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Hygiene-Konzepte für Veranstalter

Weingartener Bühnenbauer Megaforce will mit neuem Standbein durch die Corona-Krise kommen

Die aktuellen Corona-Beschränkungen kämen einem Berufsverbot gleich, sagt Unternehmenschef Michael Brombacher. Mit neuen Ideen will er die Krise meistern.

Ungewissheit: Michael Brombacher im Hof seiner Firma Megaforce in Weingarten. Die mangelnden Perspektiven für die Branche machen ihm Sorgen. Foto: Foto: Nico Fischer

Die Arbeit bringt immer neue Herausforderungen mit sich. Diese Erfahrung hat Michael Brombacher, der mit seinem Weingartener Unternehmen Megaforce Bühnen für Großveranstaltungen realisiert, reichlich gemacht.

So zum Beispiel, wenn ein Lkw mit dem Material beim Aufbau nicht an die entsprechende Stelle kommt: „Aber es gibt Wege, und wir finden eine Lösung“, sagt Brombacher. Für die aktuelle Situation aber scheint nur schwerlich eine Lösung in Aussicht zu stehen: „Wir kämpfen mit der fehlenden Perspektive, da wir nicht wissen, wie sich die Situation weiter entwickeln wird.“

Corona und die aktuellen Regelungen führen gewissermaßen zu einem „Berufsverbot“ und stellen das Unternehmen vor große Herausforderungen. „Wir planen zwar aktuell für nächstes Jahr neue Projekte und machen Angebote, aber uns ist immer bewusst, dass wir das alles dann möglicherweise nicht realisieren könnten.“ Das sei auch für die Mitarbeiter, die aktuell in Kurzarbeit sind, sehr schwer. „Die ganze Situation ist nicht einfach und stellt eine große mentale Herausforderung für das Team dar.“

Anderen Kollegen in der Branche machen dabei ähnliche Erfahrungen, wie Brombacher schildert. Da man gezwungenermaßen Zeit habe, rücken andere Aspekte in den Fokus: „Wir haben die Prozesse und Strukturen beleuchtet und Dinge hinterfragt. Außerdem hatten die Mitarbeiter Fortbildungsmöglichkeiten wie Sprachkurse oder Kurse zu Social Media. Und solange es möglich war, haben wir auch In-House-Schulungen in kleinen Gruppen realisiert“, schildert Brombacher die vergangenen Monate. Das sei von der mentalen Seite her für das Team wichtig gewesen. Daneben hat man sich auch Gedanken über andere Konzepte und Geschäftsbereiche gemacht.

Trustcon soll Veranstalter in Sachen Hygiene unterstützen

So ist Trustcon entstanden. „Trustcon kommt unter anderem in der SAP-Arena in Mannheim zum Einsatz und bietet individuelle Hygienemaßnahmen für Veranstaltungen“, sagt Brombacher. So lässt sich mithilfe eines Tablets kontaktlos die Körpertemperatur messen und in Verbindung mit einem Drehkreuz kann der Zugang zu einer Veranstaltung geregelt werden. Mit dem Konzept, für das man auch mit Italien in Kontakt stehe, sollen überhaupt auch wieder Veranstaltungen ermöglicht werden, wie Brombacher verdeutlicht.

Grundsätzlich sei es in dieser Zeit ein wichtiger Schritt gewesen, dass die Event-Branche sich zusammengetan habe und gemeinsam ihr Anliegen formuliert und vorgebracht habe. „Die Event-Branche ist vielschichtig, und wir haben in der Vergangenheit nicht mit einer Stimme gesprochen, im Gegensatz zum Beispiel zu Hotels und Gaststätten, die mit der Dehoga einen starken Verband haben.“

Europaweit gefragte Experten: Megaforce hat sich in rund 30 Jahren einen Ruf als Innovator erarbeitet. Aber unter den Folgen der Corona-Pandemie hat auch das Weingartener Bühnenbau-Unternehmen zu leiden. Den Mitarbeitern wurden in dieser Zeit Fortbildungskurse angeboten. Foto: Werner Alexander

Mit „Alarmstufe Rot“ hat sich ein solches Bündnis gebildet, das auf die kritische Lage der Veranstaltungstechnik aufmerksam macht, Gespräche mit der Politik führt und Demonstrationen organisiert. Brombacher appelliert auch an die Politik, „schnell, unbürokratisch und vernünftig zu handeln.“ Die Existenz der Branche sei gefährdet.

Die Hilfe, die im Sommer versprochen wurde, kam vorige Woche, die weitere Hilfe sei gerade in Bearbeitung. Wie sieht der Blick in die Zukunft aus? Man habe den Auftrag, für die ADAC Masters und die Rennsaison im nächsten Jahr Bühnen zu bauen.

Dauer-Open-Air als Lösung für Kulturveranstalter?

Über den Sommer hinweg sieht Brombacher Chancen im entsprechend angepassten Open-Air-Angebot: „Man kann eine Dauerevent-Location einrichten, indem man die Grundstruktur stellt. Das ist zum Beispiel für die Rennbahn in Iffezheim angedacht. So könnte man Kultur wieder ermöglichen.“

Im Februar oder März wird sich zeigen, wo die Branche steht.
Michael Brombacher

Das sei auch aus einer anderen Warte wichtig. „Der Wegfall des Kuturbereichs führt auch dazu, dass die Leute und auch besonders Jugendliche keine Möglichkeiten für einen Ausgleich haben.“ Im Frühjahr heißt es dann, den aktuellen Standpunkt zu betrachten. „Im Februar oder März wird sich zeigen, wo die Branche steht.“ Weitergehen wird es, die Frage sei nur: „Wann? “Und vor allem: „Können wir bis dahin überleben?“

Auf dem Vordach des Megaforce-Firmengebäudes findet sich ein Bild für diese Zeit: eine Metallfigur, hinter der noch die Reste des verbrannten Sargs zu sehen sind, mit der man die Branche im Sommer symbolisch zu Grabe getragen hat (die BNN berichteten). Die Metallfigur entstand dabei als Phönix aus der Asche – als Zeichen der Hoffnung und des Mutes in dieser Zeit.

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