lother

Voller Spannung, Erwartung und Vorfreude hatten Weinkönigin Lea und ihre Prinzessinnen Charlotte und Cristina im Sommer 2019 ihr Amt angetreten. Sie hatten sich vorbereitet, sich Kenntnisse über den Weingartener Wein angeeignet und mit viel Stolz und Freude Dirndl und Krönchen getragen. Aber ihr letzter offizieller Auftritt war der Neujahrsempfang der Gemeinde, danach setzte die Corona-Pandemie allem ein Ende. Ein Event nach dem anderen fiel aus. Das fehlt den Mädchen sehr.

„Unsere Krönchen sind beinahe eingestaubt“, bringt es Lea auf den Punkt. „Am meisten bedauert habe ich, dass die Reise zu unserer Partnergemeinde Olesa de Montserrat in Katalonien ins Wasser fiel.“ Umso froher war sie über die kleine Möglichkeit, ihr Dirndl zu schwingen, beim Weinabend im Café Herzstück. Aber es ging nicht nur ums Dirndl. Die Zusammenarbeit mit den Mädchen auf den Festen und Veranstaltungen, die Arbeit im Team, das Gespräch und das Miteinander vermisst sie. Nicht nur ihr geht es so.

Charlotte wünscht sich, dass die offiziellen Auftritte bald wieder möglich sind, denn sie vermisst die positiven Begegnungen und die Gespräche mit den Gästen. Auch sie freut sich, wenn sie, wie nur bei einem kleinen Fotoshooting geschehen, von der Öffentlichkeit als Weinhoheit wahrgenommen wird.

Kontakt zu den Menschen fehlt Weinhoheiten

Cristina denkt mit Wehmut an die tollen Gelegenheiten aus der Vergangenheit: Weinwandertag, verkaufsoffener Sonntag und die Fahrt zur Partnerstadt Liverdun. Sie liebt den Kontakt mit den Menschen, mit denen sie – auch spanisch, katalanisch und französisch – sprechen konnte.

Aber andererseits hatten die jungen Frauen plötzlich eine Menge mehr Zeit. Glücklicherweise hatte keine von ihnen berufliche oder anderweitige Pläne verschoben, um Zeit für das Amt zu anzutreten. Das sollte alles nebenbei laufen. Darum sollten es immer mehrere Frauen sein, damit keine in Terminstress komme, hatte Bürgermeister Eric Bänziger schon am Vorstellungsabend klargestellt.

Lea verbrachte jetzt die meiste Zeit mit ihrer Familie und büffelte für das Abitur an der Käthe-Kollwitz-Schule, das sie inzwischen hinter sich hat. Ab 5. Oktober wird sie zwar noch weiterhin Weinkönigin sein, wenn sie gebraucht wird, aber sie plant, ein Jahre lang einen Bundesfreiwilligendienst im Krankentransport beim ASB Karlsruhe zu absolvieren und damit eine Ausbildung zum Rettungssanitäter zu verbinden.

Charlotte arbeitet weiterhin in ihrem Beruf in der Friseur- und Kosmetikbranche, macht sich aber Gedanken über eine berufliche Veränderung und nutzt die Zeit für die Suche nach einem neuen Job. Cristina studiert Rechtspflege in Schwetzingen. Im September 2019 hatte sie mit dem Studium begonnen und das erste Jahr war nur Theorie.

Alle drei würden gerne eine weitere Amtszeit dranhängen

Durch den erzwungenen Stillstand blieb ihr viel Zeit, im Home Office gründlich zu lernen und nachzuarbeiten, zumal sie sich jetzt auf ihr Praxisjahr vorbereitet, das sie im September an Gerichten im Raum Karlsruhe beziehungsweise Baden absolvieren wird.

Was bleibt den Mädchen anderes übrig, als sich in Geduld zu üben? Sie halten untereinander Kontakt, vorwiegend über Social Media, und warten auf bessere Zeiten. Mit dem Straßenfest 2021 geht ihre Amtszeit zu Ende und alle drei würden sich außerordentlich freuen, eine Ersatz-Amtszeit dranhängen zu dürfen und die Krone erst 2023 abgeben zu müssen. Trotzdem würden sie die Entscheidung verstehen, wenn das nicht möglich wäre.

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