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Viele halten Schutz für wichtig

Zwischen „Massenverarschung” und Akzeptanz: Die Maskenpflicht im Landkreis Karlsruhe

Viele Corona-Regeln sind mittlerweile spürbar gelockert worden. Bei der Maskenpflicht ist allerdings kein Ende in Sicht. Im nördlichen Landkreis Karlsruhe findet sie weiterhin hohe Akzeptanz - diesen Eindruck zumindest vermittelt unsere Straßenumfrage.

Die Länder haben sich auf eine Bebehaltung der Maskenpflicht verständigt. Foto: Tom Weller/dpa

Für viele Menschen ist das Tragen der Maske in Supermarkt und in öffentlichen Verkehrsmitteln derzeit eine Selbstverständlichkeit - um sich selbst und andere zu schützen. Es gibt aber auch abweichende Stimmen: „Für mich ist Corona Massenverarschung”, erklärt einer der Befragten.

Sybille Götz Foto: Marianne Lother

Sybille Götz sieht die größte Bedeutung einer Maske in ihrer psychologischen Wirkung. „Die Maske erinnert uns daran, dass wir den Normalzustand noch nicht erreicht haben und wir noch vorsichtig sein müssen“, sagt die Erzieherin aus Weingarten. Dieser Funktion räumt sie eine größere Bedeutung ein als der Schutzwirkung. Der Mund-Nasen-Schutz sei lästig, aber sie trage ihn, wo immer es gefordert werde oder wo es nicht möglich sei, Abstand zu halten. Als den größten Nachteil dabei empfindet sie, dass die Person hinter der Maske schwer zu erkennen sei.





Wolf Hessdorfer Foto: Marianne Lother

Wolf Hessdorfer findet es in Ordnung, beim Einkaufen weiterhin eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. „Ich gehe noch ungern ohne Maske in Geschäfte“, sagt der Weingartener. „Aber ich bin auch froh, wenn ich sie beim Verlassen des Geschäfts wieder abziehen kann“. Von Abstand hält er ebenfalls viel, Menschenansammlungen meidet er ohnehin. Eine Verordnung, ab sofort könne mit der Maske Schluss sein, würde in ihm Unbehagen auslösen, denn er hält die Krise noch lange nicht für ausgestanden. Aber er wünscht sich einheitliche Regelungen für alle Bundesländer.



Hans-Dieter Brenner Foto: Alexander Werner

„Ich halte die Maskenpflicht für gut“, sagt Hans-Dieter Brenner aus Eggenstein-Leopoldshafen. „Damit kann man zumindest verhindern, dass man Andere infiziert. Wenn beide eine Maske tragen, wird jeder geschützt. Ich bin sehr daran interessiert, dass viele Menschen Masken anziehen. Das sollte so bleiben und nicht auf Läden beschränkt sein. Es sollte auch in der Öffentlichkeit gelten. Wo viele Leute zusammenkommen, ist es nicht immer möglich Abstand zu halten. Man sollte aber Masken aus dem Handel nehmen und nur Schals. Meine sind aus der Apotheke oder der Drogerie.“



Ewald Ritz Foto: Alexander Werner

„Masken sind weiter vorgeschrieben und ich denke, dass sie grundsätzlich Sinn machen oder machten“, meint Ewald Ritz aus Linkenheim-Hochstetten. „Die Frage ist, inwieweit die Leute sie für sinnvoll halten. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mir nicht vorstellen, dass Masken abgeschafft werden. Es wäre sicher ein falsches Signal. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, ob bei den vielen Varianten im Umlauf tatsächlich jede Maske ihren Zweck erfüllen kann. Ich halte Abstand für weitaus wichtiger. Das hat sich bei Erfahrungen mit Corona-Ausbrüchen bestätigt.“



Markus Simon Foto: Klaus Müller

„Für mich ist das mit Corona eine Massenverarschung“, meint Markus Simon aus Pfinztal. „Auch das mit den Masken. Wenn wir wirklich eine Pandemie hätten, dürfte doch niemand mehr rausgehen – oder die Menschen würden reihenweise umfallen. In ein paar Monaten wird sich zeigen, was hinter all dem steckt. Dass man bestimmte Altersgruppen schützen muss, verstehe ich ja noch. Ich selber trage keine Maske – muss ich auch nicht. Ich habe Asthma. Wenn ich darauf angesprochen werden, zum Beispiel in einem Geschäft, halte ich mein Attest hoch.“



Sindy Tran Foto: Klaus Müller

„Doch, ich bin für die Maskenpflicht“, sagt die Pfinztalerin Sindy Tran. „Und ich nutze meine Maske auch. Das Ende des Shutdowns kam eh zu früh. Damit hätte man besser noch gewartet. Masken bringen aber nur dann wirklich etwas, wenn man sie richtig trägt und pflegt. Zudem sollte man sich an die Abstandsregeln halten. Ich beobachte immer wieder, vor allem auch in der Schule, dass sich daran nicht alle halten. Da werden Masken falsch getragen oder gleich gar nicht. Ich selbst versuche auf jeden Fall, die Regeln – eben Maske und Abstand – zu befolgen.“



Bernhard Schaub Foto: H. Meyer

Bernhard Schaub trägt überall Maske, wo es nach Landesverordnung Pflicht ist, im Supermarkt, beim Bäcker und Metzger. Für ihn hat das eine ganz besondere Bedeutung. Im Frühjahr – kurz vor der Pandemie – hatte er eine schwere, dreiwöchige Lungenentzündung. „Da hab ich Glück gehabt“, sagt er, das habe ihn vorsichtig gemacht: „Ich muss aufpassen.“ Wenn es allerdings gelingen sollte, die Infektionszahlen sehr gering zu halten, könnte sich der Wössinger ein Ablegen der Maske vorstellen. Solange aber kein Impfstoff vorhanden ist, ist er für äußerste Vorsicht.



Marco Grünhagen Foto: Arnd Waidelich

Für Marco Grünhagen ist das Tragen der Maske beim Einkauf eine Selbstverständlichkeit. „Die Schnuffel“, wie er sie etwas despektierlich nennt, empfinde er als Pflicht. Als Bartträger fühle er sich darunter aber besonders unwohl. Deshalb habe er großes Mitgefühl mit den Mitarbeitern im Einzelhandel, die die Maske den ganzen Tag tragen. „Für sie müsste man einfach mal etwas erfinden,“ meint der Jöhlinger, auch um danach im Laden wieder maskenfrei einkaufen zu können. Dafür sollten die Läden „richtig Geld in die Hand nehmen, schließlich ist der Kunde König“.

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