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Kampf gegen tückische Krankheit

Weingartenerin wird von Christian Wulff ausgezeichnet

Seit vielen Jahren engagiert sich Romy Wandschneider für Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind. Jetzt wurde sie für ihr Wirken geehrt.

Romy Wandschneider erhält die Auszeichnung von Alt-Bundespräsident Christian Wulff, der Schirmherr der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft ist.
Romy Wandschneider erhält die Auszeichnung von Alt-Bundespräsident Christian Wulff, der Schirmherr der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft ist. Foto: DMSG Bundesverband e.V./Anne Freitag

Seit mehr als 20 Jahren leitet die Weingartenerin Romy Wandschneider die Kontaktgruppe Bretten/Bruchsal der Amsel (Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband). In diesem Ehrenamt hat sie schon sehr viel erreicht. Für ihr langjähriges und wirkungsvolles Engagement wurde sie jetzt in Berlin mit der goldenen Ehrennadel der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) ausgezeichnet. Die Auszeichnung überreichte Alt-Bundespräsident Christian Wulff, der Schirmherr der DMSG ist.

Im Alter von 26 Jahren erkrankt

Romy Wandschneider weiß, worauf es ankommt, denn sie ist selbst betroffen. Die Diagnose traf sie im Alter von 26 Jahren im Jahr 1996. Aber vom ersten Tag an kämpfte die tapfere und agile Frau gegen die tückische Krankheit an. Ihr Lebensmut und ihr unverwüstlicher Humor halfen ihr. Und der Anschluss an die Amsel-Kontaktgruppe. Als die Leitung dieser Gruppe vakant wurde, nahm sie die Anfrage, ob sie nicht die Nachfolge übernehmen wolle, gerne an.

Die Arbeit beinhaltet vor allem viel Organisatorisches. Die Mindestanforderung ist, mit Telefonnummer und Adresse als Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen. Der Kern der Aufgabe besteht in der Organisation des monatlichen Treffens. Derzeit trifft sich eine Gruppe in Jöhlingen, eine andere in Ubstadt-Weiher.

Auf der Suche nach einer Location in Bruchsal

Gern würde Wandschneider eine Gruppe in Bruchsal installieren, aber das scheiterte bislang daran, dass eine passende Location nicht gefunden wurde. Das Lokal müsse rollstuhlgerecht sein, eine Behindertentoilette und ein Nebenzimmer sowie einen großen Parkplatz bieten, sagt Wandschneider.

15 bis 25 Personen kommen zu solch einem Treffen. Dieser Kreis ist ein Auffangbecken, vor allem psychischer Art: intim und vertraut, aber trotzdem offen für neue Mitglieder. Sich auszutauschen, Leidensgenossen zu treffen, auf Verständnis zu stoßen, Teil einer Gemeinschaft zu sein – das ist der Sinn dieser Treffen.

Die Leiterin informiert über Aktuelles vom Landesverband, weist auf Vorträge hin, beispielsweise zum Thema Rente, Vorsorgevollmacht, Hilfsmittel und medizinische Neuheiten. Sie schreibt Artikel in den Blättern des Landesverbands und kümmert sich darum, dass die Kontaktgruppe in der Öffentlichkeit präsent ist.

Behindertengerechtes Wohnen in der Bahnstadt

Lange Jahre hatte Romy Wandschneider die Vision, in Bruchsal ein Mehrgenerationenhaus zu errichten. Sie war bereits mit Bürgermeister Andreas Glaser (CDU) auf Bauplatzsuche. Jetzt ist auch durch ihr Mitwirken ein Projekt auf dem besten Weg, Wirklichkeit zu werden: In Bruchsal entsteht ein Wohnprojekt für behinderte Menschen.

Als Ingo Wagner, Investor aus Büchenau mit sozialem Touch, bei der Stadtverwaltung Bruchsal nach Möglichkeiten in der Bahnstadt anfragte und sein Vorhaben vortrug, dachte Andreas Glaser sofort an Romy Wandschneider. Ob sie noch interessiert sei?

Und ob. Sie wurde das beratende Auge des Architekten, bekam Einblick in die Pläne und stellte ihr Wissen und ihr Einfühlungsvermögen zur Verfügung. Türen, Schwellen, Stufen, Lichtschalter und mehr können Hindernisse sein.

Im November 2022 war die Grundsteinlegung, nach der Fertigstellung werden acht Menschen aus ihrer Gruppe dort in eine behindertengerechte Wohnung einziehen. Nicht zuletzt für dieses zeitintensive und weitreichende Engagement hat Romy Wandschneider die goldene Ehrennadel erhalten.

Kontakt

Telefon (07244) 722192, Internet: www.amsel.de/bretten-bruchsal

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