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100 Teilnehmer bei Protest-Veranstaltung

Vielfältige Kritik an geplanten Windrädern auf dem Heuberg bei Weingarten

Der Widerstand gegen die geplante Windkraftanlage auf dem Heuberg bei Weingarten wächst: Am Sonntag kamen über 100 Bürger zu einer Veranstaltung der Gruppen „Gegenwind“ aus Walzbachtal und Weingarten. Die beiden Landtagsabgeordneten des Wahlkreises stellten sich den Fragen der Bürger.

„Gegenwind“ auf dem Heuberg: Zahlreiche Interessierte informierten sich über die Nachteile des geplanten Windkraftprojekts. Die Landtagsabgeordneten Andrea Schwarz und Joachim Kößler stellten sich den Fragen der Teilnehmer. Foto: Nico Fischer

Der Austausch setzte sich auch in den Kleingruppen fort, die sich nach dem Ende der Veranstaltung wieder auf den Weg zum Naturfreundehaus in Jöhlingen machten. Von dort aus hatten die Ortsgruppen Weingarten und Walzbachtal des Vereins „Gegenwind Obergrombach – Helmsheim-Kraichgau“ zu einem Spaziergang eingeladen. Das Ziel dabei war der Heuberg, auf dem Windenergie gewonnen werden soll.

Fünf Windräder mit je 247 Meter Höhe geplant

Insgesamt fünf Windräder mit einer jeweiligen Höhe von 247 Meter Höhe will die EnBW dort errichten, wie die Vorsitzende des Vereins „Gegenwind“, Christiane Berberich, den gut 100 Interessierten im Vorfeld der Ortsbegehung schilderte. Bereits hier brandete spontaner Applaus auf, als Berberich auf die Auswirkungen des Projektes auf das „wichtige Rückzuggebiet für den Menschen“ verwies.

Michael Speck, Schriftführer von Gegenwind, stellt die Intention des Vereins dar. Gegründet wurde der Verein im Jahr 2013, als im Zusammenhang mit dem ersten Windatlas eine Reihe von Flächen in Obergrombach und Helmsheim als mögliche Standorte für Windenergie ausgewiesen wurden. Der Verein, so Speck, nehme dabei das „Naturschutzgesetz als Grundlage und erinnere daran, dass dieses einzuhalten ist“. Gegenwind ist dabei parteipolitisch neutral, da es „um die Sache geht“, wie Speck betont.

Gebiet ist „traumhaft für Vögel“

Gemeinsam mit den beiden Landtagsabgeordneten Andrea Schwarz (Grüne) und Joachim Kößler (CDU) machte sich die Gruppe dann auf dem Weg. Vor Ort machte Susanne Görner von der Ortsgruppe Weingarten darauf aufmerksam, dass der geplante Standort für die Windanlagen ein „traumhaftes Gebiet für Vögel“ sei, insbesondere für Milane, Wespenbussarde und Mäusebussarde. Gleichzeitig verdeutlichte sie anhand einer abgesteckten Fläche die Größe eines Fundaments, das für die Errichtung eines Windrads notwendig ist und die dafür benötigte Menge an Beton.

Aus Sicht der Auswirkungen für die Natur argumentierte auch Heike Hilz, die die ehrenamtliche als Naturschutzwartin aktiv ist. Gewissermaßen als Sprachrohr für „Mutter Erde“ verwies sie auf die „geschützten Arten“ und darauf, dass die Abholzung des Waldes aus ökologischer Sicht höchst problematisch sei. Es ist eine „Ermordung der Natur“ in einem Gebiet, „wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen“, so Hilz.

Zu laut und zu schwach?

Reinhold Adis stellte die Auswirkungen des Schalls der „Monsterräder“ auf die Anwohner dar und verwies darauf, dass sich der Schall nicht kreisförmig verbreite, sondern mit dem Wind. Dass eine kontinuierliche Versorgung der Haushalte mit Strom durch die geplanten Anlagen nicht möglich sei, erläuterte der Meteorologe Siegfried Vogt den Teilnehmern. Nach Vogt wehe der Wind im Jahr durchschnittlich drei Monate zu schwach, um die Windräder überhaupt anzutreiben. In weiteren drei Monaten sei die Windstärke äußerst gering. Als Vergleich verwies Vogt in diesem Zusammenhang auf „zwei Motoren von Sportwägen“, die in den drei Monaten die gleiche Leistung erbringen könnten.

Was sagen die Landtagsabgeordneten zum Thema? Andrea Schwarz (Grüne) stellte dar, dass bei einem solchen Projekt im Vorfeld stets die „Träger öffentlicher Belange“ angehört werden. Gleichzeitig machte Schwarz aber auch deutlich, dass man in Zukunft auf einen Mix aus „Photovoltaik, Geothermie, Wind und Biomasse“ umsteigen müsse, um „auch in Zukunft Strom zu haben“. Für Joachim Kößler (CDU) ist für die Zukunft eine „effiziente Energiegewinnung“ wichtig. Allerdings, so macht Kößler deutlich, sei dies bei dem geplanten Projekt nicht gegeben. Anders sehe das zum Beispiel bei den Projekten in der Nord- und Ostsee aus.

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