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Zugeparkte Gehwege

Nach Anzeigenflut: Weingartener parken mehrheitlich auf der Straße

Im Frühjahr sorgten zwei Männer in Weingarten für Aufregung. Sie zeigten zahlreiche Autofahrer an, die auf dem Gehweg geparkt hatten. Auch gegen das Ordnungsamt wurde geschossen.

Anzeigenflut: Im Frühjahr und Sommer hatten die Mitarbeitern des Weingartener Ordnungsamtes viel zu tun. Foto: Vanessa Graf

Nach der Anzeigenflut gegen Falschparker in Weingarten hat sich die Lage wieder entspannt. Mittlerweile parke die Mehrheit der Autofahrer auf der Straße, sagt Ordnungsamtsleiter Patrick Nagel. Zugeparkte Gehwege seien die Ausnahme.

Bis in den Sommer zeigten zwei Männer aus Weingarten und Grötzingen Autofahrer über die Plattform „Frag den Staat“ an, weil sie auf Gehwegen parkten. In drei Jahren kamen so nach Gemeindeangaben rund 200 Anzeigen zusammen.

Patrick Nagel habe mit den beiden Männern im Sommer in Kontakt gestanden. Seit einigen Wochen herrsche nun Funkstille. Es seien von ihnen keine weiteren Anzeigen eingegangen.

Einwohner zeigen sich gegenseitig an

Die Aktion der Männer sorgte unter den Weingartener Einwohnern mächtig für Zündstoff. „Auf einmal hat jeder jeden angezeigt“, sagt Nagel. Auch gegen den Ordnungsamtsleiter wurde eine Beschwerde beim Regierungspräsidium Karlsruhe eingeleitet. Man warf ihm vor, dass seine Behörde nicht richtig kontrolliere. Das Verfahren sei aber ohne dienstliche Folgen eingestellt worden, sagt Nagel.

Auf einmal hat jeder jeden angezeigt.
Patrick Nagel, Ordnungsamtsleiter von Weingarten

Auf die Anzeigenflut reagierte die Gemeinde mit gelben Hinweiszetteln, die Beamte in mehreren Straßen verteilten. Darauf wurde über die Parkregel informiert. Laut Paragraf 12 der Straßenverkehrsordnung ist das Parken auf Gehwegen verboten.

Die Regel bringt aber auch Probleme mit sich. In der Wilzerstraße gilt etwa seit Juni ein einseitiges Halte- und Parkverbot. Denn: Parkende Autos standen so nah aneinander, dass sie Rettungs- und Müllfahrzeuge behinderten, heißt es in einer Gemeindemitteilung.

Neues Mobilitätskonzept soll helfen

In Zukunft wolle man die Parksituation in Weingarten mit einem neuen Mobilitätskonzept verbessern – das soll Ende des Jahres beschlossen werden. Im Moment verteilten die Beamten des Ordnungsamts Verwarnbescheide an Falschparker, sagt Nagel. Dabei wird ein Verwarngeld von bis zu 35 Euro fällig.

Bußgelder gebe es dagegen nur selten. Solche Knöllchen beginnen ab 35 Euro. Sie werden etwa ausgestellt, wenn es um Vorsatz geht. Das heißt, dass dem Autofahrer unterstellt wird, er parke absichtlich falsch.

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