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Katholiken forcieren eher Präsenzgottesdienste

Wie geht es nach der Lockdown-Verlängerung für die Kirchen in der Hardt weiter?

Wie geht es weiter mit den Gottesdiensten in den Kirchen und Gemeinden in der Hardt, nachdem der ursprünglich bis 10. Januar angesetzte Lockdown bis Monatsende verlängert wurde? Alles wie gehabt, lautet die kurze Antwort, die Erläuterungen fallen indes etwas länger aus.

Corona-konform: Wie in den vergangenen Wochen feiern Katholiken auch weiterhin Präsenzgottesdienste, erklärt Dekan Lukas Glocker Foto: Martin Heintzen

Wie geht es weiter mit den Gottesdiensten in den Kirchen und Gemeinden in der Hardt, nachdem der ursprünglich bis 10. Januar angesetzte Lockdown bis Monatsende verlängert wurde? Alles wie gehabt, lautet die kurze Antwort, die Erläuterungen fallen indes etwas länger aus.

Von der Diözesanstelle sowie von der Landesregierung gebe es mit Blick auf die Veranstaltung von Gottesdiensten keine neuen Ansagen, teilt Dekan Lukas Glocker für den katholischen Kirchenbezirk Bruchsal/Bretten mit. „Daher bleibt es katholischerseits bei einem sehr behutsam-vorsichtigen ‚corona-konformen‘ Umgang bei Präsenzgottesdiensten, die meist gefeiert werden“, erklärt Glocker.

Manche entfielen allerdings auch. Die Entscheidung, ob es Gottesdienste in den Kirchen gibt, liege in der Verantwortung der Kirchengemeinden. Die müssten in der Sache entscheiden – sensibel, aber durchaus auch unterschiedlich. Sprich: In einigen Gemeinden werde es Präsenzgottesdienste geben, in anderen nicht. Zuversichtlich stimmt den Dekan, dass man sich im Landkreis auf einem guten Weg befinde.

Anmeldeverfahren für Präsenzgottesdienste

Das gelte auch für die Kirchengemeinde Stutensee-Weingarten, erklärt Pastoralreferentin Elke Litterst auf BNN-Nachfrage. Was man in der Adventszeit und um Weihnachten praktiziert habe, werde man im nun verlängerten Lockdown weiterführen. Dies sei das Ergebnis eines Gesprächs zwischen ihr und Pfarrer Jens Maierhof.

Für die Präsenzgottesdienste gebe es ja ein Anmeldeverfahren, das von den Besuchern angenommen werde. Erfreulicherweise hätten sich mehrere Ehrenamtliche bereiterklärt, die Daten aufzunehmen und die Besucher an ihre Plätze zu bringen, sagte Litterst. Der Besuch der Präsenzgottesdienste sei indes „überschaubar“, das sei an Weihnachten noch ganz anders gewesen.

Auch wenn derzeit die Inzidenzzahlen nicht so hoch sind, muss man es ja nicht herausfordern.
Pfarrer Bernhard Feger, katholische Pfarrgemeinde Graben-Neudorf-Linkenheim

Weiterhin auf Präsenzgottesdienste verzichten wird dagegen die katholische Pfarrgemeinde Graben-Neudorf-Linkenheim. „So zumindest ist die Tendenz“, erklärt Pfarrer Bernhard Feger vor der Sitzung des Pfarrgemeinderats am Dienstagabend. „Auch wenn derzeit die Inzidenzzahlen nicht so hoch sind, muss man es ja nicht herausfordern.“

Noch nicht entschieden: Wie es in den evangelischen Gemeinden weitergeht, will Dekanin Ulrike Trautz am Dienstagabend mit den Pfarrerinnen und Pfarrer besprechen. Foto: Hansjörg Ebert

Evangelische Gemeinden behalten sich mehrere Lösungen vor

Die evangelischen Gemeinden haben bislang noch nicht entschieden, wie es nach der Verlängerung des Lockdown weitergehen soll. An diesem Dienstag will Dekanin Ulrike Trautz zusammen mit den Pfarrern des Kirchenbezirks Bretten-Bruchsal diese Frage entscheiden. „Ich würde für eine Verlängerung der derzeitigen Maßnahmen plädieren und eine einheitliche Lösung anstreben“, formuliert sie ihre Meinung. Doch diese müsse mit den Kollegen beraten werden.

Aber auch unterschiedliche Lösungen sind laut Trautz denkbar. „Es könnte sein, dass einige Gemeinden Gottesdienste anbieten und andere nicht, so dass es eine Art Flickenteppich gibt“, meint sie. Das hätte auch über Weihnachten schon so sein können, doch etwa zehn Gemeinden hätten da aus Solidarität mit den anderen eingelenkt und auf Präsenzgottesdienste verzichtet.

Ich fände das ein schlechtes Zeichen, dass wir die Kirchen aufmachen, während überall sonst die Regeln verschärft werden.
Ulrike Trautz, Dekanin des Kirchenbezirks Bretten-Bruchsal

Von jedem Kirchengemeinderat sei dazu ein eigener Beschluss nötig gewesen, das werde auch jetzt wieder so sein, erklärt die Dekanin. „Ich fände das ein schlechtes Zeichen, dass wir die Kirchen aufmachen, während überall sonst die Regeln verschärft werden“, gibt sie zu bedenken.

Die Dekanin verweist auf das Schutzkonzept der Evangelischen Landeskirche in Baden für die Feier von Gottesdiensten. Darin ist festgelegt, dass ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 300 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einem Stadt- oder Landkreis keine Präsenzgottesdienste gefeiert werden dürfen. Zwischen 200 und 300 Fällen rät die Landeskirche ab, unter 200 sind Präsenz-Gottesdienste mit Schutzkonzept möglich. Die Gemeinden entscheiden, ob solche Gottesdienste gefeiert werden oder, ob auf digitale Gottesdienste verwiesen wird.

Zu denen, die seit dem vierten Advent lieber Online-Gottesdienste anboten, zählt die evangelische Gemeinde Leopoldshafen. „Das wurde gut angenommen“, sagt Pfarrer Matthias Boch. Nun werde der Kirchengemeinderat am Donnerstag darüber beraten, ob man das auch weiterhin tun möchte - mindestens bis zum Ende des Lockdowns.

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